Jetzt für das SpinLab Leipzig bewerben!

Das SpinLab, Accelerator Programm der Handelshochschule Leipzig (HHL), wählt wieder Start-ups für seine nächste Nachwuchsklasse aus. Seit 2014 wurden bereits über 40 Start-ups sowohl finanziell auch als mit einem internationalen Netzwerk und intensiven Coaching unterstützt. Nun werden erneut innovative Teams gesucht, die für sechs Monate Teil des SpinLab werden und die Leipziger Baumwollspinnerei ihr neues ‚Zuhause‘ nennen möchten.

Die Bewerbungsfrist endet am 27. November 2018

Gesucht? Zu den Auswahlkriterien zählen eine herausragende, skalierbare Geschäftsidee, Gründerteams von zwei bis vier Personen voller Energie und Leidenschaft für das Gründen und ihre Idee sowie das Engagement für Technologie. Gefunden! Die Mitglieder des SpinLab erwartet ein Mentorenprogramm, zahlreiche Kontakte zu Investoren, etablierten Unternehmen und anderen Gründern und einen Platz im modernen Co-Working-Büro. Und falls das noch nicht überzeugend genug ist –  2018 wurde das SpinLab sogar unter die Top 3 der besten Start-up Acceleratoren in Deutschland gewählt.

 

Unterstützt wird das SpinLab – The HHL Accelerator durch Beiträge von Investoren und etablierten Unternehmen wie Leipziger Gruppe, unserem Partner Insurance Innovation Lab, AOK Plus, Verbundnetz Gas AG, con | energy, envia M, Arvato Bertelsmann, EEX, Porsche, Postbank, Sächsisches Sozialministerium, CMS Hasche Sigle, DELL, Deutsche Bank, DZ BANK, Grazia Equity, Heinz DÜRR Invest, KPMG, Madsack Mediengruppe, MBG Sachsen, uniVersa, Quarton International, Stadt Leipzig, Taskforce, Technologiegründerfonds Sachsen. Alle Details zum Programm und zum Bewerbungsprozess findet ihr auf der Website www.spinlab.co/apply-now 

 

Bilder: SpinLab / Tom Werner & Bertram Schultze

Der Rockstar 2018 im Interview

“Der Preis bedeutet mir enorm viel, es ist ein sehr wichtiges Feedback für uns und es ist super geil, dass es aus der Versicherungsbranche kommt.”
Nect ist der stolze Gewinner des Rockstar Awards, der vor einem Monat bei dem Partnerkongress der Versicherungsforen Leipzig zum zweiten Mal vergeben wurde. In einem dreiminütigen Pitch setzte sich Nect gegen zehn Konkurrenten durch und holte sich den Rockstar Award 2018. Das Geschäftsmodell von Nect, eine Lösung zur einfachen und intuitiven Identitätsprüfung, überzeugte sowohl Jury als auch Publikum.

Benny Bennet Jürgens, Founder und CEO von Nect, spricht im Interview darüber was es ihm bedeutet, den Rockstar Award 2018 gewonnen zu haben, was in nächster Zeit geplant ist und welche innovativen Köpfe hinter dem Start-up stecken.

Film ab für Glücksmomente!

Habt ihr auch das Zeug zum Rockstar?
Am 26./27. März 2019 wird der dritte Claims Rockstar Award vergeben. Weitere Infos gibt es hier.

Bild: Unsplash / Japheth Mast 

Green Insurance-Investitionen in die Zukunft

Ob am Strand von Bali oder in unseren heimischen Wäldern: stets werden wir mit denselben schrecklichen Bildern konfrontiert, verursacht durch einen gesellschaftlichen Lebensstil der unser gesamtes Ökosystem negativ beeinflusst. Plastikübersäte Strände, aussterbende Tierrassen und durch giftige Abwasser verseuchte Flüsse. Die ersten Effekte des Klimawandels sind immer deutlicher zu spüren und das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Deswegen liegt es nahe, dass sich nun auch die Versicherungsbranche mit dem Thema Corporate Social Responsibility beschäftigen muss. Kommen Versicherungen ihrer sozialen, ökologischen und ökonomischen Verantwortung nach?

Die Versicherungsbranche als Nachzügler

Die vom AMC 2014 in Auftrag gegebene Studie „Nachhaltigkeit in der Assekuranz“ zeichnete ein Bild der Versicherungsbranche, in der das Thema Nachhaltigkeit bislang noch an letzter Stelle stand. Als nachhaltig wurden langfristige Absicherungen verkauft und grün versichert galt aus Kundenperspektive als „greenwashing“. Mit Einführung der CSR-Berichtspflicht im März 2017 durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung, wurden ab diesem Jahr Unternehmen dazu verpflichtet für mehr Transparenz in Themenbereichen wie Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen sowie Menschenrechte zu sorgen und entsprechende Maßnahmen einzuführen. Betroffen sind kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie Versicherungen mit mehr als 500 Mitarbeitern deren Bilanzsumme durchschnittlich entweder mehr als 20 Millionen Euro beträgt oder deren Umsatzerlöse sich auf mehr als 40 Millionen Euro innerhalb eines Geschäftsjahres belaufen.

Was macht eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie aus?

Ein entscheidender Punkt für eine konsistente Nachhaltigkeitsstrategie ist das von Versicherungen verwaltete Kapital, durch welches ein nachhaltiger Lebensstil gefördert oder blockiert werden kann. Es macht einen Unterschied, ob Kapitalströme in Kohle-, Atomkraft und Rüstung fließen oder von Versicherungen in erneuerbare Energien und gesellschaftlich nachhaltige Projekte investiert werden.
Auch Unternehmenskultur und Geschäftsbetrieb tragen einen entscheidenden Teil zu einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie bei. Ein energieeffizientes Gebäude als Firmensitz, die aktive Förderung der ÖPNV-Nutzung, Familienfreundlichkeit oder recycelte Arbeitsmaterialen sowie ein optimiertes Abfallmanagement stellen Wege in eine nachhaltigere Unternehmensführung dar. Zudem werden solche Leitlinien bei grünen Versicherungen transparent definiert und kommuniziert.
Wer als Versicherung eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt, bietet außerdem ein erweitertes Leistungskonzept an. Nicht nur die ökologische, sondern auch die soziale Nachhaltigkeit wird bei einer solch erweiterten Produktpalette angesprochen. So unterstützen einige Krankenkassen beispielsweise alternative und naturheilkundliche Behandlungsmethoden und investieren in Vorsorgebehandlungen anstatt den Schadensfall abzuwarten. Zudem wird ein nachhaltiger Lebensstil der Versicherungsnehmer bei der Versicherung anerkannt und bei der Tarifierung entsprechend berücksichtigt. Auch im Schadenfall gibt es Ansätze, um eine nachhaltige Unternehmensführung zu etablieren. Beispielsweise kann die Versicherung aktiv die Anschaffung nachhaltiger Ersatzprodukte unterstützen. Einige große Versicherer wie Barmenia, ERGO und Generali haben mittlerweile Ansätze für eine nachhaltige Unternehmensführung integriert.
Einen weiteren Ansatz für mehr Nachhaltigkeit bei Versicherungen bieten Kooperationspartner. So kooperiert Carglass mit nahezu allen Versicherungen in Deutschland und ist für die Repair-First-Strategie bekannt. Reparieren statt wegwerfen und neukaufen, um Material zu sparen und Ressourcen zu schonen. Zudem entfällt für den Versicherungsnehmer im Schadenfall die Selbstbeteiligung.

Grüne Startups

Doch welche Versicherungen und Versicherungsvermittler mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit sind ganz neu auf dem Markt? Das Startup ver.de aus München plant das erste Unternehmen der Versicherungsbranche zu werden, das das Geschäftsmodell Versicherung mit dem Ziel maximaler ökosozialer Wirkung umgestaltet. Wichtigstes Standbein dafür sollen Kapitalanlagen sein, welche in Erneuerbare Energien, Bio-Landwirtschaft und soziale Innovationen investiert werden. Mit dem geplanten öko-fair Upgrade unterstützt ver.de bewusst lebende Versicherungsnehmer. Haben Kunden im Schadensfall einen Ersatzanspruch, so werden die Kosten für ein öko-fair Produkt von ver.de übernommen.
Als Versicherungsmakler hat grün versichert die Vision, Kapitalströme aus schädlichen in ökologische, nachhaltige Industriezweige umzuleiten und arbeitet überwiegend papierlos. In Bereichen in denen noch kein papierloses Arbeiten möglich ist, wird Recyclingpapier genutzt. Das Geschäftskonto wird bei der EthikBank gehalten. Zudem läuft der Betrieb mit Ökostrom, auch die Server der Webseite. Das Deutsche Institut für Nachhaltigkeit und Ökonomie hat das Start-up als ersten Versicherungsmakler für gesicherte Nachhaltigkeit zertifiziert. Auch die Gewinnverwendung des Start-ups zeigt eine ganz andere Perspektive auf: Insgesamt 75 % des Gewinns werden nachhaltig verwendet, wobei 40 % des Gewinns für nachhaltige, soziale und ökologische Projekte gespendet und 35 % in nachhaltige und ökologische Start-ups und Unternehmen investiert werden.
Auch das 2010 gegründete Startup FIBUR arbeitet zu 100 % digital und setzt den Schwerpunkt auf Kapital. FIBUR hat sich auf die staatlich geförderte private Altersvorsorge und auf Berufsunfähigkeitsversicherungen spezialisiert und vermittelt Versicherungen, welche Gelder nachhaltig anlegen. Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells steht die Aufklärung und Beratung der Kunden. Gemeinsam mit etablierten Versicherungen sollen außerdem neue grüne Produkte entstehen.
Das Startup Greensurance hat in seinen Produkttarifen eine nachhaltige Komponente für Sachversicherungen integriert, die sich im Schaden- und Leistungsfall auswirkt. Ökologisch handelnde Kunden zahlen von vornherein weniger. Das Startup kann versicherungsmathematisch nachweisen, dass Menschen mit nachhaltigem Lebensstil ein geringeres Risiko für den Versicherer darstellen. Das geringere Risiko wird mit niedrigeren Prämien belohnt. Um Versicherte korrekt einzustufen und deren Lebensweise zu bewerten, hat Greensurance ein Ökopunktesystem entwickelt. lm Kfz-Bereich bietet Greensurance beispielsweise Rabatte für Wenigfahrer mit langjähriger Fahrpraxis an. Auch Autofahrer die ein Auto mit niedrigen Emissionen besitzen oder den jährlichen CO2-Ausstoß durch Kompensation klimafreundlich gestalten, erhalten Ökopunkte. Zudem investiert auch Greensurance von jedem Vertrag einen festen Anteil in Umwelt- und Klimaprojekte.

Nachhaltigkeit und Versicherungen lassen sich gut miteinander verknüpfen und bieten Möglichkeiten für eine innovative sowie alternative erweiterte Produktpalette auf dem Versicherungsmarkt. Startups wie FIBUR, Greensurance und grün versichert machen es vor und fördern gleichzeitig einen nachhaltigeren Lebensstil der Versicherten. Wir sind gespannt welche innovativen, grünen Alternativen wir in Zukunft noch entdecken werden.

Award-Rückblick

Der Spätsommer und damit auch der Partnerkongress ist inzwischen schon eine ganze Weile her und wir finden uns inzwischen schon fast im Winter wieder. Umso schöner ist es, das Event noch einmal Revue passieren zu lassen und was wäre da passender als ein Video-Rückblick?

Übrigens: die nächste Chance einen Award zu ergattern ist gar nicht mehr lang hin! Schon im April 2018 besteht die nächste Chance auf einen Pitch vor großem Publikum. Weitere Informationen werden bald hier auf dem Blog folgen.

 

Der Rockstar im Interview

Der Partnerkongress 2017 liegt nun schon ein paar Wochen zurück und damit auch der Abend der Award-Vergabe. Wer sich noch einmal daran erinnern möchte, darf dieses Video nicht verpassen. Dr. Paul Brandenburg, Gründer von DiPat, nimmt glücklich den Award entgegen und ist sichtlich stolz auf den Erfolg. Er konnte die Jury und die Besucher von seiner Idee der Patientenverfügung überzeugen und wurde somit zum Rockstar 2017 gekürt.

Denkst du, dass deine Idee auch die Chance hat, den Rockstar-Award zu ergattern? Dann bewirb dich schon jetzt für den Pitch-Wettbewerb 2018.
Alle notwendigen Informationen findest du hier.

Lust auf Lab in Leipzig?

Das SpinLab – The HHL Accelerator (www.spinlab.co) ist auf der Suche nach innovativen Gründern im Bereich InsurTech – gern auch für gemeinsame Pilotprojekte. Mehrere Klassen mit insgesamt 30 Startups konnten das sechsmonatige SpinLab-Programm bisher durchlaufen und insgesamt über 17,3 Mio. Euro sowie 30 Preise einsammeln. Neben einem intensiven Beratungsangebot profitieren die Gründer von zahlreichen Kontakten zu Investoren, etablierten Unternehmen und anderen Gründern.

Sie können auf dem Kreativgelände der Leipziger Baumwollspinnerei ein modern ausgestattetes Co-Working-Büro nutzen und erhalten Zugang zu verschiedenen Technologien von Partnern. Auch nach dem eigentlichen Programm sind die ausgewählten Startups Teil des Recruiting-Netzwerkes, können über ein internationales Austauschprogramm die Expansion planen und erhalten die Möglichkeit, neben dem SpinLab Büroräume anzumieten. Jedes Gründerteam erhält zudem bis zu 10.000,00 Euro. Die Teams können mit der Aufnahme in das sechsmonatige Gründerprogramm alle Angebote kostenfrei und ohne Beteiligung nutzen.SpinLab_Logo_big

Bis 17.10. 2017 können sich interessierte Startups unter www.spinlab.co bewerben. Gemeinsam mit renommierten Branchengrößen liegen die Schwerpunkte diesmal auf Energie (Partner VNG Gruppe), Smart City (Leipziger Gruppe), eHealth (AOK PLUS), InsurTech (Insurance Innovation Lab) sowie darin anwendbaren Querschnittstechnologien.
Interessierte erhalten alle Details zum Programm und zum Bewerbungsprozess auf der Website www.spinlab.co/apply-now

Nach dem Award ist vor dem Award!

 

Der Partnerkongress der Versicherungsforen liegt hinter uns. Vergangenen Donnerstag wurde mit rund 300 Teilnehmern über Trends, Probleme und die Zukunft diskutiert. Die Tage standen wieder ganz im Zeichen des Netzwerkens. Wer es tagsüber nicht geschafft hatte, sich mit den Kollegen auszutauschen,  hatte bei der Abendveranstaltung in der Moritzbastei noch einmal Gelegenheit dazu. Auch fachlich hatte der Partnerkongress wieder einiges zu bieten, denn der Tag war vollgepackt mit spannenden Beiträgen und Spitzenreferenten. Unter anderem hat eine Reihe von Start-ups, die überwiegend Teil unseres NPN-Netzwerkes sind, um den Rockstar Award 2017 gepicht! Worum es dabei ging, erfahrt ihr im folgenden Veranstaltungsrückblick.

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Partnerkongress 2017

Der erste Beitrag des Tages kam von John-Paul Pieper, CEO  der nexible GmbH.

In seinem Beitrag „Ohne Revolution geht es nicht: nexible – die Digitalmarke der ERGO“ sprach er über agiles Arbeiten. Dabei lernte man nicht nur etwas über Kampfstrategien der Römer und Mongolen, sondern bekam auch einen ersten Eindruck von der Arbeitsweise des ERGO-Spin-offs. Nexible setzt auf agile Teams, die Entscheidungen selber treffen und umsetzen. Ziel soll es sein, mit der Kundenrealität Schritt zu halten und die Komplexität traditioneller Versicherer aufzulösen.

Die zweite Keynote hielt Dr. Johannes Dick, Leiter Konzernentwicklung bei der AXA Konzern AG. Mit dem Innovation Campus sorgte die AXA für reichlich Schlagzeilen. In seinem Vortrag brachte Dr. Dick den Teilnehmern die Idee hinter dem Campus näher. Ganz nach dem Motto „Man muss das Rad nicht neu erfinden“ setzt die Axa auf Kooperationen mit jungen Start-ups, um neben strategischen Vorteilen in der Assekuranz auch neue Kunden-Touchpoints zu generieren. Seit 2015 hat das Unternehmen bereits über 1000 Start-ups unter die Lupe genommen. Nur ein Bruchteil der gescorten Unternehmen hat es in die Kooperation mit dem Konzern geschafft. Einige der Kooperationen führte Dr. Dick beispielhaft in seinem Vortrag an.

 

Auch die dritte Keynote stand im Zeichen der Innovation: Dr. Hagen Habicht (Digital Impact Labs Leipzig) und Rainer Huber (Auxilia Rechtsschutz-Versicherung) arbeiten gemeinsam mit sechs weiteren Versicherern im Insurance Innovation Lab an Innovationen für die Branche. Unter dem Titel „Innovieren mit Wettbewerbern: Ist das smart oder naiv?“, klärten sie die Frage, ob gemeinsames Innovieren mit dem Wettbewerber funktionieren kann. Beide beantworteten diese Frage mit einem „ja“, denn bei der gemeinsamen Arbeit gehe es nicht darum, konkrete Produkte zu entwickeln, sondern vielmehr darum, ein Verständnis dafür zu schaffen, wie die Branche sich zukunftsfähig ausrichten kann, und Lösungswege für übergreifende Probleme aufzuzeigen.
Zwischen den Keynotes fanden über den Dächern Leipzigs drei parallele Themenwelten sowie die Speakers‘ Corner statt. Themenschwerpunkte waren hier „Sharing Economy“, „Cyber Risk und Cyber Security“ sowie „Artificial Intelligence“. Neben FinTechs wie Scalable und Bitbond gab es u. a. Vorträge von etablierten Playern wie Hiscox, der Ergo Group und E.ON SE.
Den fachlichen Abschluss machte, wie bereits im letzten Jahr, die Podiumsdiskussion zum Thema „Next Monday morning: die Arbeitswelt und der Vertrieb der Zukunft“. Sybille Arnegger (Deutsche Bank), Martin Fleischer (Bavaria Direkt), Dr. Erritt Schossberger (Unternehmen mit Zukunft) und Bastian Unterberg (jovoto) diskutierten moderiert von Versicherungsforen-Geschäftsführer Jens Ringel, wie sich die Arbeitswelt in Anbetracht der demografischen und technologischen Entwicklungen wandeln wird. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere der technologische Fortschritt die Arbeitswelt dahingehend verändern wird, dass standardisierte Prozesse automatisiert werden und dem Mitarbeiter unterstützend zur Seite stehen. Kreative Berufe lassen sich nicht automatisieren, gab Bastian Unterberg hierbei zu bedenken. Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass in vielen Unternehmen ein Kulturwandel notwendig ist, um die erforderlichen Innovationen ins Unternehmen zu tragen.

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Start-up Pitch des Siegers DiPat

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Start-up Pitch des Teilnehmers Advocado

 

 

 

 

 

 

 

Besonders gut kam bei den Teilnehmern der in diesem Jahr erstmalig ausgerufene Rockstar Award an. Elf Insur-, Health- und LegalTechs pitchten vor dem Publikum und einer Fachjury um den Sieg des Awards. Am Ende konnte es nur einer werden und das Publikum stimmte mit überragender Mehrheit für DIPAT Die Patientenverfügung. Gründer und Geschäftsführer Dr. Paul Brandenburg, der selbst als Notfallmediziner arbeitet, konnte sein Produkt in einem stimmigen Pitch verpacken und das Auditorium davon überzeugen, dass die herkömmliche Patientenverfügung nicht ausreicht und sein Angebot ein echtes Problem löst. Auf den vorderen Plätzen tummelten sich zudem die InsurTechs Kasko, hepster und Penseo. Verliehen wurde der Award auf der Abendveranstaltung des Partnerkongresses in der Moritzbastei.

Siegerehrung

Siegerehrung des Rockstar Award in der Moritzbastei

Das Fazit: Auch in diesem Jahr war der Partnerkongress wieder eine sehr spannende Veranstaltung, die viel Raum zum Netzwerken bot. Der Start-up Award kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Der Rockstar Award wird also mit Sicherheit auch 2018 wieder verliehen werden. Wenn ihr Interesse habt, teilzunehmen, um den Award im nächsten Jahr abzuräumen, meldet euch gern schon jetzt unter marianne@newplayersnetwork.jetzt an!

Chatbots – die besseren Kundenberater?

Kommunikation ist die zentrale Grundlage für das Funktionieren und Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Das Wort Kommunikation leitet sich aus dem lateinischen Wort “communicatio” ab, was so viel wie „Mitteilung“ heißt und den Austausch von Informationen meint. Jede Kommunikation findet in einer Interaktion statt und in jeder Situation gelten zudem eigene Regeln: So wird in einer Teambesprechung anders kommuniziert als in einem Kundengespräch. Nicht zuletzt trägt die richtige Kommunikation im Umgang mit Kunden und Partnern einen wesentlichen Teil zum geschäftlichen Erfolg bei. Kunden erwarten heutzutage eine nahtlose Interaktion mit Versicherern – unabhängig vom Kommunikationskanal. Telefon, E-Mail, Social Media – Versicherungsnehmer möchten mit wenig Aufwand jederzeit Informationen einholen können und erwarten schnelle Antworten auf ihre Fragen und Wünsche.

24/7 Erreichbarkeit, Kosteneffizienz und Cross-Selling-Potenzial

Um diesem hohen Servicelevel gerecht zu werden, setzen Versicherungsdienstleister auf Künstliche Intelligenz (KI). Diese zeichnet sich mittlerweile durch neue Fähigkeiten wie Spracherkennung, natürliche Sprachverarbeitung, tiefes Lernen und Mustererkennung aus. KI wird in der Gesprächsführung und damit im Kundenservice zu einer unverzichtbaren Technologie. Chatbots sind in der Lage, die menschliche Kommunikation zu simulieren und zu automatisieren. Durch den Einsatz von Natural Language Processing können sie beispielsweise textlich unstrukturierte Informationen verstehen und in natürlicher Sprache antworten. Chatbots können die Anzahl positiver Kundenkontakte erhöhen und garantieren zudem eine ständige Erreichbarkeit, Lösungen in Echtzeit sowie eine natürliche und einfache Kommunikation mit dem Kunden. Oft verursachen kleine Anliegen wie Adressänderungen hohe Servicekosten. Durch den Einsatz von Bots können die Kosten um rund 80 bis 90 Prozent gesenkt und der anspruchsvolle Servicelevel sogar kosteneffizient realisiert werden. Vor allem im Kundenservice von Unternehmen helfen Chatbots dabei, die Prozesse zu automatisieren und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Im Kundendialog erarbeiten sich Chatbots mittlerweile Nutzerprofile, um Antworten zu personalisieren. Immer mehr Anfragen können so bereits abschließend bearbeitet werden. Sollte die Anfrage jedoch nicht mehr mit ausreichender Sicherheit richtig beantwortet werden können, wird der Sachverhalt an einen Mitarbeiter abgegeben und die Gesprächsführung durch einen Menschen fortgeführt. Mittlerweile sind auch komplexere Vorgänge möglich. So folgt in der Versicherungswirtschaft der Änderung von Adressdaten nicht mehr nur die anschließende Anpassung des Versicherungsschutzes, sondern zum Beispiel auch die Vermittlung von Zusatzversicherungen und Vertragsänderungen. Dieses Cross-Selling-Potenzial führt neben der Kostenreduktion auch zu einer Umsatzsteigerung.

Die Grenzen der Bots

Viele Anbieter von Chatbots arbeiten noch auf der Basis von regelbasierten Entscheidungsbäumen. Dank maschinellem Lernen (Deep Learning Modellen) werden Antworten immer besser und es wird für den Nutzer zunehmend schwieriger zu erkennen, ob es sich beim Kommunikationspartner um einen Menschen oder eine Maschine handelt. Der erstmals im Jahr 1950 eingesetzte Turing-Test prüft, inwieweit eine Maschine die kognitive Leistung eines Menschen besitzt. Für den Test chattet eine Versuchsperson mit einem Menschen und einem Computer. Dann muss entschieden werden, welcher Gesprächspartner Mensch und welcher Maschine ist. Der Test gilt als bestanden, wenn mindestens 30 Prozent der Versuchspersonen den Chatbot für einen Menschen halten. Doch wie reagieren Kunden auf einen Bot? Die Akzeptanz der Interaktion mit einem Chatbot wird als sehr hoch eingestuft. Allerdings entsteht an dieser Stelle ein anderes Problem: Sobald User wissen, dass sie mit einem Roboter chatten, werden skurrile Fragen gestellt, um den Bot zu testen und an seine Grenzen zu bringen, da dieser für spezifische Anfragen konfiguriert ist. Eine weitere Herausforderung besteht im Umgang mit Schreibfehlern und Slang sowie dem Datenschutz. Da Chatbots von den Nutzereingaben lernen, um so personalisierte Antworten zu generieren, werden je nach Chatbot auch Nutzerdaten gesammelt und ausgewertet, die der Nutzer nicht eingegeben hat. Geschieht das Profiling ohne Einwilligung, ist das in Bezug auf den Datenschutz kritisch zu bewerten.

Chatbots in der InsurTech-Szene

Nutzer verbringen immer mehr Zeit in Messaging-Apps und immer weniger Zeit auf Websites. Das bietet großes Potential für Chatbots. Insurista hat dies erkannt und bietet seit 2016 Versicherungs- und Bankunternehmen eine Kommunikationsplattform an, die KI-basierte Chatbots nutzt und via Facebook-Messenger den User berät. Neben Insurista, arbeitet auch das Berliner Start-up Rasa am Einsatz Künstlicher Intelligenz und somit an der nächsten Chatbot-Generation. Rasa steht dabei im engen Austausch mit Unternehmen wie ERGO und Helvetia. „Carla“, der Chatbot des Start-up Kauz, ist als „Enterprise Bot“ vollständig angepasst an die Produkte, Services und Sprache des Unternehmens, dass sie vertreten. Der Chatbot von Kauz arbeitet im Gegensatz zu anderen Chatbots nicht mit Machine Learning, sondern mit Natural Language Understanding (NLU). Dadurch wird das beste Sprachverständnis garantiert sowie eine modulare Architektur, die eine schnelle Konfiguration und skalierbare Entwicklung ermöglicht. Mit NLU besitzt das System die Fähigkeit, unbekannte Worte und fehlende Informationen zu analysieren. Anschließend werden diese korrigiert und nachgeliefert. Kauz` Chatbots formen somit ein Abbild des Gesagten. Sie kennen zehntausende Bedeutungen und lösen sprachliche Mehrdeutigkeiten auf. Carlas Wissen ist modular aufgeteilt in Sprachwissen, Weltwissen und situative Kommunikationsfähigkeiten. Diese Module werden laufend erweitert. Das Wissen über die Produkte und Leistungen von Unternehmen sowie deren spezielle Terminologie kommt dann konfigurierbar hinzu.

Emotionalisierung der Chatbots

Derzeit eignen sich Chatbots vor allem zur schnellen Klärung von einfachen Sachverhalten. Besonders erfolgsversprechend ist der Einsatz von KI, wenn es gelingt, die Sprache der Bots weiter zu emotionalisieren und ihnen gleichzeitig beizubringen, Kundenbeziehungen aufzubauen. Bots sollen auf Emotionen wie Aufregung, gute und schlechte Laune reagieren können, sei es anhand der Stimme oder des Schreibstils. Das Wichtigste bezüglich der Weiterentwicklung der Technologie wird sein, ein skalierbares und flexibles Dialog-Management aufzubauen, welches nicht mehr auf Regeln basiert. Dabei kommt der Verwendung von natürlicher Sprachverarbeitung und kontextbezogener Intelligenz eine hohe Bedeutung zu. KI wird die Zukunft der Kundeninteraktionen bestimmen und das gesamte digitale Kundenerlebnis neu definieren.

Die wirtschaftliche Revolution nach der technischen: Blockchain als Geschäftsmodell für Versicherer

Nachdem in der Vergangenheit das Thema Blockchain vorrangig nur mit Zahlungsverkehr und Bankgeschäften verknüpft wurde, sind nun zunehmend auch Versicherungslösungen im Fokus der Unternehmen und Investoren. Die Anwendungsgebiete der Blockchain und die daraus resultierenden Geschäftsmodelle für Start-ups und etablierte Unternehmen sind vielfältig. Für InsurTechs bietet vor allem die wohl bekannteste und zukunftsträchtigste Applikation der Blockchain hohes Potenzial: „Smart Contracts“. Bei einem Smart Contract werden sowohl Vertrag und Vertragsinhalte wie auch die Beziehungen der Vertragsparteien digitalisiert. Basierend auf der Blockchain-Technologie zeichnet sich ein Smart Contract durch direkte Kommunikation mit dem Objekt aus. Intermediäre werden dabei überflüssig. Auf der Funktionsweise von Smart Contracts könnten auch Versicherungen basieren: Versicherung und Versicherungsnehmer einigen sich auf ein Regelwerk, welches die Blockchain autark und wertneutral umsetzt. So können Tarife entwickelt werden, die auf das Verhalten des Kunden zugeschnitten sind. Die Blockchain-Technologie würde beispielsweise eine Analyse des Fahrverhaltens ermöglichen und automatisch Beiträge anpassen. Vorausschauende Fahrer würden belohnt, risikobereite Fahrer hingegen zahlen mehr. Durch den Einsatz von Smart Contracts wird das operationelle Risiko der Vertragsparteien reduziert und der Ablauf erfolgt vollständig automatisiert. Nützlich sind sie vor allem auch deshalb, da sie Parteien in Verträgen integrieren die sich nicht vollständig vertrauen und damit das Problem der asymmetrischen Informationsverteilung reduzieren.

Globale Blockchain-Dynamik in der Versicherungsbranche

Internationale Beispiele verweisen auf die globale Bedeutung von Smart Contracts im Versicherungsbereich. Bei der Londoner InsurETH können Reisende, auf Basis einer Smart Contract Applikation von Ethereum, Flüge absichern. Mit Hilfe von verifizierten Flugdaten wird geprüft, ob ein Versicherungsfall eingetreten ist. Entsteht ein Entschädigungsanspruch, weil ein Flug ausgefallen ist, kann die Leistung aufgrund der verifizierten Flugdaten in der Blockchain innerhalb von wenigen Sekunden freigegeben werden. Die Technologie vereinfacht und beschleunigt damit auch die Preisgestaltung und die Auszahlung von Ansprüchen. Auf der gleichen Grundlage bietet Dynamis Peer-to-Peer Versicherungen an. Seit 2015 arbeitet auch Versicherix daran, den bereits dezentralen Peer-to-Peer Ansatz mit Hilfe der Blockchain-Technologie gänzlich dezentral und unabhängig von Intermediären zu gestalten. Die Produktpalette des Schweizer Start-ups enthält sowohl standardisierte Versicherungsmöglichkeiten als auch individuell durch die Nutzer kreierte Produkte. Andere Start-ups wie Utocat aus Frankreich fokussieren sich auf Blockchain-Schnittstellen für Banken und Versicherer. Ein weiteres Start-ups, das Berliner FinTech Bitbond, optimiert mit Blockchain Peer-to-Peer Lending. Grenzüberschreitende Zahlungstransaktionen, die sich durch kostenintensive und langwierige Prozesse auszeichnen, sollen auf Basis von Bitcoins optimiert werden. Ziel von Bitbond ist es, kleine Unternehmen in über 120 Ländern mit Bitcoin-Investoren zu verbinden. Kreditsuchende erhalten so eine einfache Gelegenheit, an Geldmittel zu gelangen und den Investoren winken lukrative Zinssätze. Dank der Blockchain erfolgen die Zahlungsströme fast in Echtzeit und ohne hohe Bankgebühren für Auslandsüberweisungen. Technologie und Zahlungsnetzwerk basieren ausschließlich auf Bitcoins.
Etherisc wurde im Rahmen der „Blockshow Europe 2017“ mit dem Oscar „Most Innovative Blockchain Startup“ ausgezeichnet. Das Münchner InsurTech arbeitet an einer dezentralen Anwendung für Sozialversicherungen, welche auf der Ethereum Blockchain implementiert wurde. Das Modell unterstützt Betroffene bei schweren Lebensereignissen wie Tod oder Erkrankungen mit einer ersten Notfall-Zahlung. Via Smart Contract will Etherisc außerdem Flugverspätungen und Ernteausfälle versichern.

Auch Betrugsfälle lassen sich durch die Blockchain-Technologie eindämmen. Über die Nutzung von Blockchain könnten Versicherer beispielsweise die Echtheit von Waren und Dokumenten ermitteln oder eine Historie von betrügerischen Handlungen einer Person erstellen. Everledger beschäftigt sich mit Betrugs- und Diebstahlproblemen der Diamantenindustrie und nutzt Blockchain, um Objekte kontinuierlich zu verfolgen. Das Unternehmen stellt ein unveränderbares Hauptbuch für Diamantbesitz und verwandte Transaktionsverlaufsüberprüfung für Versicherer bereit. Aufgrund einer integrierten Anwendungsprogrammierschnittstelle kann jeder aktuelle Daten über den Status eines Steins aufrufen und bereitstellen, einschließlich Polizeiberichten und Versicherungsansprüchen.
Eine weitere Chance, Betrugsfälle zu minimieren, findet sich im Gesundheitswesen. Sogenannte „Luftrezepte“ stellen ein großes Problem für Krankenkassen dar. Dabei handelt es sich um Rezepte, die von Apotheken abgerechnet, die verschriebenen Arzneimittel allerdings nie verkauft wurden. Lösung könnte eine Blockchain sein, die jedes Arzneimittel eindeutig kennzeichnet, beispielsweise über einen QR-Code.

Die Blockchain-Adaptionskurve

Auch langjährige Marktakteure haben die Bedeutung und Tragweite von Blockchain-Technologien längst erkannt und setzten auf den Ausbau eigener Fähigkeiten. So arbeitet die Allianz France seit Dezember 2015 mit Everledger im Rahmen des Accelerator-Programms Accélérateur Allianz zusammen. Ziel ist es, die Blockchain-Technologie zu erforschen. Anfang 2016 startete die Allianz Risk Transfer ein Pilotprojekt für eine Smart-Contract-Lösung zur Automatisierung von Swap-Transaktionen bei Katastrophenszenarien. Damit ist die Allianz einerseits in der Lage, Schäden schneller zu prüfen und abzuwickeln und kann so in Notfällen besser agieren. Andererseits erleichtert und beschleunigt die Technologie die Absicherung von Katastrophenereignissen.
Die aufgeführten Use-Cases zeigen, dass es bereits eine Reihe von Unternehmen schafft, mit Blockchain Kosteneffizienz, operative Leistung und Kundebindung zu verbessern. Inwieweit sich in naher Zukunft die technologischen Anforderungen umsetzen lassen, ist die eine Frage. Welche Voraussetzungen noch erfüllt werden müssen, damit aus einer Technologie wie Blockchain ein gesellschaftlich akzeptierter Standard wird, ist eine andere.

Der Blockchain-Nebel lichtet sich!

Die Blockchain-Technologie gilt als einer der wichtigsten Megatrends im 21.Jahrhundert und wird laut dem World Economic Forum (WEF) die Welt nachhaltig verändern. Neun Großbanken planen den gemeinsamen Einsatz von Blockchain und bedeutende Unternehmen wie IBM, Samsung und Microsoft investieren bereits hohe Summen. Bisher war die neuartige Technologie vor allem durch die Kryptowährung Bitcoin bekannt und wurde vermehrt im Finanzsektor eingesetzt. Doch mittlerweile ist man sich einig: Blockchain wird darüber hinaus viele weitere Bereiche verändern – so auch die Versicherungsbranche.

Doch was steckt eigentlich genau hinter dem Begriff „Blockchain“?

Blockchain ist im Grunde ein dezentrales Protokoll für Transaktionen zwischen Parteien, das jede Veränderung transparent erfasst. Die Technologie sorgt dafür, dass Macht und Kontrolle von zentralen Autoritäten auf die Massen der Anwender und Netzwerke übertragen werden. Eine Datenbank liegt nicht mehr nur auf einem Server, sondern ist über viele Computer verteilt. Blockchain ermöglicht damit ein neutrales System der Informationsverarbeitung. Innerhalb der Blockchain kann eine Information jederzeit nachvollzogen werden, auch für neue Teilnehmer. Da Transaktionen direkt zwischen den Teilnehmern ablaufen, sind Intermediäre nicht mehr notwendig. Durch den Einsatz von Blockchain wird somit das operationelle Risiko der Vertragsparteien enorm reduziert In gewisser Weise löst die Blockchain-Technologie damit das Problem der asymmetrischen Informationsverteilung: Die Blockchain sorgt für die Richtigkeit und nicht Fälschbarkeit von Informationen. Institutionen wie Notare werden damit überflüssig, die vorher Substitut für fehlendes Vertrauen zwischen Vertragsparteien waren. Die Transparenz wird durch ein Netzwerk von „Minern“ gesichert, welche die Blockchain auf ihre Gültigkeit hin überprüfen. Sie sind dafür zuständig, die hinterlegten Informationen Block für Block anhand einer Signatur zu verifizieren und diese im Netzwerk zu teilen, sodass jeder Nutzer Zugriff auf dieselbe Blockchain hat. Ohne Signatur ist eine Transaktion ungültig.

In der Namensgebung der „Blockkette“ spiegelt sich die Funktionsweise wider. Jeder Block enthält eine Historie. Jeder neue Block ist mit dem vorhergehenden verbunden und enthält wiederum die Historie in Form einer Prüfsumme des vorangegangenen Blocks sowie die Prüfsumme der gesamten Blockchain. Das System gilt als manipulationssicher, da die Blöcke mit einer Hash-Funktion verschlüsselt und Kopien der Datei im Internet verbreitet werden. Die Manipulation einer solchen Datenbank ist zwar möglich, aber mit extrem hohen Kosten verbunden. Mindestens 51 Prozent der Kopien müssten geändert werden, was das Vorgehen unwirtschaftlich macht. Abbildung 1 fasst die erläuterten Vorteile und Eigenschaften der Blockchain zusammen.

Abbildung 1: Vorteile und Eigenschaften der Blockchain

Abbildung 1: Vorteile und Eigenschaften der Blockchain

Welche Anwendungsgebiete für Blockchain sind denkbar?

Da Transaktionen jegliche Art von Information sein können, ergeben sich vielfältige Anwendungsgebiete für die Blockchain-Technologie. Neben Finanztransaktionen ist auch die Abwicklung von Verträgen, Testamenten oder Aktien denkbar. Bitcoin ist eine Kryptowährung und ist eine Art Applikation, die auf der Blockchain-Technologie aufsetzt. Digitale Währungen sind nur eine von vielen möglichen Anwendungen, die sich mithilfe der Blockchain erstellen lassen. Ethereum, eine Plattform für Distributed Apps, arbeitet beispielsweise an einer neuen Programmiersprache, die es ermöglichen soll, Smart Contracts und dezentrale Anwendungen zu schreiben, in denen beliebige Regeln für Besitz, Transaktionsformate und Zustandswechsel aufgestellt werden können. Der Frage, wie sich die Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain auf den Versicherungsmarkt auswirken, gehen wir nächste Woche in dem Beitrag „Die wirtschaftliche Revolution nach der technischen: Blockchain als Geschäftsmodell für Versicherer“ nach.