Das war die Start-up Session des diesjährigen MKS 2020

Was für zwei lehrreiche und spannende Tage mit so vielen unterschiedlichen Einblicken in die Welt des Schadenmanagement!

Und erst die Start-up Sessions des Messekongress Schadenmanagement & Assistance Wer hätte gedacht, dass Start-up Pitches auch virtuell so viel Spaß machen können? Wir hoffen, euch erging es genauso? Mit dabei waren sogar einige unserer treuesten NPN-Mitglieder!

Der erste Tag:

Los ging es am ersten Tag des MKS mit Blinkin, deren Co-Founder Josef zunächst von unserer wunderbaren Moderatorin und NPN-Kollegin Marianne kurz vorgestellt wurde. Er erläuterte uns in der knapp bemessenen Zeit das Geschäftsmodell von Blinkin und wie das InsurTech Versicherungsunternehmen dabei unterstützt, Schaden-Reports zu verstehen und zu erstellen, laut Josef: „visually, remotely, without drama“. Auch wies er auf Blinkin als hybrides System hin, welches eine Schnittstelle zwischen Automation, Visuals und Communication bietet.

Nach einer kurzen Überleitung ging es direkt weiter mit dem ersten NPN-Mitglied Peregrine Technologies, deren CPO und Founder Jorit in seinem englischen Pitch ihren Ansatz vorstellte, Verkehrssicherheit in Städten durch Verkehrsvideos zu verbessern. „We empower teams to build a safer and more sustainable mobility ecosystem for all“, drückt Jorit es aus. Dazu verwendet das InsurTech neueste Methoden der Bildverarbeitung und des maschinellen Lernens.

Auch hier waren die 10 Minuten viel zu schnell wieder vorbei und Cornelius vom NPN-Mitglied Tractable übernahm und erklärte den Zuhörern, wie Bilderkennung die KFZ-Schadenmanagement-Branche revolutionieren kann und wie ihre Kunden ihre Technologie beispielsweise über fiktive Abrechnungen oder Totalschadenprognosen einsetzen können.

Den Schluss der ersten Start-up Session bildete Albrecht von JAROWA, der uns die spannende Gründungsgeschichte des schweizer InsurTechs erläuterte (es fing an mit einem kaputten Wasserrohr…). Das Schweizer InsurTech JAROWA ist erst seit kurzem auf dem deutschen Markt aktiv und so konnten wir mehr über ihre Strategie auf dem deutschen Markt erfahren und was Win-Win-Win für sie bedeutet.

Nach der abschließenden kleinen Fragerunde gab es im Anschluss an den ersten Tag des MKS erstmal einen virtuellen Abschlussdrink als Belohnung, den sich auch wirklich alle verdient hatten!

Der zweite Tag:

Am zweiten Tag des MKS machte unser NPN-Mitglied ecovery den Anfang, unser ehemalige Rockstar Award Gewinner 2019. Geschäftsführer Benedict erläuterte uns, wie mit Hilfe ihres “Physiotherapeuten für die Hosentasche” Folgeschäden bei Patienten vermieden werden sollen. Denn „wer den Schaden hat braucht für die Dokumentation nicht zu sorgen! Oder doch?“.

Nächster in der Reihe war Konfuzio, auch eines unserer treuesten NPN-Mitglieder, die in ihrem Pitch zunächst die Frage stellten, ob die ganze Aufregung um KI berechtigt und KI im Schadenmanagement überhaupt notwendig sei. Abschließend erläuterte uns der CEO und Co-Founder Christopher daher, auf welche Weise Konfuzio KI in ihr Unternehmen integriert.

Anschließend betrat Martin von AutomationHero die virtuelle Bühne und ging auf ihre Geschäftsidee ein, intelligente Prozessautomatisierung in die Branche des Schadenmanagements einzuführen. Dabei werden durch AutomationHero alle nötigen Aspekte des Claimsmanagement miteinbezogen, vom Menschen und Dokumenten bis hin zu Workflows und Einblicken in die jeweiligen Prozesse. Diese werden wiederum mit unterschiedlichen Tools verknüpft. Auch den virtuellen Assistenten Robin konnten wir kennenlernen.

Abschließen durfte die Start-up Session Paladino (ebenfalls treues NPN-Mitglied). Der Co-Founder und CEO Roman erläuterte uns in seinem Pitch, dass sich Menschen grundsätzlich nicht für Versicherungen interessieren und genau an diesem Punkt das Angebot Paladinos ins Spiel kommt, das sich dem Leben der Menschen anpasst und nicht umgekehrt (das Stichwort dazu lautet: „Contextual Insurance“). Das InsurTech aus der Schweiz verbindet dafür „(Insel-) Lösungen zu einem Service-Ökosystem“.

Damit kam nach einer kurzen Fragerunde und Abmoderation unserer bezaubernden Moderatorin Marianne auch die zweite Start-up Session zu einem Ende, ebenso wie der gesamte MKS.

Danke für eure Teilnahme!

Wir können uns nur noch einmal ausdrücklich bei allen Teilnehmern für die zwei spannenden Tage, die rege Teilnahme trotz virtuellem Format und eure Pitches bedanken und hoffen, wir sehen uns spätestens zum nächsten MKS am 27. & 28. April 2021 wieder! Denn ein Gutes hatte die Verschiebung des diesjährigen MKS: Wir müssen nicht ein ganzes Jahr auf den nächsten MKS warten! Bis dahin!

Jetzt für das SpinLab Leipzig bewerben!

Das SpinLab, Accelerator Programm der Handelshochschule Leipzig (HHL), wählt wieder Start-ups für seine nächste Nachwuchsklasse aus. Seit 2014 wurden bereits über 40 Start-ups sowohl finanziell auch als mit einem internationalen Netzwerk und intensiven Coaching unterstützt. Nun werden erneut innovative Teams gesucht, die für sechs Monate Teil des SpinLab werden und die Leipziger Baumwollspinnerei ihr neues ‚Zuhause‘ nennen möchten.

Die Bewerbungsfrist endet am 27. November 2018

Gesucht? Zu den Auswahlkriterien zählen eine herausragende, skalierbare Geschäftsidee, Gründerteams von zwei bis vier Personen voller Energie und Leidenschaft für das Gründen und ihre Idee sowie das Engagement für Technologie. Gefunden! Die Mitglieder des SpinLab erwartet ein Mentorenprogramm, zahlreiche Kontakte zu Investoren, etablierten Unternehmen und anderen Gründern und einen Platz im modernen Co-Working-Büro. Und falls das noch nicht überzeugend genug ist –  2018 wurde das SpinLab sogar unter die Top 3 der besten Start-up Acceleratoren in Deutschland gewählt.

 

Unterstützt wird das SpinLab – The HHL Accelerator durch Beiträge von Investoren und etablierten Unternehmen wie Leipziger Gruppe, unserem Partner Insurance Innovation Lab, AOK Plus, Verbundnetz Gas AG, con | energy, envia M, Arvato Bertelsmann, EEX, Porsche, Postbank, Sächsisches Sozialministerium, CMS Hasche Sigle, DELL, Deutsche Bank, DZ BANK, Grazia Equity, Heinz DÜRR Invest, KPMG, Madsack Mediengruppe, MBG Sachsen, uniVersa, Quarton International, Stadt Leipzig, Taskforce, Technologiegründerfonds Sachsen. Alle Details zum Programm und zum Bewerbungsprozess findet ihr auf der Website www.spinlab.co/apply-now 

 

Bilder: SpinLab / Tom Werner & Bertram Schultze

Der Rockstar 2018 im Interview

“Der Preis bedeutet mir enorm viel, es ist ein sehr wichtiges Feedback für uns und es ist super geil, dass es aus der Versicherungsbranche kommt.”
Nect ist der stolze Gewinner des Rockstar Awards, der vor einem Monat bei dem Partnerkongress der Versicherungsforen Leipzig zum zweiten Mal vergeben wurde. In einem dreiminütigen Pitch setzte sich Nect gegen zehn Konkurrenten durch und holte sich den Rockstar Award 2018. Das Geschäftsmodell von Nect, eine Lösung zur einfachen und intuitiven Identitätsprüfung, überzeugte sowohl Jury als auch Publikum.

Benny Bennet Jürgens, Founder und CEO von Nect, spricht im Interview darüber was es ihm bedeutet, den Rockstar Award 2018 gewonnen zu haben, was in nächster Zeit geplant ist und welche innovativen Köpfe hinter dem Start-up stecken.

Film ab für Glücksmomente!

Habt ihr auch das Zeug zum Rockstar?
Am 26./27. März 2019 wird der dritte Claims Rockstar Award vergeben. Weitere Infos gibt es hier.

Bild: Unsplash / Japheth Mast 

Green Insurance-Investitionen in die Zukunft

Ob am Strand von Bali oder in unseren heimischen Wäldern: stets werden wir mit denselben schrecklichen Bildern konfrontiert, verursacht durch einen gesellschaftlichen Lebensstil der unser gesamtes Ökosystem negativ beeinflusst. Plastikübersäte Strände, aussterbende Tierrassen und durch giftige Abwasser verseuchte Flüsse. Die ersten Effekte des Klimawandels sind immer deutlicher zu spüren und das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Deswegen liegt es nahe, dass sich nun auch die Versicherungsbranche mit dem Thema Corporate Social Responsibility beschäftigen muss. Kommen Versicherungen ihrer sozialen, ökologischen und ökonomischen Verantwortung nach?

Die Versicherungsbranche als Nachzügler

Die vom AMC 2014 in Auftrag gegebene Studie „Nachhaltigkeit in der Assekuranz“ zeichnete ein Bild der Versicherungsbranche, in der das Thema Nachhaltigkeit bislang noch an letzter Stelle stand. Als nachhaltig wurden langfristige Absicherungen verkauft und grün versichert galt aus Kundenperspektive als „greenwashing“. Mit Einführung der CSR-Berichtspflicht im März 2017 durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung, wurden ab diesem Jahr Unternehmen dazu verpflichtet für mehr Transparenz in Themenbereichen wie Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen sowie Menschenrechte zu sorgen und entsprechende Maßnahmen einzuführen. Betroffen sind kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie Versicherungen mit mehr als 500 Mitarbeitern deren Bilanzsumme durchschnittlich entweder mehr als 20 Millionen Euro beträgt oder deren Umsatzerlöse sich auf mehr als 40 Millionen Euro innerhalb eines Geschäftsjahres belaufen.

Was macht eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie aus?

Ein entscheidender Punkt für eine konsistente Nachhaltigkeitsstrategie ist das von Versicherungen verwaltete Kapital, durch welches ein nachhaltiger Lebensstil gefördert oder blockiert werden kann. Es macht einen Unterschied, ob Kapitalströme in Kohle-, Atomkraft und Rüstung fließen oder von Versicherungen in erneuerbare Energien und gesellschaftlich nachhaltige Projekte investiert werden.
Auch Unternehmenskultur und Geschäftsbetrieb tragen einen entscheidenden Teil zu einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie bei. Ein energieeffizientes Gebäude als Firmensitz, die aktive Förderung der ÖPNV-Nutzung, Familienfreundlichkeit oder recycelte Arbeitsmaterialen sowie ein optimiertes Abfallmanagement stellen Wege in eine nachhaltigere Unternehmensführung dar. Zudem werden solche Leitlinien bei grünen Versicherungen transparent definiert und kommuniziert.
Wer als Versicherung eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt, bietet außerdem ein erweitertes Leistungskonzept an. Nicht nur die ökologische, sondern auch die soziale Nachhaltigkeit wird bei einer solch erweiterten Produktpalette angesprochen. So unterstützen einige Krankenkassen beispielsweise alternative und naturheilkundliche Behandlungsmethoden und investieren in Vorsorgebehandlungen anstatt den Schadensfall abzuwarten. Zudem wird ein nachhaltiger Lebensstil der Versicherungsnehmer bei der Versicherung anerkannt und bei der Tarifierung entsprechend berücksichtigt. Auch im Schadenfall gibt es Ansätze, um eine nachhaltige Unternehmensführung zu etablieren. Beispielsweise kann die Versicherung aktiv die Anschaffung nachhaltiger Ersatzprodukte unterstützen. Einige große Versicherer wie Barmenia, ERGO und Generali haben mittlerweile Ansätze für eine nachhaltige Unternehmensführung integriert.
Einen weiteren Ansatz für mehr Nachhaltigkeit bei Versicherungen bieten Kooperationspartner. So kooperiert Carglass mit nahezu allen Versicherungen in Deutschland und ist für die Repair-First-Strategie bekannt. Reparieren statt wegwerfen und neukaufen, um Material zu sparen und Ressourcen zu schonen. Zudem entfällt für den Versicherungsnehmer im Schadenfall die Selbstbeteiligung.

Grüne Startups

Doch welche Versicherungen und Versicherungsvermittler mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit sind ganz neu auf dem Markt? Das Startup ver.de aus München plant das erste Unternehmen der Versicherungsbranche zu werden, das das Geschäftsmodell Versicherung mit dem Ziel maximaler ökosozialer Wirkung umgestaltet. Wichtigstes Standbein dafür sollen Kapitalanlagen sein, welche in Erneuerbare Energien, Bio-Landwirtschaft und soziale Innovationen investiert werden. Mit dem geplanten öko-fair Upgrade unterstützt ver.de bewusst lebende Versicherungsnehmer. Haben Kunden im Schadensfall einen Ersatzanspruch, so werden die Kosten für ein öko-fair Produkt von ver.de übernommen.
Als Versicherungsmakler hat grün versichert die Vision, Kapitalströme aus schädlichen in ökologische, nachhaltige Industriezweige umzuleiten und arbeitet überwiegend papierlos. In Bereichen in denen noch kein papierloses Arbeiten möglich ist, wird Recyclingpapier genutzt. Das Geschäftskonto wird bei der EthikBank gehalten. Zudem läuft der Betrieb mit Ökostrom, auch die Server der Webseite. Das Deutsche Institut für Nachhaltigkeit und Ökonomie hat das Start-up als ersten Versicherungsmakler für gesicherte Nachhaltigkeit zertifiziert. Auch die Gewinnverwendung des Start-ups zeigt eine ganz andere Perspektive auf: Insgesamt 75 % des Gewinns werden nachhaltig verwendet, wobei 40 % des Gewinns für nachhaltige, soziale und ökologische Projekte gespendet und 35 % in nachhaltige und ökologische Start-ups und Unternehmen investiert werden.
Auch das 2010 gegründete Startup FIBUR arbeitet zu 100 % digital und setzt den Schwerpunkt auf Kapital. FIBUR hat sich auf die staatlich geförderte private Altersvorsorge und auf Berufsunfähigkeitsversicherungen spezialisiert und vermittelt Versicherungen, welche Gelder nachhaltig anlegen. Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells steht die Aufklärung und Beratung der Kunden. Gemeinsam mit etablierten Versicherungen sollen außerdem neue grüne Produkte entstehen.
Das Startup Greensurance hat in seinen Produkttarifen eine nachhaltige Komponente für Sachversicherungen integriert, die sich im Schaden- und Leistungsfall auswirkt. Ökologisch handelnde Kunden zahlen von vornherein weniger. Das Startup kann versicherungsmathematisch nachweisen, dass Menschen mit nachhaltigem Lebensstil ein geringeres Risiko für den Versicherer darstellen. Das geringere Risiko wird mit niedrigeren Prämien belohnt. Um Versicherte korrekt einzustufen und deren Lebensweise zu bewerten, hat Greensurance ein Ökopunktesystem entwickelt. lm Kfz-Bereich bietet Greensurance beispielsweise Rabatte für Wenigfahrer mit langjähriger Fahrpraxis an. Auch Autofahrer die ein Auto mit niedrigen Emissionen besitzen oder den jährlichen CO2-Ausstoß durch Kompensation klimafreundlich gestalten, erhalten Ökopunkte. Zudem investiert auch Greensurance von jedem Vertrag einen festen Anteil in Umwelt- und Klimaprojekte.

Nachhaltigkeit und Versicherungen lassen sich gut miteinander verknüpfen und bieten Möglichkeiten für eine innovative sowie alternative erweiterte Produktpalette auf dem Versicherungsmarkt. Startups wie FIBUR, Greensurance und grün versichert machen es vor und fördern gleichzeitig einen nachhaltigeren Lebensstil der Versicherten. Wir sind gespannt welche innovativen, grünen Alternativen wir in Zukunft noch entdecken werden.

Award-Rückblick

Der Spätsommer und damit auch der Partnerkongress ist inzwischen schon eine ganze Weile her und wir finden uns inzwischen schon fast im Winter wieder. Umso schöner ist es, das Event noch einmal Revue passieren zu lassen und was wäre da passender als ein Video-Rückblick?

Übrigens: die nächste Chance einen Award zu ergattern ist gar nicht mehr lang hin! Schon im April 2018 besteht die nächste Chance auf einen Pitch vor großem Publikum. Weitere Informationen werden bald hier auf dem Blog folgen.

 

Lust auf Lab in Leipzig?

Das SpinLab – The HHL Accelerator (www.spinlab.co) ist auf der Suche nach innovativen Gründern im Bereich InsurTech – gern auch für gemeinsame Pilotprojekte. Mehrere Klassen mit insgesamt 30 Startups konnten das sechsmonatige SpinLab-Programm bisher durchlaufen und insgesamt über 17,3 Mio. Euro sowie 30 Preise einsammeln. Neben einem intensiven Beratungsangebot profitieren die Gründer von zahlreichen Kontakten zu Investoren, etablierten Unternehmen und anderen Gründern.

Sie können auf dem Kreativgelände der Leipziger Baumwollspinnerei ein modern ausgestattetes Co-Working-Büro nutzen und erhalten Zugang zu verschiedenen Technologien von Partnern. Auch nach dem eigentlichen Programm sind die ausgewählten Startups Teil des Recruiting-Netzwerkes, können über ein internationales Austauschprogramm die Expansion planen und erhalten die Möglichkeit, neben dem SpinLab Büroräume anzumieten. Jedes Gründerteam erhält zudem bis zu 10.000,00 Euro. Die Teams können mit der Aufnahme in das sechsmonatige Gründerprogramm alle Angebote kostenfrei und ohne Beteiligung nutzen.SpinLab_Logo_big

Bis 17.10. 2017 können sich interessierte Startups unter www.spinlab.co bewerben. Gemeinsam mit renommierten Branchengrößen liegen die Schwerpunkte diesmal auf Energie (Partner VNG Gruppe), Smart City (Leipziger Gruppe), eHealth (AOK PLUS), InsurTech (Insurance Innovation Lab) sowie darin anwendbaren Querschnittstechnologien.
Interessierte erhalten alle Details zum Programm und zum Bewerbungsprozess auf der Website www.spinlab.co/apply-now

Chatbots – die besseren Kundenberater?

Kommunikation ist die zentrale Grundlage für das Funktionieren und Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Das Wort Kommunikation leitet sich aus dem lateinischen Wort “communicatio” ab, was so viel wie „Mitteilung“ heißt und den Austausch von Informationen meint. Jede Kommunikation findet in einer Interaktion statt und in jeder Situation gelten zudem eigene Regeln: So wird in einer Teambesprechung anders kommuniziert als in einem Kundengespräch. Nicht zuletzt trägt die richtige Kommunikation im Umgang mit Kunden und Partnern einen wesentlichen Teil zum geschäftlichen Erfolg bei. Kunden erwarten heutzutage eine nahtlose Interaktion mit Versicherern – unabhängig vom Kommunikationskanal. Telefon, E-Mail, Social Media – Versicherungsnehmer möchten mit wenig Aufwand jederzeit Informationen einholen können und erwarten schnelle Antworten auf ihre Fragen und Wünsche.

24/7 Erreichbarkeit, Kosteneffizienz und Cross-Selling-Potenzial

Um diesem hohen Servicelevel gerecht zu werden, setzen Versicherungsdienstleister auf Künstliche Intelligenz (KI). Diese zeichnet sich mittlerweile durch neue Fähigkeiten wie Spracherkennung, natürliche Sprachverarbeitung, tiefes Lernen und Mustererkennung aus. KI wird in der Gesprächsführung und damit im Kundenservice zu einer unverzichtbaren Technologie. Chatbots sind in der Lage, die menschliche Kommunikation zu simulieren und zu automatisieren. Durch den Einsatz von Natural Language Processing können sie beispielsweise textlich unstrukturierte Informationen verstehen und in natürlicher Sprache antworten. Chatbots können die Anzahl positiver Kundenkontakte erhöhen und garantieren zudem eine ständige Erreichbarkeit, Lösungen in Echtzeit sowie eine natürliche und einfache Kommunikation mit dem Kunden. Oft verursachen kleine Anliegen wie Adressänderungen hohe Servicekosten. Durch den Einsatz von Bots können die Kosten um rund 80 bis 90 Prozent gesenkt und der anspruchsvolle Servicelevel sogar kosteneffizient realisiert werden. Vor allem im Kundenservice von Unternehmen helfen Chatbots dabei, die Prozesse zu automatisieren und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Im Kundendialog erarbeiten sich Chatbots mittlerweile Nutzerprofile, um Antworten zu personalisieren. Immer mehr Anfragen können so bereits abschließend bearbeitet werden. Sollte die Anfrage jedoch nicht mehr mit ausreichender Sicherheit richtig beantwortet werden können, wird der Sachverhalt an einen Mitarbeiter abgegeben und die Gesprächsführung durch einen Menschen fortgeführt. Mittlerweile sind auch komplexere Vorgänge möglich. So folgt in der Versicherungswirtschaft der Änderung von Adressdaten nicht mehr nur die anschließende Anpassung des Versicherungsschutzes, sondern zum Beispiel auch die Vermittlung von Zusatzversicherungen und Vertragsänderungen. Dieses Cross-Selling-Potenzial führt neben der Kostenreduktion auch zu einer Umsatzsteigerung.

Die Grenzen der Bots

Viele Anbieter von Chatbots arbeiten noch auf der Basis von regelbasierten Entscheidungsbäumen. Dank maschinellem Lernen (Deep Learning Modellen) werden Antworten immer besser und es wird für den Nutzer zunehmend schwieriger zu erkennen, ob es sich beim Kommunikationspartner um einen Menschen oder eine Maschine handelt. Der erstmals im Jahr 1950 eingesetzte Turing-Test prüft, inwieweit eine Maschine die kognitive Leistung eines Menschen besitzt. Für den Test chattet eine Versuchsperson mit einem Menschen und einem Computer. Dann muss entschieden werden, welcher Gesprächspartner Mensch und welcher Maschine ist. Der Test gilt als bestanden, wenn mindestens 30 Prozent der Versuchspersonen den Chatbot für einen Menschen halten. Doch wie reagieren Kunden auf einen Bot? Die Akzeptanz der Interaktion mit einem Chatbot wird als sehr hoch eingestuft. Allerdings entsteht an dieser Stelle ein anderes Problem: Sobald User wissen, dass sie mit einem Roboter chatten, werden skurrile Fragen gestellt, um den Bot zu testen und an seine Grenzen zu bringen, da dieser für spezifische Anfragen konfiguriert ist. Eine weitere Herausforderung besteht im Umgang mit Schreibfehlern und Slang sowie dem Datenschutz. Da Chatbots von den Nutzereingaben lernen, um so personalisierte Antworten zu generieren, werden je nach Chatbot auch Nutzerdaten gesammelt und ausgewertet, die der Nutzer nicht eingegeben hat. Geschieht das Profiling ohne Einwilligung, ist das in Bezug auf den Datenschutz kritisch zu bewerten.

Chatbots in der InsurTech-Szene

Nutzer verbringen immer mehr Zeit in Messaging-Apps und immer weniger Zeit auf Websites. Das bietet großes Potential für Chatbots. Insurista hat dies erkannt und bietet seit 2016 Versicherungs- und Bankunternehmen eine Kommunikationsplattform an, die KI-basierte Chatbots nutzt und via Facebook-Messenger den User berät. Neben Insurista, arbeitet auch das Berliner Start-up Rasa am Einsatz Künstlicher Intelligenz und somit an der nächsten Chatbot-Generation. Rasa steht dabei im engen Austausch mit Unternehmen wie ERGO und Helvetia. „Carla“, der Chatbot des Start-up Kauz, ist als „Enterprise Bot“ vollständig angepasst an die Produkte, Services und Sprache des Unternehmens, dass sie vertreten. Der Chatbot von Kauz arbeitet im Gegensatz zu anderen Chatbots nicht mit Machine Learning, sondern mit Natural Language Understanding (NLU). Dadurch wird das beste Sprachverständnis garantiert sowie eine modulare Architektur, die eine schnelle Konfiguration und skalierbare Entwicklung ermöglicht. Mit NLU besitzt das System die Fähigkeit, unbekannte Worte und fehlende Informationen zu analysieren. Anschließend werden diese korrigiert und nachgeliefert. Kauz` Chatbots formen somit ein Abbild des Gesagten. Sie kennen zehntausende Bedeutungen und lösen sprachliche Mehrdeutigkeiten auf. Carlas Wissen ist modular aufgeteilt in Sprachwissen, Weltwissen und situative Kommunikationsfähigkeiten. Diese Module werden laufend erweitert. Das Wissen über die Produkte und Leistungen von Unternehmen sowie deren spezielle Terminologie kommt dann konfigurierbar hinzu.

Emotionalisierung der Chatbots

Derzeit eignen sich Chatbots vor allem zur schnellen Klärung von einfachen Sachverhalten. Besonders erfolgsversprechend ist der Einsatz von KI, wenn es gelingt, die Sprache der Bots weiter zu emotionalisieren und ihnen gleichzeitig beizubringen, Kundenbeziehungen aufzubauen. Bots sollen auf Emotionen wie Aufregung, gute und schlechte Laune reagieren können, sei es anhand der Stimme oder des Schreibstils. Das Wichtigste bezüglich der Weiterentwicklung der Technologie wird sein, ein skalierbares und flexibles Dialog-Management aufzubauen, welches nicht mehr auf Regeln basiert. Dabei kommt der Verwendung von natürlicher Sprachverarbeitung und kontextbezogener Intelligenz eine hohe Bedeutung zu. KI wird die Zukunft der Kundeninteraktionen bestimmen und das gesamte digitale Kundenerlebnis neu definieren.

Die wirtschaftliche Revolution nach der technischen: Blockchain als Geschäftsmodell für Versicherer

Nachdem in der Vergangenheit das Thema Blockchain vorrangig nur mit Zahlungsverkehr und Bankgeschäften verknüpft wurde, sind nun zunehmend auch Versicherungslösungen im Fokus der Unternehmen und Investoren. Die Anwendungsgebiete der Blockchain und die daraus resultierenden Geschäftsmodelle für Start-ups und etablierte Unternehmen sind vielfältig. Für InsurTechs bietet vor allem die wohl bekannteste und zukunftsträchtigste Applikation der Blockchain hohes Potenzial: „Smart Contracts“. Bei einem Smart Contract werden sowohl Vertrag und Vertragsinhalte wie auch die Beziehungen der Vertragsparteien digitalisiert. Basierend auf der Blockchain-Technologie zeichnet sich ein Smart Contract durch direkte Kommunikation mit dem Objekt aus. Intermediäre werden dabei überflüssig. Auf der Funktionsweise von Smart Contracts könnten auch Versicherungen basieren: Versicherung und Versicherungsnehmer einigen sich auf ein Regelwerk, welches die Blockchain autark und wertneutral umsetzt. So können Tarife entwickelt werden, die auf das Verhalten des Kunden zugeschnitten sind. Die Blockchain-Technologie würde beispielsweise eine Analyse des Fahrverhaltens ermöglichen und automatisch Beiträge anpassen. Vorausschauende Fahrer würden belohnt, risikobereite Fahrer hingegen zahlen mehr. Durch den Einsatz von Smart Contracts wird das operationelle Risiko der Vertragsparteien reduziert und der Ablauf erfolgt vollständig automatisiert. Nützlich sind sie vor allem auch deshalb, da sie Parteien in Verträgen integrieren die sich nicht vollständig vertrauen und damit das Problem der asymmetrischen Informationsverteilung reduzieren.

Globale Blockchain-Dynamik in der Versicherungsbranche

Internationale Beispiele verweisen auf die globale Bedeutung von Smart Contracts im Versicherungsbereich. Bei der Londoner InsurETH können Reisende, auf Basis einer Smart Contract Applikation von Ethereum, Flüge absichern. Mit Hilfe von verifizierten Flugdaten wird geprüft, ob ein Versicherungsfall eingetreten ist. Entsteht ein Entschädigungsanspruch, weil ein Flug ausgefallen ist, kann die Leistung aufgrund der verifizierten Flugdaten in der Blockchain innerhalb von wenigen Sekunden freigegeben werden. Die Technologie vereinfacht und beschleunigt damit auch die Preisgestaltung und die Auszahlung von Ansprüchen. Auf der gleichen Grundlage bietet Dynamis Peer-to-Peer Versicherungen an. Seit 2015 arbeitet auch Versicherix daran, den bereits dezentralen Peer-to-Peer Ansatz mit Hilfe der Blockchain-Technologie gänzlich dezentral und unabhängig von Intermediären zu gestalten. Die Produktpalette des Schweizer Start-ups enthält sowohl standardisierte Versicherungsmöglichkeiten als auch individuell durch die Nutzer kreierte Produkte. Andere Start-ups wie Utocat aus Frankreich fokussieren sich auf Blockchain-Schnittstellen für Banken und Versicherer. Ein weiteres Start-ups, das Berliner FinTech Bitbond, optimiert mit Blockchain Peer-to-Peer Lending. Grenzüberschreitende Zahlungstransaktionen, die sich durch kostenintensive und langwierige Prozesse auszeichnen, sollen auf Basis von Bitcoins optimiert werden. Ziel von Bitbond ist es, kleine Unternehmen in über 120 Ländern mit Bitcoin-Investoren zu verbinden. Kreditsuchende erhalten so eine einfache Gelegenheit, an Geldmittel zu gelangen und den Investoren winken lukrative Zinssätze. Dank der Blockchain erfolgen die Zahlungsströme fast in Echtzeit und ohne hohe Bankgebühren für Auslandsüberweisungen. Technologie und Zahlungsnetzwerk basieren ausschließlich auf Bitcoins.
Etherisc wurde im Rahmen der „Blockshow Europe 2017“ mit dem Oscar „Most Innovative Blockchain Startup“ ausgezeichnet. Das Münchner InsurTech arbeitet an einer dezentralen Anwendung für Sozialversicherungen, welche auf der Ethereum Blockchain implementiert wurde. Das Modell unterstützt Betroffene bei schweren Lebensereignissen wie Tod oder Erkrankungen mit einer ersten Notfall-Zahlung. Via Smart Contract will Etherisc außerdem Flugverspätungen und Ernteausfälle versichern.

Auch Betrugsfälle lassen sich durch die Blockchain-Technologie eindämmen. Über die Nutzung von Blockchain könnten Versicherer beispielsweise die Echtheit von Waren und Dokumenten ermitteln oder eine Historie von betrügerischen Handlungen einer Person erstellen. Everledger beschäftigt sich mit Betrugs- und Diebstahlproblemen der Diamantenindustrie und nutzt Blockchain, um Objekte kontinuierlich zu verfolgen. Das Unternehmen stellt ein unveränderbares Hauptbuch für Diamantbesitz und verwandte Transaktionsverlaufsüberprüfung für Versicherer bereit. Aufgrund einer integrierten Anwendungsprogrammierschnittstelle kann jeder aktuelle Daten über den Status eines Steins aufrufen und bereitstellen, einschließlich Polizeiberichten und Versicherungsansprüchen.
Eine weitere Chance, Betrugsfälle zu minimieren, findet sich im Gesundheitswesen. Sogenannte „Luftrezepte“ stellen ein großes Problem für Krankenkassen dar. Dabei handelt es sich um Rezepte, die von Apotheken abgerechnet, die verschriebenen Arzneimittel allerdings nie verkauft wurden. Lösung könnte eine Blockchain sein, die jedes Arzneimittel eindeutig kennzeichnet, beispielsweise über einen QR-Code.

Die Blockchain-Adaptionskurve

Auch langjährige Marktakteure haben die Bedeutung und Tragweite von Blockchain-Technologien längst erkannt und setzten auf den Ausbau eigener Fähigkeiten. So arbeitet die Allianz France seit Dezember 2015 mit Everledger im Rahmen des Accelerator-Programms Accélérateur Allianz zusammen. Ziel ist es, die Blockchain-Technologie zu erforschen. Anfang 2016 startete die Allianz Risk Transfer ein Pilotprojekt für eine Smart-Contract-Lösung zur Automatisierung von Swap-Transaktionen bei Katastrophenszenarien. Damit ist die Allianz einerseits in der Lage, Schäden schneller zu prüfen und abzuwickeln und kann so in Notfällen besser agieren. Andererseits erleichtert und beschleunigt die Technologie die Absicherung von Katastrophenereignissen.
Die aufgeführten Use-Cases zeigen, dass es bereits eine Reihe von Unternehmen schafft, mit Blockchain Kosteneffizienz, operative Leistung und Kundebindung zu verbessern. Inwieweit sich in naher Zukunft die technologischen Anforderungen umsetzen lassen, ist die eine Frage. Welche Voraussetzungen noch erfüllt werden müssen, damit aus einer Technologie wie Blockchain ein gesellschaftlich akzeptierter Standard wird, ist eine andere.

Rockstar Award – Mehr als nur laut

Du findest Versicherungen langweilig und hast eine Geschäftsidee die die Branche revolutioniert? Du hast dein eigenes Unternehmen gegründet, das mit einer neuen Technologie das Zeug dazu hat traditionelle Abläufe effizienter und Problemlösungen kundenorientiert zu gestalten? Du stellst dich mit deiner Innovation auf die Seite des Kunden und verstehst nicht warum das nicht in Kooperation mit Versicherern laufen sollte?

Dann ist der Partnerkongress als »Innovationsmarktplatz der Versicherungswirtschaft« am 14. September 2017 in Leipzig das passende Event für dich. Hier trifft sich nicht nur das Who ist Who der Assekuranz, sondern tauscht sich auch noch ganztägig zu Innovationen und zukunftsweisenden Technologien aus. Und das Beste: in diesem Jahr wird erstmals der Rockstar Award für das vielversprechendste, versicherungsnahe Geschäftsmodel verliehen.

Interesse geweckt? Dann sei dabei:
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  • ♠ Du bist ein Start-up mit Assekuranzbezug und hast noch nie auf dem Partnerkongress gepitcht?
  • ♠ Du hast Lust am 14. September 2017 deine Geschäftsidee auf deutsch- oder englisch in einer drei-minütigen Präsentation vor 350 Innovationsbegeisterten zu präsentieren?
  • ♠ Du bist Mitglied im New Players Network oder willst es endlich werden?
  • ♠ Dann bewirb dich bis zum 15.07.2017 per Mail an marianne@newplayersnetwork.jetzt.

Die Teilnahme am Pitch und der Konferenz ist natürlich kostenlos.

Du bist herzlich eingeladen am Kongress und der legendären Abendveranstaltung teilzunehmen und möglicherweise sogar deinen Sieg zu feiern! Denn die, durch die Jury ermittelten TOP 3 pitchen im großen Finale bei der Abendveranstaltung des Partnerkongresses und der Applaus entscheidet.

Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

#_hackNEXT – der erste Hackaton mit dem New Players Network

„30 hours to redefine InsurTech“ – so lautete der Claim des ersten Hackathon, den das New Players Network zusammen mit vielen anderen Unternehmen als Network-Partner ausgerichtet hat. 13 Teams traten 30 Stunden lang in drei verschiedenen Challenges gegeneinander an, um herauszufinden, wer die kundenzentrierteste Lösung unter hohem Zeitaufwand „coden“ kann. Die Challenges reichten von der Verbesserung der Customer Experience, über neue Produkte für die Generation 50+ bis hin zu Anwendungsfällten im gehypten IoT-Umfeld. Auf den Gewinner warteten 10.000 Euro und die Chance, die Idee bei der ExecInsurtech zu pitchen – größer geht es kaum im Bundesgebiet. Auch die zweit und drittplatzierten durften sich über ein wenig Anschubfinanzierung freuen.
…Und da wir Hackathon-Newbies sind, kommt hier ein kleines (persönliches) Review aus Sicht eines Organisators, der auf einmal Hacker wurde…coder
Tag 1 – 08.58 Uhr: Pünktlich zum Beginn der Veranstaltung kam ich im Werk1 an, dem inoffiziellen Innovationsmittelpunkt Münchens. So sitzen im Nachbargebäude des W1 Accelerator u.a. „the Lab“ der MunichRe und die „Digital Factory“ der Allianz. Die Stimmung war recht entspannt, die Teams hatten sich größtenteils ihre Workingstations aufgebaut und Max (ZEB) – als Hauptorganisator – sprach die ersten Worte. Mir wurde der rote „I am advisor“ Sweater übergestreift, der mich befähigte, Tipps und Hinweise zu geben – zumindest zum Insurance Content. Hiermit war ich klar in der Unterzahl gegen die schwarzen Hoodies („I am hacker“) die aus dem ganzen Bundesgebiet kamen, um ihre Coding Skills zu beweisen.

Tag 1 – 10.11 Uhr: Max schickte mich gleich zum ersten Team, die noch einen spannenden Use Case brauchten, um überhaupt ins coden starten zu können. Also steckten Chris (ZEB), Stefan (R+V), Ralf (Allianz) und ich unsere Köpfe zusammen und überlegten, was man eigentlich machen könnte. Die Idee war dann auch schnell gefunden: Der Bau eines Assistenten (der InsuranceBuddy), der anhand von Kontobewegungen des Kunden individualisierte Versicherungsprodukte anbietet.. Der Case war schnell gebaut, die Schnittstellen von Figo sowie Franke und Bornberg als Enabler erkannt und dann konnte es auch losgehen…dachten wir… Das Problem: wir hatten gar keine Coder im Team. Freundlicherweise schickte uns Katrin von Franke und Bornberg ihre zwei fähigsten Jungs rüber. Mit Sascha (Nummer2) und Christian (Nummer2) war das Team vollständig.

Tag 1 – 12.17 Uhr: Der anfänglich so logische Use Case eröffnete erste Challenges: Welche Zahlungsdaten kann ich eigentlich durch die Schnittstelle sehen? Heißen Versicherungsprodukte immer gleich? Welche Zahlung impliziert welche Präferenz des Kunden? Die erste große Iteration nahte: Um die Komplexität vorerst zu verringern, einigten wir uns darauf, den Showcase auf Krankversicherungsprodukte zu begrenzen und Fitness-affine Versicherungen in den Mittelpunkt zu stellen.

Tag 1 – 13.37 Uhr: Der Tisch füllte sich mit leeren Club Mate Flaschen. Unsere Köpfe glühten: Wie hoch war die Einkommensbemessungsgrenze? Können wir Zusatzversicherungsprodukte integrieren? Welche Fitnesstarife gibt es? Wir iterierten uns Schritt für Schritt an den finalen Use Case heran.

Tag 1 – 15.14 Uhr: Ruhe an den Tischen um uns herum. Die „Profi-Coder“ hatten Kopfhörer auf und redeten wenig. Hier schien großes zu entstehen.

Tag 1 – 16.02 Uhr: Die vier BWLer im Team wagten sich in unbekanntes Terrain: Erkläre dem Coder, was du willst. Nachhilfe in Sachen „Coding-Business-Model – Business-Modell-Coding“ wäre hier spitze gewesen. Aber hey, die Zeit lief. Mit Händen und Füßen, mit Bildern und Präsentationen konnten wir vermitteln, was wir wollten. Hier ein wenig mehr Daten. Da ein bisschen mehr Produkt. Und ja, bitte noch ein geiles Frontend. Sascha und Christian behielten eine stoische Ruhe, die uns das Gefühlt vermittelte, die machen das schon.

Tag 1 – 18.37 Uhr: Das erste Bier des Abends wurde geöffnet – und siehe an – schon ging es mit der Kreativität vorwärts. Ein Logo wurde gebaut, eine Corporate Identity geschaffen (jaja, die BWLer) und ein Unternehmens-Slogan entwickelt. Der InsuranceBuddy erblickte das Marketing-Licht der Welt.

Tag 1 – 18.38 Uhr:…Kurz ein Blick rüber zur anderen Seite des Tisches: Entspannung. Tastengeklimper. Coolness. Auf die Frage, ob wir alles schaffen, kam nur ein entspanntes: „Läuft“.

Tag 1 – 20.12 Uhr: Neue Idee: Wir wollen Dashboards. Im Frontend. Wieviel Einkommen hat der Kunde zur Verfügung? Wieviel gibt er für Versicherung aus? Es läuft: Die IT-Jungs machen das schon.Photo 27-03-2017, 14 17 34

Tag 1 – 22.04 Uhr: Die Räume leeren sich. Die Coder schicken uns heim. „Hier könnt ihr gerade nicht viel helfen.“. Noch nie habe ich mich so nutzlos gefühlt. Schnell noch ein gemeinsames Abschiedsbier und dann ab ins Hotel. Für mich gibt es heute Schlaf. Jedoch nicht für alle, denn der ein oder andere Coder sitzt die Nacht durch.

Tag 2 – 09.38 Uhr: Ankunft im Werk1. Sascha und Christian hauen bereits in die Tasten. Erstmal einen heißen Kaffee. Warum war ich noch mal hier? Als Sponsor? Als Advisor? Egal. Das hier war jetzt größer. Jetzt ging es um den Sieg. I am Hacker.

Tag 2 – 12.13 Uhr: Noch knapp 4 Stunden. Der Show Case hat noch Optimierungspotenzial: Ein Chat muss rein. Aber wo bekommen wir einen her…IBM! Watson! Neue Aufgabe für die Jungs: Nutzt IBM Bluemix, um dem Kunden die richten Antworten auf seine Fragen zu geben. Die Zeit rannte.

Tag 2 – 15.08 Uhr: Nur noch 52 Minuten. Die Präsentation war vorbereitet. Die Argumentation stimmte. Die Coder… ja.. die codeten noch. Das wird Just-in-Time. Das wird ein Zieleinlauf in der letzten Sekunde. Aber wir glauben an unsere Jungs.

Tag 2 – 15.59 Uhr: Fertig! Präsentation schnell in den Slack-Channel geschmissen. Link zum Prototyp hinterher. Done. Done. Done. Nun hieß es: abwarten!

Tag 2 – 16.41 Uhr: Die Sponsoren bekamen die Chance, 10 Minuten zu einem Thema zu sprechen. Ich referierte zu Open Innovation. Andere zu Startups, Customer Experience und IoT. Eines kam bei allen durch: PUT THE CUSTOMER FIRST. Produkte waren gestern, baut Lösungen, integriert den Kunden, nutzt Start-ups und bedient euch neuer Technologien. Auch die angeschlossene Podiumsdiskussion spiegelte das wieder. Die Veränderung ist hier. Das Credo: Kooperiert mit den neuen Playern oder verliert langfristig an Relevanz.

Tag 2 – 18.01 Uhr: Pünktlich auf die Minute machte sich die hochkarätige Jury (u.a. mit Mehrdad Piroozram, Cliff Moyce und Olaf Tidelski) in den vorbereiteten Ledercouches bereit. 13 Pitches folgten. Wir waren Nummer 11. Die Ideen waren allesamt spannend und hochwertig umgesetzt. Sie reichten von smarten Bots, über persönliche Assistenten bis hin zu individuellen und situativen Produktangeboten. Jedes Team hätte ein Funding verdient! Jede Idee sollte von Versicherern unterstützt werden.

Tag 2 – 21.13 Uhr: Es war soweit. Der Showdown. Die Entscheidung. Nun sollten die Ideen gekrönt werden, die in schweißtreibender Arbeit und unter hohem Club Mate Konsum erzeug wurden. Die Spannung war unerträglich. Die Gesichert angespannt. Die Luft zum Schneiden. Und dann kam das Ergebnis:
Platz 3: Widgetlabs – Ein Chatbot, der vermietete Gegenstände versichert.
Platz 2: Carlexa – Schadenmanagementprozess beim Endkunden über Alexa steuern
Platz 1: Meta@Hack – ein Tool zur automatisierten Benachrichtigung von Patienten über Ihre einzunehmende Medikation – mitgeteilt durch Alexa

Das Team InsuranceBuddy wurde fünfter (so war die inoffizielle Mitteilung). Ein großartiger Erfolg, für ein zusammengewürfeltes Team. Sieger waren am Ende aber irgendwie auch alle.
Tag 2 – 22.17 Uhr: Die afterHACK-Party war in vollem Gange. Es wurde genetworkt, gefachsimpelt und getrunken. Es sollte noch eine lange Nacht werden.
insurancebuddy
Fazit: Wenn Menschen mit tollen Ideen und unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, entstehen großartige Dinge. Sicherlich wird nicht jedes Produkt umgesetzt werden, und nicht jede Idee die Tür in die großen Häuser finden. Ansätze wie Hackathons, Labs, Inkubatoren und Accerlatoren leisten jedoch alle einen immens wichtigen Beitrag, um die Assekuranz auf morgen vorzubereiten.

In diesem Sinne: PUT THE CUSTOMER FIRST.