Nach dem Award ist vor dem Award!

 

Der Partnerkongress der Versicherungsforen liegt hinter uns. Vergangenen Donnerstag wurde mit rund 300 Teilnehmern über Trends, Probleme und die Zukunft diskutiert. Die Tage standen wieder ganz im Zeichen des Netzwerkens. Wer es tagsüber nicht geschafft hatte, sich mit den Kollegen auszutauschen,  hatte bei der Abendveranstaltung in der Moritzbastei noch einmal Gelegenheit dazu. Auch fachlich hatte der Partnerkongress wieder einiges zu bieten, denn der Tag war vollgepackt mit spannenden Beiträgen und Spitzenreferenten. Unter anderem hat eine Reihe von Start-ups, die überwiegend Teil unseres NPN-Netzwerkes sind, um den Rockstar Award 2017 gepicht! Worum es dabei ging, erfahrt ihr im folgenden Veranstaltungsrückblick.

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Partnerkongress 2017

Der erste Beitrag des Tages kam von John-Paul Pieper, CEO  der nexible GmbH.

In seinem Beitrag „Ohne Revolution geht es nicht: nexible – die Digitalmarke der ERGO“ sprach er über agiles Arbeiten. Dabei lernte man nicht nur etwas über Kampfstrategien der Römer und Mongolen, sondern bekam auch einen ersten Eindruck von der Arbeitsweise des ERGO-Spin-offs. Nexible setzt auf agile Teams, die Entscheidungen selber treffen und umsetzen. Ziel soll es sein, mit der Kundenrealität Schritt zu halten und die Komplexität traditioneller Versicherer aufzulösen.

Die zweite Keynote hielt Dr. Johannes Dick, Leiter Konzernentwicklung bei der AXA Konzern AG. Mit dem Innovation Campus sorgte die AXA für reichlich Schlagzeilen. In seinem Vortrag brachte Dr. Dick den Teilnehmern die Idee hinter dem Campus näher. Ganz nach dem Motto „Man muss das Rad nicht neu erfinden“ setzt die Axa auf Kooperationen mit jungen Start-ups, um neben strategischen Vorteilen in der Assekuranz auch neue Kunden-Touchpoints zu generieren. Seit 2015 hat das Unternehmen bereits über 1000 Start-ups unter die Lupe genommen. Nur ein Bruchteil der gescorten Unternehmen hat es in die Kooperation mit dem Konzern geschafft. Einige der Kooperationen führte Dr. Dick beispielhaft in seinem Vortrag an.

 

Auch die dritte Keynote stand im Zeichen der Innovation: Dr. Hagen Habicht (Digital Impact Labs Leipzig) und Rainer Huber (Auxilia Rechtsschutz-Versicherung) arbeiten gemeinsam mit sechs weiteren Versicherern im Insurance Innovation Lab an Innovationen für die Branche. Unter dem Titel „Innovieren mit Wettbewerbern: Ist das smart oder naiv?“, klärten sie die Frage, ob gemeinsames Innovieren mit dem Wettbewerber funktionieren kann. Beide beantworteten diese Frage mit einem „ja“, denn bei der gemeinsamen Arbeit gehe es nicht darum, konkrete Produkte zu entwickeln, sondern vielmehr darum, ein Verständnis dafür zu schaffen, wie die Branche sich zukunftsfähig ausrichten kann, und Lösungswege für übergreifende Probleme aufzuzeigen.
Zwischen den Keynotes fanden über den Dächern Leipzigs drei parallele Themenwelten sowie die Speakers‘ Corner statt. Themenschwerpunkte waren hier „Sharing Economy“, „Cyber Risk und Cyber Security“ sowie „Artificial Intelligence“. Neben FinTechs wie Scalable und Bitbond gab es u. a. Vorträge von etablierten Playern wie Hiscox, der Ergo Group und E.ON SE.
Den fachlichen Abschluss machte, wie bereits im letzten Jahr, die Podiumsdiskussion zum Thema „Next Monday morning: die Arbeitswelt und der Vertrieb der Zukunft“. Sybille Arnegger (Deutsche Bank), Martin Fleischer (Bavaria Direkt), Dr. Erritt Schossberger (Unternehmen mit Zukunft) und Bastian Unterberg (jovoto) diskutierten moderiert von Versicherungsforen-Geschäftsführer Jens Ringel, wie sich die Arbeitswelt in Anbetracht der demografischen und technologischen Entwicklungen wandeln wird. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere der technologische Fortschritt die Arbeitswelt dahingehend verändern wird, dass standardisierte Prozesse automatisiert werden und dem Mitarbeiter unterstützend zur Seite stehen. Kreative Berufe lassen sich nicht automatisieren, gab Bastian Unterberg hierbei zu bedenken. Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass in vielen Unternehmen ein Kulturwandel notwendig ist, um die erforderlichen Innovationen ins Unternehmen zu tragen.

Dipat PK

Start-up Pitch des Siegers DiPat

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Start-up Pitch des Teilnehmers Advocado

 

 

 

 

 

 

 

Besonders gut kam bei den Teilnehmern der in diesem Jahr erstmalig ausgerufene Rockstar Award an. Elf Insur-, Health- und LegalTechs pitchten vor dem Publikum und einer Fachjury um den Sieg des Awards. Am Ende konnte es nur einer werden und das Publikum stimmte mit überragender Mehrheit für DIPAT Die Patientenverfügung. Gründer und Geschäftsführer Dr. Paul Brandenburg, der selbst als Notfallmediziner arbeitet, konnte sein Produkt in einem stimmigen Pitch verpacken und das Auditorium davon überzeugen, dass die herkömmliche Patientenverfügung nicht ausreicht und sein Angebot ein echtes Problem löst. Auf den vorderen Plätzen tummelten sich zudem die InsurTechs Kasko, hepster und Penseo. Verliehen wurde der Award auf der Abendveranstaltung des Partnerkongresses in der Moritzbastei.

Siegerehrung

Siegerehrung des Rockstar Award in der Moritzbastei

Das Fazit: Auch in diesem Jahr war der Partnerkongress wieder eine sehr spannende Veranstaltung, die viel Raum zum Netzwerken bot. Der Start-up Award kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Der Rockstar Award wird also mit Sicherheit auch 2018 wieder verliehen werden. Wenn ihr Interesse habt, teilzunehmen, um den Award im nächsten Jahr abzuräumen, meldet euch gern schon jetzt unter marianne@newplayersnetwork.jetzt an!

Chatbots – die besseren Kundenberater?

Kommunikation ist die zentrale Grundlage für das Funktionieren und Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Das Wort Kommunikation leitet sich aus dem lateinischen Wort “communicatio” ab, was so viel wie „Mitteilung“ heißt und den Austausch von Informationen meint. Jede Kommunikation findet in einer Interaktion statt und in jeder Situation gelten zudem eigene Regeln: So wird in einer Teambesprechung anders kommuniziert als in einem Kundengespräch. Nicht zuletzt trägt die richtige Kommunikation im Umgang mit Kunden und Partnern einen wesentlichen Teil zum geschäftlichen Erfolg bei. Kunden erwarten heutzutage eine nahtlose Interaktion mit Versicherern – unabhängig vom Kommunikationskanal. Telefon, E-Mail, Social Media – Versicherungsnehmer möchten mit wenig Aufwand jederzeit Informationen einholen können und erwarten schnelle Antworten auf ihre Fragen und Wünsche.

24/7 Erreichbarkeit, Kosteneffizienz und Cross-Selling-Potenzial

Um diesem hohen Servicelevel gerecht zu werden, setzen Versicherungsdienstleister auf Künstliche Intelligenz (KI). Diese zeichnet sich mittlerweile durch neue Fähigkeiten wie Spracherkennung, natürliche Sprachverarbeitung, tiefes Lernen und Mustererkennung aus. KI wird in der Gesprächsführung und damit im Kundenservice zu einer unverzichtbaren Technologie. Chatbots sind in der Lage, die menschliche Kommunikation zu simulieren und zu automatisieren. Durch den Einsatz von Natural Language Processing können sie beispielsweise textlich unstrukturierte Informationen verstehen und in natürlicher Sprache antworten. Chatbots können die Anzahl positiver Kundenkontakte erhöhen und garantieren zudem eine ständige Erreichbarkeit, Lösungen in Echtzeit sowie eine natürliche und einfache Kommunikation mit dem Kunden. Oft verursachen kleine Anliegen wie Adressänderungen hohe Servicekosten. Durch den Einsatz von Bots können die Kosten um rund 80 bis 90 Prozent gesenkt und der anspruchsvolle Servicelevel sogar kosteneffizient realisiert werden. Vor allem im Kundenservice von Unternehmen helfen Chatbots dabei, die Prozesse zu automatisieren und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Im Kundendialog erarbeiten sich Chatbots mittlerweile Nutzerprofile, um Antworten zu personalisieren. Immer mehr Anfragen können so bereits abschließend bearbeitet werden. Sollte die Anfrage jedoch nicht mehr mit ausreichender Sicherheit richtig beantwortet werden können, wird der Sachverhalt an einen Mitarbeiter abgegeben und die Gesprächsführung durch einen Menschen fortgeführt. Mittlerweile sind auch komplexere Vorgänge möglich. So folgt in der Versicherungswirtschaft der Änderung von Adressdaten nicht mehr nur die anschließende Anpassung des Versicherungsschutzes, sondern zum Beispiel auch die Vermittlung von Zusatzversicherungen und Vertragsänderungen. Dieses Cross-Selling-Potenzial führt neben der Kostenreduktion auch zu einer Umsatzsteigerung.

Die Grenzen der Bots

Viele Anbieter von Chatbots arbeiten noch auf der Basis von regelbasierten Entscheidungsbäumen. Dank maschinellem Lernen (Deep Learning Modellen) werden Antworten immer besser und es wird für den Nutzer zunehmend schwieriger zu erkennen, ob es sich beim Kommunikationspartner um einen Menschen oder eine Maschine handelt. Der erstmals im Jahr 1950 eingesetzte Turing-Test prüft, inwieweit eine Maschine die kognitive Leistung eines Menschen besitzt. Für den Test chattet eine Versuchsperson mit einem Menschen und einem Computer. Dann muss entschieden werden, welcher Gesprächspartner Mensch und welcher Maschine ist. Der Test gilt als bestanden, wenn mindestens 30 Prozent der Versuchspersonen den Chatbot für einen Menschen halten. Doch wie reagieren Kunden auf einen Bot? Die Akzeptanz der Interaktion mit einem Chatbot wird als sehr hoch eingestuft. Allerdings entsteht an dieser Stelle ein anderes Problem: Sobald User wissen, dass sie mit einem Roboter chatten, werden skurrile Fragen gestellt, um den Bot zu testen und an seine Grenzen zu bringen, da dieser für spezifische Anfragen konfiguriert ist. Eine weitere Herausforderung besteht im Umgang mit Schreibfehlern und Slang sowie dem Datenschutz. Da Chatbots von den Nutzereingaben lernen, um so personalisierte Antworten zu generieren, werden je nach Chatbot auch Nutzerdaten gesammelt und ausgewertet, die der Nutzer nicht eingegeben hat. Geschieht das Profiling ohne Einwilligung, ist das in Bezug auf den Datenschutz kritisch zu bewerten.

Chatbots in der InsurTech-Szene

Nutzer verbringen immer mehr Zeit in Messaging-Apps und immer weniger Zeit auf Websites. Das bietet großes Potential für Chatbots. Insurista hat dies erkannt und bietet seit 2016 Versicherungs- und Bankunternehmen eine Kommunikationsplattform an, die KI-basierte Chatbots nutzt und via Facebook-Messenger den User berät. Neben Insurista, arbeitet auch das Berliner Start-up Rasa am Einsatz Künstlicher Intelligenz und somit an der nächsten Chatbot-Generation. Rasa steht dabei im engen Austausch mit Unternehmen wie ERGO und Helvetia. „Carla“, der Chatbot des Start-up Kauz, ist als „Enterprise Bot“ vollständig angepasst an die Produkte, Services und Sprache des Unternehmens, dass sie vertreten. Der Chatbot von Kauz arbeitet im Gegensatz zu anderen Chatbots nicht mit Machine Learning, sondern mit Natural Language Understanding (NLU). Dadurch wird das beste Sprachverständnis garantiert sowie eine modulare Architektur, die eine schnelle Konfiguration und skalierbare Entwicklung ermöglicht. Mit NLU besitzt das System die Fähigkeit, unbekannte Worte und fehlende Informationen zu analysieren. Anschließend werden diese korrigiert und nachgeliefert. Kauz` Chatbots formen somit ein Abbild des Gesagten. Sie kennen zehntausende Bedeutungen und lösen sprachliche Mehrdeutigkeiten auf. Carlas Wissen ist modular aufgeteilt in Sprachwissen, Weltwissen und situative Kommunikationsfähigkeiten. Diese Module werden laufend erweitert. Das Wissen über die Produkte und Leistungen von Unternehmen sowie deren spezielle Terminologie kommt dann konfigurierbar hinzu.

Emotionalisierung der Chatbots

Derzeit eignen sich Chatbots vor allem zur schnellen Klärung von einfachen Sachverhalten. Besonders erfolgsversprechend ist der Einsatz von KI, wenn es gelingt, die Sprache der Bots weiter zu emotionalisieren und ihnen gleichzeitig beizubringen, Kundenbeziehungen aufzubauen. Bots sollen auf Emotionen wie Aufregung, gute und schlechte Laune reagieren können, sei es anhand der Stimme oder des Schreibstils. Das Wichtigste bezüglich der Weiterentwicklung der Technologie wird sein, ein skalierbares und flexibles Dialog-Management aufzubauen, welches nicht mehr auf Regeln basiert. Dabei kommt der Verwendung von natürlicher Sprachverarbeitung und kontextbezogener Intelligenz eine hohe Bedeutung zu. KI wird die Zukunft der Kundeninteraktionen bestimmen und das gesamte digitale Kundenerlebnis neu definieren.

Die wirtschaftliche Revolution nach der technischen: Blockchain als Geschäftsmodell für Versicherer

Nachdem in der Vergangenheit das Thema Blockchain vorrangig nur mit Zahlungsverkehr und Bankgeschäften verknüpft wurde, sind nun zunehmend auch Versicherungslösungen im Fokus der Unternehmen und Investoren. Die Anwendungsgebiete der Blockchain und die daraus resultierenden Geschäftsmodelle für Start-ups und etablierte Unternehmen sind vielfältig. Für InsurTechs bietet vor allem die wohl bekannteste und zukunftsträchtigste Applikation der Blockchain hohes Potenzial: „Smart Contracts“. Bei einem Smart Contract werden sowohl Vertrag und Vertragsinhalte wie auch die Beziehungen der Vertragsparteien digitalisiert. Basierend auf der Blockchain-Technologie zeichnet sich ein Smart Contract durch direkte Kommunikation mit dem Objekt aus. Intermediäre werden dabei überflüssig. Auf der Funktionsweise von Smart Contracts könnten auch Versicherungen basieren: Versicherung und Versicherungsnehmer einigen sich auf ein Regelwerk, welches die Blockchain autark und wertneutral umsetzt. So können Tarife entwickelt werden, die auf das Verhalten des Kunden zugeschnitten sind. Die Blockchain-Technologie würde beispielsweise eine Analyse des Fahrverhaltens ermöglichen und automatisch Beiträge anpassen. Vorausschauende Fahrer würden belohnt, risikobereite Fahrer hingegen zahlen mehr. Durch den Einsatz von Smart Contracts wird das operationelle Risiko der Vertragsparteien reduziert und der Ablauf erfolgt vollständig automatisiert. Nützlich sind sie vor allem auch deshalb, da sie Parteien in Verträgen integrieren die sich nicht vollständig vertrauen und damit das Problem der asymmetrischen Informationsverteilung reduzieren.

Globale Blockchain-Dynamik in der Versicherungsbranche

Internationale Beispiele verweisen auf die globale Bedeutung von Smart Contracts im Versicherungsbereich. Bei der Londoner InsurETH können Reisende, auf Basis einer Smart Contract Applikation von Ethereum, Flüge absichern. Mit Hilfe von verifizierten Flugdaten wird geprüft, ob ein Versicherungsfall eingetreten ist. Entsteht ein Entschädigungsanspruch, weil ein Flug ausgefallen ist, kann die Leistung aufgrund der verifizierten Flugdaten in der Blockchain innerhalb von wenigen Sekunden freigegeben werden. Die Technologie vereinfacht und beschleunigt damit auch die Preisgestaltung und die Auszahlung von Ansprüchen. Auf der gleichen Grundlage bietet Dynamis Peer-to-Peer Versicherungen an. Seit 2015 arbeitet auch Versicherix daran, den bereits dezentralen Peer-to-Peer Ansatz mit Hilfe der Blockchain-Technologie gänzlich dezentral und unabhängig von Intermediären zu gestalten. Die Produktpalette des Schweizer Start-ups enthält sowohl standardisierte Versicherungsmöglichkeiten als auch individuell durch die Nutzer kreierte Produkte. Andere Start-ups wie Utocat aus Frankreich fokussieren sich auf Blockchain-Schnittstellen für Banken und Versicherer. Ein weiteres Start-ups, das Berliner FinTech Bitbond, optimiert mit Blockchain Peer-to-Peer Lending. Grenzüberschreitende Zahlungstransaktionen, die sich durch kostenintensive und langwierige Prozesse auszeichnen, sollen auf Basis von Bitcoins optimiert werden. Ziel von Bitbond ist es, kleine Unternehmen in über 120 Ländern mit Bitcoin-Investoren zu verbinden. Kreditsuchende erhalten so eine einfache Gelegenheit, an Geldmittel zu gelangen und den Investoren winken lukrative Zinssätze. Dank der Blockchain erfolgen die Zahlungsströme fast in Echtzeit und ohne hohe Bankgebühren für Auslandsüberweisungen. Technologie und Zahlungsnetzwerk basieren ausschließlich auf Bitcoins.
Etherisc wurde im Rahmen der „Blockshow Europe 2017“ mit dem Oscar „Most Innovative Blockchain Startup“ ausgezeichnet. Das Münchner InsurTech arbeitet an einer dezentralen Anwendung für Sozialversicherungen, welche auf der Ethereum Blockchain implementiert wurde. Das Modell unterstützt Betroffene bei schweren Lebensereignissen wie Tod oder Erkrankungen mit einer ersten Notfall-Zahlung. Via Smart Contract will Etherisc außerdem Flugverspätungen und Ernteausfälle versichern.

Auch Betrugsfälle lassen sich durch die Blockchain-Technologie eindämmen. Über die Nutzung von Blockchain könnten Versicherer beispielsweise die Echtheit von Waren und Dokumenten ermitteln oder eine Historie von betrügerischen Handlungen einer Person erstellen. Everledger beschäftigt sich mit Betrugs- und Diebstahlproblemen der Diamantenindustrie und nutzt Blockchain, um Objekte kontinuierlich zu verfolgen. Das Unternehmen stellt ein unveränderbares Hauptbuch für Diamantbesitz und verwandte Transaktionsverlaufsüberprüfung für Versicherer bereit. Aufgrund einer integrierten Anwendungsprogrammierschnittstelle kann jeder aktuelle Daten über den Status eines Steins aufrufen und bereitstellen, einschließlich Polizeiberichten und Versicherungsansprüchen.
Eine weitere Chance, Betrugsfälle zu minimieren, findet sich im Gesundheitswesen. Sogenannte „Luftrezepte“ stellen ein großes Problem für Krankenkassen dar. Dabei handelt es sich um Rezepte, die von Apotheken abgerechnet, die verschriebenen Arzneimittel allerdings nie verkauft wurden. Lösung könnte eine Blockchain sein, die jedes Arzneimittel eindeutig kennzeichnet, beispielsweise über einen QR-Code.

Die Blockchain-Adaptionskurve

Auch langjährige Marktakteure haben die Bedeutung und Tragweite von Blockchain-Technologien längst erkannt und setzten auf den Ausbau eigener Fähigkeiten. So arbeitet die Allianz France seit Dezember 2015 mit Everledger im Rahmen des Accelerator-Programms Accélérateur Allianz zusammen. Ziel ist es, die Blockchain-Technologie zu erforschen. Anfang 2016 startete die Allianz Risk Transfer ein Pilotprojekt für eine Smart-Contract-Lösung zur Automatisierung von Swap-Transaktionen bei Katastrophenszenarien. Damit ist die Allianz einerseits in der Lage, Schäden schneller zu prüfen und abzuwickeln und kann so in Notfällen besser agieren. Andererseits erleichtert und beschleunigt die Technologie die Absicherung von Katastrophenereignissen.
Die aufgeführten Use-Cases zeigen, dass es bereits eine Reihe von Unternehmen schafft, mit Blockchain Kosteneffizienz, operative Leistung und Kundebindung zu verbessern. Inwieweit sich in naher Zukunft die technologischen Anforderungen umsetzen lassen, ist die eine Frage. Welche Voraussetzungen noch erfüllt werden müssen, damit aus einer Technologie wie Blockchain ein gesellschaftlich akzeptierter Standard wird, ist eine andere.

Rockstar Award – Mehr als nur laut

Du findest Versicherungen langweilig und hast eine Geschäftsidee die die Branche revolutioniert? Du hast dein eigenes Unternehmen gegründet, das mit einer neuen Technologie das Zeug dazu hat traditionelle Abläufe effizienter und Problemlösungen kundenorientiert zu gestalten? Du stellst dich mit deiner Innovation auf die Seite des Kunden und verstehst nicht warum das nicht in Kooperation mit Versicherern laufen sollte?

Dann ist der Partnerkongress als »Innovationsmarktplatz der Versicherungswirtschaft« am 14. September 2017 in Leipzig das passende Event für dich. Hier trifft sich nicht nur das Who ist Who der Assekuranz, sondern tauscht sich auch noch ganztägig zu Innovationen und zukunftsweisenden Technologien aus. Und das Beste: in diesem Jahr wird erstmals der Rockstar Award für das vielversprechendste, versicherungsnahe Geschäftsmodel verliehen.

Interesse geweckt? Dann sei dabei:
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  • ♠ Du bist ein Start-up mit Assekuranzbezug und hast noch nie auf dem Partnerkongress gepitcht?
  • ♠ Du hast Lust am 14. September 2017 deine Geschäftsidee auf deutsch- oder englisch in einer drei-minütigen Präsentation vor 350 Innovationsbegeisterten zu präsentieren?
  • ♠ Du bist Mitglied im New Players Network oder willst es endlich werden?
  • ♠ Dann bewirb dich bis zum 15.07.2017 per Mail an marianne@newplayersnetwork.jetzt.

Die Teilnahme am Pitch und der Konferenz ist natürlich kostenlos.

Du bist herzlich eingeladen am Kongress und der legendären Abendveranstaltung teilzunehmen und möglicherweise sogar deinen Sieg zu feiern! Denn die, durch die Jury ermittelten TOP 3 pitchen im großen Finale bei der Abendveranstaltung des Partnerkongresses und der Applaus entscheidet.

Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

#_hackNEXT – der erste Hackaton mit dem New Players Network

„30 hours to redefine InsurTech“ – so lautete der Claim des ersten Hackathon, den das New Players Network zusammen mit vielen anderen Unternehmen als Network-Partner ausgerichtet hat. 13 Teams traten 30 Stunden lang in drei verschiedenen Challenges gegeneinander an, um herauszufinden, wer die kundenzentrierteste Lösung unter hohem Zeitaufwand „coden“ kann. Die Challenges reichten von der Verbesserung der Customer Experience, über neue Produkte für die Generation 50+ bis hin zu Anwendungsfällten im gehypten IoT-Umfeld. Auf den Gewinner warteten 10.000 Euro und die Chance, die Idee bei der ExecInsurtech zu pitchen – größer geht es kaum im Bundesgebiet. Auch die zweit und drittplatzierten durften sich über ein wenig Anschubfinanzierung freuen.
…Und da wir Hackathon-Newbies sind, kommt hier ein kleines (persönliches) Review aus Sicht eines Organisators, der auf einmal Hacker wurde…coder
Tag 1 – 08.58 Uhr: Pünktlich zum Beginn der Veranstaltung kam ich im Werk1 an, dem inoffiziellen Innovationsmittelpunkt Münchens. So sitzen im Nachbargebäude des W1 Accelerator u.a. „the Lab“ der MunichRe und die „Digital Factory“ der Allianz. Die Stimmung war recht entspannt, die Teams hatten sich größtenteils ihre Workingstations aufgebaut und Max (ZEB) – als Hauptorganisator – sprach die ersten Worte. Mir wurde der rote „I am advisor“ Sweater übergestreift, der mich befähigte, Tipps und Hinweise zu geben – zumindest zum Insurance Content. Hiermit war ich klar in der Unterzahl gegen die schwarzen Hoodies („I am hacker“) die aus dem ganzen Bundesgebiet kamen, um ihre Coding Skills zu beweisen.

Tag 1 – 10.11 Uhr: Max schickte mich gleich zum ersten Team, die noch einen spannenden Use Case brauchten, um überhaupt ins coden starten zu können. Also steckten Chris (ZEB), Stefan (R+V), Ralf (Allianz) und ich unsere Köpfe zusammen und überlegten, was man eigentlich machen könnte. Die Idee war dann auch schnell gefunden: Der Bau eines Assistenten (der InsuranceBuddy), der anhand von Kontobewegungen des Kunden individualisierte Versicherungsprodukte anbietet.. Der Case war schnell gebaut, die Schnittstellen von Figo sowie Franke und Bornberg als Enabler erkannt und dann konnte es auch losgehen…dachten wir… Das Problem: wir hatten gar keine Coder im Team. Freundlicherweise schickte uns Katrin von Franke und Bornberg ihre zwei fähigsten Jungs rüber. Mit Sascha (Nummer2) und Christian (Nummer2) war das Team vollständig.

Tag 1 – 12.17 Uhr: Der anfänglich so logische Use Case eröffnete erste Challenges: Welche Zahlungsdaten kann ich eigentlich durch die Schnittstelle sehen? Heißen Versicherungsprodukte immer gleich? Welche Zahlung impliziert welche Präferenz des Kunden? Die erste große Iteration nahte: Um die Komplexität vorerst zu verringern, einigten wir uns darauf, den Showcase auf Krankversicherungsprodukte zu begrenzen und Fitness-affine Versicherungen in den Mittelpunkt zu stellen.

Tag 1 – 13.37 Uhr: Der Tisch füllte sich mit leeren Club Mate Flaschen. Unsere Köpfe glühten: Wie hoch war die Einkommensbemessungsgrenze? Können wir Zusatzversicherungsprodukte integrieren? Welche Fitnesstarife gibt es? Wir iterierten uns Schritt für Schritt an den finalen Use Case heran.

Tag 1 – 15.14 Uhr: Ruhe an den Tischen um uns herum. Die „Profi-Coder“ hatten Kopfhörer auf und redeten wenig. Hier schien großes zu entstehen.

Tag 1 – 16.02 Uhr: Die vier BWLer im Team wagten sich in unbekanntes Terrain: Erkläre dem Coder, was du willst. Nachhilfe in Sachen „Coding-Business-Model – Business-Modell-Coding“ wäre hier spitze gewesen. Aber hey, die Zeit lief. Mit Händen und Füßen, mit Bildern und Präsentationen konnten wir vermitteln, was wir wollten. Hier ein wenig mehr Daten. Da ein bisschen mehr Produkt. Und ja, bitte noch ein geiles Frontend. Sascha und Christian behielten eine stoische Ruhe, die uns das Gefühlt vermittelte, die machen das schon.

Tag 1 – 18.37 Uhr: Das erste Bier des Abends wurde geöffnet – und siehe an – schon ging es mit der Kreativität vorwärts. Ein Logo wurde gebaut, eine Corporate Identity geschaffen (jaja, die BWLer) und ein Unternehmens-Slogan entwickelt. Der InsuranceBuddy erblickte das Marketing-Licht der Welt.

Tag 1 – 18.38 Uhr:…Kurz ein Blick rüber zur anderen Seite des Tisches: Entspannung. Tastengeklimper. Coolness. Auf die Frage, ob wir alles schaffen, kam nur ein entspanntes: „Läuft“.

Tag 1 – 20.12 Uhr: Neue Idee: Wir wollen Dashboards. Im Frontend. Wieviel Einkommen hat der Kunde zur Verfügung? Wieviel gibt er für Versicherung aus? Es läuft: Die IT-Jungs machen das schon.Photo 27-03-2017, 14 17 34

Tag 1 – 22.04 Uhr: Die Räume leeren sich. Die Coder schicken uns heim. „Hier könnt ihr gerade nicht viel helfen.“. Noch nie habe ich mich so nutzlos gefühlt. Schnell noch ein gemeinsames Abschiedsbier und dann ab ins Hotel. Für mich gibt es heute Schlaf. Jedoch nicht für alle, denn der ein oder andere Coder sitzt die Nacht durch.

Tag 2 – 09.38 Uhr: Ankunft im Werk1. Sascha und Christian hauen bereits in die Tasten. Erstmal einen heißen Kaffee. Warum war ich noch mal hier? Als Sponsor? Als Advisor? Egal. Das hier war jetzt größer. Jetzt ging es um den Sieg. I am Hacker.

Tag 2 – 12.13 Uhr: Noch knapp 4 Stunden. Der Show Case hat noch Optimierungspotenzial: Ein Chat muss rein. Aber wo bekommen wir einen her…IBM! Watson! Neue Aufgabe für die Jungs: Nutzt IBM Bluemix, um dem Kunden die richten Antworten auf seine Fragen zu geben. Die Zeit rannte.

Tag 2 – 15.08 Uhr: Nur noch 52 Minuten. Die Präsentation war vorbereitet. Die Argumentation stimmte. Die Coder… ja.. die codeten noch. Das wird Just-in-Time. Das wird ein Zieleinlauf in der letzten Sekunde. Aber wir glauben an unsere Jungs.

Tag 2 – 15.59 Uhr: Fertig! Präsentation schnell in den Slack-Channel geschmissen. Link zum Prototyp hinterher. Done. Done. Done. Nun hieß es: abwarten!

Tag 2 – 16.41 Uhr: Die Sponsoren bekamen die Chance, 10 Minuten zu einem Thema zu sprechen. Ich referierte zu Open Innovation. Andere zu Startups, Customer Experience und IoT. Eines kam bei allen durch: PUT THE CUSTOMER FIRST. Produkte waren gestern, baut Lösungen, integriert den Kunden, nutzt Start-ups und bedient euch neuer Technologien. Auch die angeschlossene Podiumsdiskussion spiegelte das wieder. Die Veränderung ist hier. Das Credo: Kooperiert mit den neuen Playern oder verliert langfristig an Relevanz.

Tag 2 – 18.01 Uhr: Pünktlich auf die Minute machte sich die hochkarätige Jury (u.a. mit Mehrdad Piroozram, Cliff Moyce und Olaf Tidelski) in den vorbereiteten Ledercouches bereit. 13 Pitches folgten. Wir waren Nummer 11. Die Ideen waren allesamt spannend und hochwertig umgesetzt. Sie reichten von smarten Bots, über persönliche Assistenten bis hin zu individuellen und situativen Produktangeboten. Jedes Team hätte ein Funding verdient! Jede Idee sollte von Versicherern unterstützt werden.

Tag 2 – 21.13 Uhr: Es war soweit. Der Showdown. Die Entscheidung. Nun sollten die Ideen gekrönt werden, die in schweißtreibender Arbeit und unter hohem Club Mate Konsum erzeug wurden. Die Spannung war unerträglich. Die Gesichert angespannt. Die Luft zum Schneiden. Und dann kam das Ergebnis:
Platz 3: Widgetlabs – Ein Chatbot, der vermietete Gegenstände versichert.
Platz 2: Carlexa – Schadenmanagementprozess beim Endkunden über Alexa steuern
Platz 1: Meta@Hack – ein Tool zur automatisierten Benachrichtigung von Patienten über Ihre einzunehmende Medikation – mitgeteilt durch Alexa

Das Team InsuranceBuddy wurde fünfter (so war die inoffizielle Mitteilung). Ein großartiger Erfolg, für ein zusammengewürfeltes Team. Sieger waren am Ende aber irgendwie auch alle.
Tag 2 – 22.17 Uhr: Die afterHACK-Party war in vollem Gange. Es wurde genetworkt, gefachsimpelt und getrunken. Es sollte noch eine lange Nacht werden.
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Fazit: Wenn Menschen mit tollen Ideen und unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, entstehen großartige Dinge. Sicherlich wird nicht jedes Produkt umgesetzt werden, und nicht jede Idee die Tür in die großen Häuser finden. Ansätze wie Hackathons, Labs, Inkubatoren und Accerlatoren leisten jedoch alle einen immens wichtigen Beitrag, um die Assekuranz auf morgen vorzubereiten.

In diesem Sinne: PUT THE CUSTOMER FIRST.

Mitglied des New Players Network gewinnt Insurance IT-Innovation Award

Anfang November wurden im Rahmen des Business Engineering Forums in St. Gallen innovative Ideen von FinTechs gewürdigt: das Kompetenzzentrum Sourcing in der Finanzindustrie der Universitäten St.Gallen und Leipzig vergab die IT-Innovation Awards und kürte sieben glückliche Sieger. Der Banking IT-Innovation Award für technologiebasierte Innovationen im Finanzbereich wurde zum sechsten Mal verliehen und blickt somit bereits auf eine kleine Tradition zurück. Neu in diesem Jahr war der Insurance IT-Innovation Award, der zum ersten Mal vergeben wurde und Neuheiten der Assekuranz in der Vordergrund rückt.
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Im Fokus der IT-Innovation Awards stehen innovative Lösungen an der Kundenschnittstelle, die einen hohen Kundennutzen aufweisen und das Potenzial haben, die Finanzindustrie nachhaltig zu verändern. Um an der Vergabe des Preises teilnehmen zu können, mussten die Ideen Gründer und Innovatoren folgende Kriterien erfüllen: es musste sich um eine IT-basierte Innovation nahe der Kundenschnittstelle oder im BackOffice handeln, die Idee musste einen Bezug zum deutschsprachigen Finanzmarkt haben und das Team mussten bereits einen demonstrationsfähigen Prototyp vorweisen können.

Mehrstufiger Auswahlprozess

Alle Start-ups und Innovatoren, die sich für die Teilnahme angemeldet hatten, wurden in der ersten Runde zunächst anhand der Kriterien Innovationsgrad, Kundennutzen, Erfolgspotenzial und der Umsetzungsqualität bewertet. Die Ideen, die es in die engere Auswahl schafften, mussten anschließend einen weiteren Auswahlprozess durchlaufen. Am 02. Und 03. November 2016 stand schließlich fest, welche Einreichungen am meisten überzeugt hatten.

Letztendlich konnte sich mit Fileee ein Mitglieder des New Players Network gegen die Konkurrenz durchsetzen und einen Insurance IT-Innovation Award gewinnen. Ein weiterer Insurance IT-Award wurde an 1Klick1Blick verliehen.

Digitalisierung von Papierunterlagen

Fileee wurde 2011 von vier Studenten der Wirtschaftsinformatik gegründet und beschäftigt mittlerweile 15 Mitarbeiter. Im Mittelpunkt steht die Verwaltung jeglicher Art von Dokumenten für den Konsumenten. Dabei ist eine erleichterte Ablage und das verbesserte Auffinden für den Anwender nur ein Nebenaspekt. Viel wichtiger ist die Einbindung dieser Dokumente in die Prozesse von Unternehmen, beispielsweise der direkte Anruf bei einer Servicehotline mit Übermittlung der betreffenden Dokumente. Hierzu kommen moderne Technologien, wie mobile Apps und Cloud-Dienste, und fortgeschrittene Verfahren der Texterkennung zum Einsatz. Fileee bietet diesbezüglich sowohl kostenlose Features als auch ein Premium-Paket an.

Gewinner Fileee1Klick1Blick ist eine Anwendung, welche lediglich basierend auf einem Foto der vorhandenen Versicherungspolicen vollautomatisch deren Güte bewertet und Optimierungspotenziale aufzeigt. Der Kunde wird dadurch auch in komplexen Sachverhalten wie der Risikovorsorge befähigt, selbstständig zu agieren und erhält eine Entscheidungsunterstützung. Die Produktpalette umfasst die 1klick1blick – Scan App, der tarifair-Tarifcheck und das dein 1blick-Kundenportal. Das Unternehmen sitzt in Heidelberg und ist seit mehr als 4 Jahren am deutschen Finanzdienstleistungsmarkt und in der IT-Branche tätig.

Der Schlüssel zum Erfolg heißt Kundenzentrierung

Lange prägte die Informationstechnologie, dass Anwendungssysteme die Bedürfnisse von Unternehmen unterstützen. Software-Lösungen wurden von Unternehmen beauftragt und finanziert. Es ist dahingegen ein Novum der heutigen Startup-Kultur, dass der Konsument der Zielanwender von Software ist und daher die Entwicklung anhand der Kundenbedürfnisse erfolgt. Hierbei entstehen oft Anwendungsszenarios, welche die Bedürfnisse der Nutzer befriedigen und nicht primär die Geschäftsprozesse der Unternehmen verbessern. Beide Preisträger leben diesen Paradigmenwechsel eindrucksvoll vor.

Juroren aus Wissenschaft und Praxis

Die Jury des IT-Innovation Awards setzte sich aus Dr. Hagen Habicht als Innovationsforscher des Insurance Innovation Lab sowie Angehörigen der Universitäten Leipzig (Prof. Dr. Rainer Alt), St. Gallen (Prof. Dr. Reinhard Jung) und des Business Engineering Institute St. Gallen (Thomas Zerndt, Stephan Sachse) sowie dem Praxisvertreter Urs Häusler (Swiss Startup Association, Dealmarket.com) zusammen. Dr. Hagen Habicht wurde darüber hinaus von Sascha Noack (New Players Network) unterstützt, der sich ausführlich mit InsurTechs beschäftigt. Insgesamt wurden 28 Einreichungen (21 Anmeldungen für den Banking- und 7 Anmeldungen für den IT-Innovation Award) bewertet.

Die Juroren und Preisträger der IT-Innovation Awards

Die Fidor Bank, Telefónica, Crowdhouse.ch, ReiseBank und Finnova wurden für den Banking-IT Innovation Award ausgezeichnet. Das New Players Network gratuliert allen Preisträgern!

InsurTechs – The next Generation

Im Mai dieses Jahres haben wir erstmals eine fundierte Übersicht zum InsurTech-Markt im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. In den vergangenen vier Monaten haben sich bereits einige Änderungen im Markt ergeben. Die wichtigsten Aspekte finden Sie nachfolgend zusammengefasst.

Unbenannt 

#1 Der InsurTech-Markt verzeichnet weiterhin ein starkes Wachstum

Konnten wir in der zuletzt veröffentlichten Übersicht noch 37 Unternehmen verzeichnen, so sind es – kein halbes Jahr später – bereits 10 zusätzliche Markteilnehmer. Hierbei handelt es sich jedoch nicht ausschließlich um Neugründungen. Vielmehr scheint es, als hätten sich einige der neuen InsurTechs erst im Laufe der letzten Wochen aus der „Deckung“ gewagt. Dies wird insbesondere durch den Anstieg (+8) bei den im Jahr 2015 gegründeten Unternehmen deutlich, die nach und nach ihr Produkt als marktreif erachten und damit in die Öffentlichkeit treten.

#2 Der Großteil der InsurTechs setzt weiterhin auf vertriebsnahe Geschäftsmodelle

Von den 47 gelisteten InsurTechs setzen 42 auf Geschäftsmodelle, die direkt oder indirekt die Kundenschnittstelle besetzen – sei es in Form von Versicherungsprodukten, Vertragsverwaltungstools oder Aggregatoren. Die Ausnahmen bilden hierbei Backend- (unadox) oder Schadenmanagementtools (Unfallfuchs, Unfallhilfe24, MotionsCloud) bzw. der Roboadvisor Klar+.

#3 Die Anzahl an Software/SaaS-Anbietern steigt rasant an

Waren es im Mai noch 6 Software/SaaS-Anbieter, so stieg die Zahl im September bereits auf 15 an. Die Anzahl an Geschäftsmodellen, die als Versicherungsmakler oder Versicherungsvertreter im Markt agieren, wuchs vergleichsweise weniger stark von 27 auf 30. Eine Erklärung – neben der bereits starken Marktsättigung für Modelle, die auf Onlinevertriebskonzepte setzen – können die steigenden Anforderungen an Versicherungsvermittler als auch die potenziellen Haftungsansprüche der beratenden Kunden sein. Zum anderen setzen einige der InsurTechs zweifelsohne auf ihre originäre Kernkompetenz – die Programmierung und Bereitstellung von leistungsstarken Softwarelösungen – und entfernen sich daher von den Fallstricken komplexer versicherungstechnischer und -rechtlicher Fragestellungen, die durch die an Komplexität zunehmenden regulatorischen Anforderungen (insb. IDD) voraussichtlich weiter steigen werden.

#4 85 Prozent der InsurTechs haben nach wie vor den Endkunden als Zielgruppe

Nur 7 der 47 InsurTechs weisen ein Geschäftsmodell auf, das ausschließlich auf Geschäftskunden fokussiert ist. Das entspricht auch dem Investorenwunsch mit dem Geschäftsmodell den Endkunden direkt zu adressieren. Der Großteil aller Start-ups verfolgt zumindest teilweise den B2C- oder B2B2C-Ansatz. Dabei ist das Ziel, den Intermediär zu eliminieren sowie die Hoheit über den Kunden und dessen Daten zu erlangen. Darüber hinaus erschwert ein nennenswerter Kundenstamm Wettbewerbern die Substitution des Geschäftsmodells.

#5 Nach wie vor ist kein InsurTech disruptiv. Einige der neuen Geschäftsmodelle scheinen aber Entwicklungsstufen zu einer sich nachhaltig verändernden Industrie zu sein:

  • MotionsCloud  Während ein Großteil der Start-ups an der Vertriebsschnittstelle ansetzt, konzentriert sich MotionsCloud auf die automatisierte Schadenregulierung – smart, machen doch 70 % der Versicherungsprämie in der Sachversicherung die Schäden aus. Automatisierungen in den Prozessen können daher schon bei vergleichsweise geringen Verbesserungen zu erheblichen Kosteneinsparungen führen.
  • Snapsure  Die weltweit erste AI-Plattform zur automatisierten Generierung von Versicherungsvorschlägen auf Basis von abfotografierten Gegenständen. Die Technologie erinnert an den Amerikanischen Anbieter „Tröv“, ist jedoch fortschrittlicher, da Produktdatenbänke im Hintergrund implementiert sind, die es ermöglichen, Gegenstände individuell zu identifizieren. Sobald der erste Versicherer in Deutschland auf minutengenaue Deckungskonzepte setzt, kann Snapsure der große Gewinner sein.
  • Versicherix  Der erste wahre Peer2Peer-Versicherer der Schweiz – das zumindest könnte er werden. Noch in der Konzeptionsphase versucht Versicherix zukünftig das Versicherungsgeschäft zu demokratisieren, indem es preisewertere und kundenzentrierte Versicherungsprodukte anbietet. Beginnend mit einem Poolingmodell, welches zunächst darauf abzielt, die bestmöglichen Preis-Leistungs-Angebote an Kunden weiterzureichen, soll die Implementierung eines wirklichen Peer2Peer-Modells, bei dem Kunden ihre Risiken in Gruppen selbst absichern, schnellstmöglich folgen.

#6 Es geht gerade erst los

Die Ausganglage für Veränderung schien nie besser: Eine konservative und von technologischen sowie bürokratischen Lasten gelähmte Branche trifft auf eine kundenzentrierte und durchgängig digitalisierte Gründergeneration, in einem Markt, der sich durch billiges Geld und gigantische Investitionsvolumina auszeichnet.

Ob die Zukunft nun durch die aktuellen und zukünftigen InsurTech-Generationen geprägt werden, komplett digitalisierte Versicherer (PDI)[2] entstehen oder neue Ansätze wie Peer2Peer als auch Blockchain eine Branche in ein neues Zeitalter führen, ist aktuell nur schwer abzusehen und für den Moment auch irrelevant. Sicher ist nur, dass eine Branche deren Innovationsgrad und Veränderungsgeschwindigkeit in der Vergangenheit gegen Null tendierte, neuen externen Impulsen ausgesetzt ist, vor welchen sie sich nicht mehr verstecken kann. Denn: Veränderung vergeht nicht. Die Versicherer – passen sie ihr Geschäftsmodell nicht nachhaltig an – vielleicht schon.

StartupBus on tour: Nächster Halt Insurance Innovation Lab

Am 2. September um 19.00 Uhr macht der StartupBus Halt in unserem Insurance Innovation Lab. Die perfekte Gelegenheit, 30 leidenschaftliche Gründer und ihre neusten Geschäftsideen persönlich kennenzulernen! Und nicht nur das: Stellen Sie den Gründern knallharte Fragen, bewerten Sie die Start-up-Konzepte und strecken Sie die Fühler nach neuen Technologien und Geschäftsmodellen aus. Melden Sie sich einfach unter marianne.kuehne@insurelab.de an.

Ein Bus voller Ideen

Verändere die Welt – in einem Bus |in 72 h | bei 80 km/h
StartUpBus
„Spring in einen Bus, konzipiere ein Start-up, mach es groß und launch es.“ – Das ist die Aufforderung, die hinter der Reise des Busses steht. Gemeinsam mit einem Team aus Fremden sollen kreative Gründer in 72 Stunden etwas so noch nicht Dagewesenes erschaffen. Die Mission des StartupBusses ist es, Menschen zu befähigen den Status quo zu ändern und dadurch das Leben besser zu machen. Die Aktion soll die nächste Generation von Tech-Gründern durch einzigartige Erfahrungen und Kontakte inspirieren und vernetzen.

Der StartupBus ist ein Bootcamp, das Ideen, Leben und Karrieren in extremer Geschwindigkeit vorantreibt, und es dabei schafft, zu verändert wie Menschen die Welt und ihren Platz darin sehen. Die Wettbewerbe sind weltweit legendär. Das ultimative Ziel besteht darin, das größte Netzwerk an „geprüften“ Entrepreneuren aufzubauen, das von einem nie dagewesenen Zugang zu einem Talente-, Ressourcen- und Ideenpool profitiert.

Innovation on the Roads – How to develop a new Business in 72 h?

Der Innovationswettbewerb StartupBus findet einmal jährlich statt. Er besteht zu gleichen Teilen aus einem Hackathon, einem Roadtrip und einer globalen Community. Inzwischen finden 14 Wettbewerbe auf 4 Kontinenten durch 26 Länder statt. In Deutschland geht die Reise vom 2. bis zum 7. September von München nach Köln – aber natürlich nicht auf dem direkten Weg. Die Teams haben 3 Tage Zeit, um in den Bus zu springen, eine Idee zu konzipieren, aufzubauen und ein Start-up zu launchen. Die kreativen Köpfe kämpfen im Bus an ganz verschiedenen Fronten: kaum Schlaf, engster Raum, schlechtes WiFi und wenig Akku … und das alles in einem Bus, der mit durchschnittlich 80 km/ h den Kontinent durchquert. Gelichzeitig profitieren die Teilnehmer aber von 29 anderen Gründern, die das Zeug dazu haben könnten, bei der Problemlösung zu helfen.

“Entrepreneurship can’t be taught – but it can be learned” – Elias Bizannes, StartupBus Gründer

Um ihre Idee Realität werden zu lassen, brauchen die Innovatoren ein Team. Diese finden sich schon zu Beginn der Busfahrt zusammen. Direkt nach der Abfahrt erhält jeder Entrepreneur das Mikro, um die Idee, an der er im Bootcamp arbeiten will, quasi neben dem Busfahrer vor den anderen zu pitchen. Damit startet die Competition und die Teams bilden sich automatisch um die populärsten Ideen. Jetzt beginnt die Arbeit in den kleinen Gruppen. Zu allererst machen sie sich Gedanken über das Problem und dessen Lösung. Sobald sich die Gruppe auf einen Namen geeinigt hat sind sie im Spiel. Im Bus arbeiten die Gründer an der Vision, designen das Frontend und erstellen Prototypen. Entwickler und Designer arbeiten dabei nonstop, um ihre Prototypen auf dem Mobiltelefon oder in der Cloud fertigzustellen. Alle Beteiligten müssen in der Entwicklung schnell sein, denn der Bus fährt stetig weiter und stoppt in Städten, in denen die Ideen vor einer Jury bestehen müssen. Ziel ist es, sich ein direktes Feedback sowohl aus Mentoren- als auch aus Kundensicht einzuholen und dieses direkt in die Entwicklung einfließen zu lassen.

In Leipzig empfängt in diesem Jahr das Insurance Innovation Lab den aus Stuttgart kommenden StartupBus. Am Freitag den 2. September fährt er am frühen Abend auf dem Gelände der alten Baumwollspinnerei ein. In den alten Industriehallen werden die Unternehmensideen vor Vertretern aus der Versicherungsbranche, der Wissenschaft und Gründerszene gepitcht, bevor die Fahrt weiter über Berlin und Hamburg nach Amsterdam geht.

route

Am Montag um 11.00 Uhr endet dann die 72-stündige Entwicklungsphase und die Demophase beginnt. Nächster Stopp: das Halbfinale im CordaINCubator in Belgien. Die Teams präsentieren ihre Ergebnisse in 3 Minuten und müssen vorzeigen, was sie bis dahin auf die Beine gestellt haben. Die Jury wählt dann die besten 10 Vorstellungen aus.

Letzter Halt nach gut 2000 km: das große Finale am Dienstag auf dem Pirate Summit in Köln. Die besten 10 Teams haben dort die Möglichkeit, ihre Idee auf der Hauptbühne vor über 1500 Teilnehmern zu präsentieren. Die aufregende und inspirierende Reise findet damit ihren Abschluss in dem wohl verrücktesten Start-up-Event weltweit. Die Bus-Entrepreneure profitieren von einem globalen Netzwerk, bestehend aus tausenden StartupBus-Alumnis, die bereit sind, die Welt zu verändern und durch ein einmaliges Erlebnis verbunden sind.

Wenn Sie am 2.September im Insurance Innovation Lab dabei sein möchten, können Sie sich gern unter kontakt@insurelab.de anmelden.

Kick-off des Insurance Innovation Labs*

*dargestellt aus zwei Perspektiven:
Marianne Kühne – Projektmanagerin des Insurance Innovation Lab || Sascha Noack – Head of New Player Network

Viele Versicherer suchen Wege, um durch Digitalisierung neues Geschäftspotential zu erschließen und haben gleichzeitig erkannt, dass radikale Innovationen kaum aus den bestehenden Strukturen generiert werden können. Einzelne Branchenführer bedienen sich zu diesem Zweck unternehmenseigener Satelliten-Projekte wie Labs, Inkubatoren und Acceleratoren. Insbesondere kleine und mittelgroße Versicherer entsteht aus ganz verschiedenen Gründen an dieser Stelle ein Engpass (die passende Studie folgt in Kürze hier :)). Genau diese strukturelle Schwäche greift das Insurance Innovation Lab (IIL) auf. Als Innovationskatalysator soll es zukünftig mittelständigen Versicherern die Möglichkeit bieten, vielversprechende Ideen zu erschließen und diese in Geschäftsmodelle zu verwandeln – das alles neben den bestehenden Strukturen des eigenen Konzerns. Seit gut neun Monaten waren wir mit der Umsetzung dieses einzigartigen Projektes betraut. Nach unzähligen Gesprächen mit potentiellen Partnern und zukünftigen Stakeholdern sowie internen Besprechungen zur Konzeption und Vorbereitung war es am Mittwoch den 15. Juni 2016 endlich soweit. Mit der Kick-off Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Spinlab, dem HHL Accelerator, wurde der Startschuss für das Insurance Innovation Lab gegeben.

Da war er also, der 15. Juni 2016. Unmengen an Energie sowie unzählige intensive und lange Nächte lagen hinter den handelnden Personen des IIL und fanden im Kick-off endlich ihren würdigen Auftakt. Den Auftakt in eine neue Welt. In eine Zukunft in der Innovation und Kooperation den Takt vorgeben. Und wenn man eine Szenerie für solch einen Tag malen würde, so würde am Ende wohl das Spinlab herauskommen. Gelegen in der alten Baumwollspinnerei am Rande der Stadt, bot der Industriecharme dieser einmaligen Räumlichkeiten, mit seiner rustikalen und inspirierenden Aura die perfekte Umgebung, um alte und antiquierte Denkmuster aufzubrechen. Und es war schön zu sehen, dass sich Vertreter aus Wissenschaft, Start-up-Szene und Assekuranz auf diese Reise, diese Umgebung, diese Idee einließen. Eine Reise, die der Innovationsforscher und zukünftige Leiter des IIL – Dr. Hagen Habicht – gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig – Markus Rosenbaum – eröffneten – mit wenig Tamtam aber umso mehr Leidenschaft und Ideen im Kopf.

Schaukeln@Spinlab

Anschließend wurde das Konzept des IIL simpel und in aller Kürze präsentiert. Durch das Zusammenwirken verschiedener Versicherer soll zukünftig eine kreative Dynamik entstehen, welche die kundenzentrierte Entwicklung beschleunigt und gleichzeitig allen Beteiligten ermöglicht, ressourceneffizient zu forschen. Dieser bisher einzigartige, kollaborative Ansatz geht über die gemeinsame Forschung und Ideengenerierung hinaus, denn die beteiligten Versicherer werden zusätzlich bei favorisierten Projekten bis zur konkreten Umsetzung am Markt unterstützt. Ganz praktisch heißt das, dass ab dem 01.07.2016 in den Hallen des SpinLab ein interdisziplinäres Team an den Zukunftsfragen der Versicherungswirtschaft forschen wird. Im Anschluss an diese fachliche Einleitung wurde es greifbarer: alle Teilnehmer hatten die Möglichkeit, sich die Räumlichkeiten des IIL genauer anzusehen und in die inspirierende Atmosphäre, in der zukünftig auch Mitarbeiter aus den beteiligten Häuser arbeiten werden, einzutauchen. Die Aufbruchsstimmung wurde gleich dazu genutzt das neu entstandene Logo und die Homepage zu präsentieren. Das durchgängig positive Feedback freute besonders das Team des Insurance Innovation Lab, das bis zum Veranstaltungsbeginn an allen Details gefeilt hat.

Nach der Vorstellung des  Labs, war die kleine Schwester dran: das New Players Network. Und mit dem New Players Network auch ich. Vier Minuten Zeit. Fünf Folien und ganz sicher um die 10.000 Wörter die zeigen sollten: Mit Lab als Innovationshub und Network als Start-up-Katalysator kennen wir die Richtung. Wir glauben an Kooperation und werden diese fördern. Wir glauben an neue Geschäftsmodelle und werden diese mitgestalten. Wir werden Teil einer neuen Zukunft der Assekuranz sein. Das Nicken im Publikum zeigte: sie verstehen es… Und wie kann man einen Pitch zu einen Start-up-Netzwerk besser beenden, als mit der Übergabe des Mikros an die Start-ups des Netzwerks selbst, die die Kooperationspotenziale aufzeigen?! Und so folgte auf mich Tim von OptioPay – eine Idee, die verändert, wie Menschen ihr Geld erhalten. Ein Geschäftsdreieck das scheinbar das Pareto-Optimum außer Kraft setzt. Ja, man kann die Lage von Kunde, Dienstleister und Versicherer verbessern, ohne zugleich einen anderen schlechter zu stellen… Danach folgte Paul von Unfallhilfe24. Das Nashorn, das Kunden im Kfz-Schadensfall mit optimaler Betreuung eine neue Servicequalität anbietet und die Leistungen im Schadenfall maximiert. Das kostet die Versicherungsunternehmen Geld. Viel Geld. Warum also zusammenarbeiten? Eigentlich ganz einfach: Unfallhilfe24 verschlankt Prozesse, senkt Kosten im Backoffice und erhöht Kundenzufriedenheit und -bindung. Eigentlich ein Traum für jeden Versicherer. Der Aufruf von Paul lautet auch hier: Lasst uns zusammensetzen. Lösungen finden. Kunden besser stellen… Das Wort des Jahres ist schon lange nicht mehr Disruption, sondern Kooperation.

Und wenn wir schon beim Kunden sind: Welcome to the stage Innosabi. Eine Crowdsourcing-Plattform, die es schnell und einfach ermöglicht, Kundenmeinungen abzuholen. Produkte an die Vertriebsrampe schieben war gestern. Auch hier ist Kooperation das Zauberwort. Eine schöne neue Welt…

Und wer hier noch nicht genug hatte, der durfte Thomas Zwack lauschen. 17 Jahre als Berater aktiv, davon 10 Jahre selbstständig, verließ er die Welt, in der er anderen erzählt wie es besser geht, um es am Ende einfach selber besser zu machen. Raus kam eine Promotion zum Thema Peer2Peer-Versicherung. Diese zeigt Innovation auf einem neuen Level und beweist: echtes Peer2Peer funktioniert. Die Veränderung ist hier, es wird Zeit sich ihr zu öffnen. Mit neuen Playern. Mit dem Lab. Mit der Assekuranz…

Mitten im Industrieloft hatten dann auch die Vertreter der Assekuranz jeweils 5 Minuten Zeit, um sich zu präsentieren. Sicherlich war das für einige Repräsentanten eine ungewohnte Zeitvorgabe. Allerdings ließ sich keiner der Referenten dazu hinreißen, die an die Wand projiziert Zweitvorgabe zu überschreiten. Insgesamt entstand auf diese Weise eine dynamische Atmosphäre, in der schnell und auf den Punkt gebracht wurde, aus welchem Umfeld jedes einzelne Unternehmen kommt und wo es zukünftig hingeht. Damit war ein rasanter Auftakt für die beginnende Zusammenarbeit und offene Gespräche in allen denkbaren Konstellationen gegeben.

Nach all dem Input aus den drei entscheidenden Kooperationsecken – Wissenschaft, Start-Ups und Assekuranz – war es erstmals Zeit durchzuatmen. Zu verdauen. Zu verstehen. Und da dies mit leerem Magen nun mal äußerst schwierig ist, gab es Life Cooking, welches mit kreativen Burgerkreationen und innovativem Fingerfood aufwartete. Sterneköche in der Coworking Küche – Gegensätze wie sie schöner nicht seien können. Und passend zu einer Welt, in der scheinbar offensichtliche Kontraste oftmals die schönsten Symbiosen darstellen (können). Warum denke ich da gleich wieder an Unfallhilfe24…?

Work@Lab

Gestärkt, gesättigt und innovationsgeladen startete gegen 21.00 Uhr der Hauptteil des Abends. Der Innovationsworkshop. Prototyping mit Leim, Schere und Gummischnüren. Die Aufgabe so einfach wie elementar: Baut euch euer eigenes Lab! Zentrale Fragen die es in diesem Kontext zu beantworten gab: Was erwartet ihr an Ergebnissen? Wie soll die Zusammenarbeit aussehen? Wie ist eure Rolle im Prozess? Und um Atmosphäre und zukünftige Innovationsprozesse aufzuzeigen, musste jedes Team dies mittels handelsüblicher Bastelmaterialen umsetzen. 30 Minuten Zeit und ein halber Bastelladen zur Verfügung. Wer hier denkt, dass sich Vorstände und Führungskräfte nicht auf eine solche Aufgabe einlassen, der war ganz klar nicht vor Ort – denn die Ergebnisse waren bunt, innovativ und schonungslos. Die Präsentationen der einzelnen Gruppen führten zu viel Diskussion und Ideenfindung. Die zentralen Erfolgskriterien wurden mittels des Prototypings gefunden, die richtigen Fragen gestellt und die gemeinsame Stoßrichtung vorgegeben. Denn auch für das Lab gilt der Ansatz: Kooperation.

23.00 Uhr nahm ein ereignisreicher Abend dann sein verdientes Ende: ein entspannter Ausklang mit kühlem Bier und spannenden Gesprächen auf der Spinlab eigenen „Couchschaukel“  (ein Besuch im Spinlab lohnt alleine schon deshalb). Man spürte die erschöpfte aber hochzufriedene Stimmung aller Teilnehmer durch die Industriehallen schweben. Der erste, elementare Schritt war nun gemeinsam genommen…Man sagt, aller Anfang ist bekanntlich schwer? – Nicht an diesem Abend! An einem Strang ziehend mit viel Leidenschaft und ohne Kopfblockaden wurde der Stein ins Rollen gebracht. Ein Stein der jetzt nicht mehr aufzuhalten ist. 🙂

Interview mit virtualQ

Hallo Ulf, ihr möchtet mit virtualQ „das Warten in Warteschleifen“ abschaffen. Wie soll das funktionieren?
Jeder kennt das Problem in der Warteschleife zu hängen. Das lässt sich leider nicht vermeiden, da das Anrufvolumen für Call-Center zu einem gewissen Grad unvorhersehbar ist. Die Warteschleife ist jedoch für Unternehmen auch mit hohen Kosten und Umsatzverlusten verbunden. Mit unserer Lösung erfährt der Anrufer schon vorab, wenn es aktuell zu längeren Wartezeiten kommt, kann sich schon einmal virtuell „anstellen“ und ruft erst dann an, wenn er auch wirklich an der Reihe ist. Ein intelligenter Algorithmus stellt die „Nicht-Wartenden“ Anrufer dann entsprechend in das Call-Center durch.

Funktioniert das bei jedem Call-Center-Anbieter?
Unsere Lösung ist grundsätzlich mit jeder bestehenden Call-Center-Software kompatibel. Grundsätzlich ändert sich außer einer Schnittstelle zu unserer Lösung nichts an den Prozessen. Jedoch eignet sich die Lösung erst ab einer gewissen Mindestgröße des Call-Centers von sechs bis zwölf Agenten.

CallCentreCircle_Wien_Sprecher_Ulf_KhnapfelWie kamst du auf die Idee von virtualQ? Hast du selbst zu lange in Warteschleifen festgehangen?
Ja, die Idee entstand tatsächlich, weil ich persönlich in der Warteschleife meines Internetanbieters hing. Nach 40 Minuten wurde ich rausgeschmissen, musste noch mal anrufen und noch mal 30 Minuten warten. Da dachte ich, das muss doch besser gehen!
Auf der CallCenterWorld 2015 haben wir unser Produkt dann erstmalig vorgestellt und eine unglaublich positive Resonanz erfahren. Danach ging vieles sehr schnell. Wir haben einen der bekanntesten deutschen Investmentfonds für uns gewinnen können, konnten die ersten namhaften Kunden von unserer Lösung überzeugen und haben viele tolle Partnerunternehmen gewonnen, die uns ihren Kundenstamm vorstellen.

Seid ihr mit dieser Idee alleine am Markt?
Wir bieten eine einzigartige User-Experience, denn nur, wenn der Service vom Anrufer angenommen wird, lohnt es sich auch für das Unternehmen. Mit unserem Portfolio aus Call-in, Call-back und Kalenderfunktionen, die per Webseite, mobiler App und per Ansage in der Leitung verfügbar sind, sind wir am Markt einzigartig. Entwickler haben Zugriff auf unsere API und können so bei Bedarf virtualQ auch sehr einfach selbst in bestehende Systeme integrieren. Die Manager bekommen natürlich Auswertungen und Statistiken in unserem Dashboard.
SoFunktioniertVirtualQ
Kein Wunder also, dass virtualQ bereits national und international einiges an Aufmerksamkeit erregen sowie einige Preise abräumen konnte. Gibt es einen, der euch besonders viel bedeutet?
Eine besondere Auszeichnung stellt für uns die Teilnahme am German Accelerator dar. Dieser wählt die erfolgreichsten Deutschen Start-ups aus, um sie im Silicon Valley zu vernetzen. Zu den Mentoren gehören wirklich große Namen der Technolgiebranche. Das hilft uns natürlich unheimlich weiter.

virtualQ_auf_der_CallCenterWorld_in_BerlinArbeitet ihr bereits mit Versicherern zusammen und welche Vorteile können Versicherer aus der Zusammenarbeit mit euch ziehen?
Ja, wir arbeiten aktuell mit einer Versicherung zusammen und ab Juli höchstwahrscheinlich mit einer zweiten.Neben dem Warteservice für Versicherungskunden haben wir mittlerweile auch ein ganz spezielles Produkt für die Außendienstmitarbeiter von Versicherungen entwickelt, denn auch sie haben mit der Warteschleife zu kämpfen. Insbesondere sehr ärgerlich, wenn sie gerade eine Rückfrage in einem potenziellen Neukundengespräch haben. Dafür haben wir eine spezielle Applikation entwickelt, bei der sich der Außendienstmitarbeiter während des Kundengesprächs schon einmal ansehen kann, wie lang die Wartezeiten aktuell sind, sich ggf. vorab anstellen kann und dann von uns aufgerufen wird, wenn er an der Reihe ist. Für den eigentlichen Anruf haben die Außendienstmitarbeiter dann eine hohe Flexibilität. Wir generieren ein Zeitfenster, in dem sie sich melden können, sodass die Außendienstmitarbeiter erst das begonnene Gespräch mit dem potenziellen Neukunden zu Ende führen können. Bei dem danach folgenden Anruf kommen sie direkt dran. Gerade für diese Lösung haben wir sehr hohe Nutzungsraten. Täglich werden wir von 30 bis 50 Prozent der Außendienstmitarbeiter genutzt.Die Vorteile von virtualQ für Versicherer liegen in der Verbesserung der Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Lange Warteschleifen bedeuten Kundenverlust oder entgangene Verkaufschancen. Kunden sind einem Versicherer viel wert und jeder Kunde, der aufgrund der Warteschleife verloren geht, muss mit teurem Marketing wieder gewonnen werden. Wenn man diese Quoten auch nur minimal reduziert, ergibt sich ein erhebliches Potential.In Krisenzeiten oder wenn es zu Peaks kommt, haben die Mitarbeiter der Versicherungscallcenter oft auch mit erheblichem emotionalen Druck zu kämpfen, der natürlich abgemildert wird, wenn die Anrufer nicht schon zu Gesprächsbeginn aufgrund von langen Wartezeiten ungehalten sind. Dadurch verkürzt unsere Lösung auch die Gesprächszeiten. Zudem ist eine erhebliche Reduzierung von Personalkosten durch Peak-Glättungen realisierbar.

Glaubst du, dass im Kontext von Livechat und Roboberatern der klassische Telefonanruf an Bedeutung verlieren wird?
Das kann natürlich ein Thema sein. Chatting, Self Services – das Thema Service bewegt sich zwar immer mehr Richtung online, wird aber auch generell an sich immer wichtiger und anspruchsvoller. Entsprechend steigt die Zahl an Serviceanfragen. Online-Services können nicht alle Anfragen bearbeiten. Die richtig wichtigen Themen versuchen die Kunden immer noch im direkten Gespräch zu klären. Mit Warteschleifen kann man in diesem Moment dann viel kaputt machen.

Welche Pläne verfolgt ihr für die Zukunft?
Wir sind gerade dabei, den Launch eines Produktes zur Erweiterung unseres Portfolios im Sommer vorzubereiten. Das große Ziel, das Thema Warteschleife für die D/A/CH-Region abzuschaffen, verfolgen wir mit unserer gesamten Überzeugung. Langfristig arbeiten wir aber bereits an Themen, die ich jetzt allerdings ungern verraten würde… Aber es bleibt spannend! 🙂