Das war der Claims Rockstar Award 2019

So lange wie wir auf ihn hingefiebert haben, so schnell ging er auch schon wieder vorbei – am 26.03. haben wir auf dem 12. Messekongress Schadenmanagement und Assistance unseres Partners Versicherungsforen Leipzig den Claims Rockstar Award 2019 *Sponsored by Crawford* vergeben. Hinter uns liegt ein spannender Tag mit super Start-up-Pitches und einem neuen Stern am Claims Rockstar-Himmel. Wer am Ende des Abends das Publikum von sich überzeugt hat, erfahrt ihr hier.

Zwölf Start-ups, fünf Minuten Pitch, drei Minuten Diskussion, eine Jury

Der dritte Claims Rockstar Award wurde um 11 Uhr von unserem Head of Network, Sascha, eröffnet. Die Start-up-Pitches fanden in der Speakers’ Corner im Congress Center Leipzig in zwei Runden statt. Die Regeln waren strikt: Pro Pitch gab es nur fünf Minuten Präsentationszeit, danach ertönte eine Klingel und die Start-ups mussten sich den Fragen der Jury stellen. Zwölf Anwärter wagten sich auf die Pitch-Bühne.

NPN-Head of Network, Sascha, kündigt den ersten Pitch vion Perseus an. Foto: Alisa Miller, New Players Network.

Erste Pitch-Runde

  1. 2 in 1: Präventation und Risikobewertung von Cyberrisiken – Perseus Technologies GmbH (Ibrahim Ghubbar, Senior Communications Manager)
  2. ClaimLine – die smarte Lösung zur Ermittlung der Reparaturkosten von Unfallschäden in Echtzeit – VMSolution GmbH (Leonel Martins, CEO)
  3. Neue Wege in der Fraud-Prevention. Optische Belegprüfung durch KI – ICO-LUX GMbH (Lars Winterfeld, CEO)
  4. Digital Claim – automatisierter Schadensregress (Karl Prinzhorn, CEO & Founder)
  5. Die KI von ExB zündet die nächste Stufe der Dunkelverarbeitung: Holistisch & on-premise – ExB Labs GmbH (Dr. Ramin Assadollahi, CEO & Gründer)
  6. OQIO ANALYTICS. Effizienzsprung durch Schadenmanagement – oqio GmbH (Dirk Jakob, CEO)
    Zweite Pitch-Runde
  7. Mit Hilfe von Drohnen besser, effizienter und günstiger Schäden erfassen – FairFleet GmbH (Florian Waubke, CEO und Co-Founder)
  8. Mit automatisierter Bildanalyse gegen Versicherungsbetrug – Picsure GmbH (Enrico Bolloni, CEO und Co-Founder)
  9. Wie Produktionsdaten die Versicherungslandschaft verändern – linx4 GmbH (Jonas Jünger, Chief Growth Officer)
  10. Digital. Persönlich. Kommunizieren. – smoope GmbH (Eleftherios Hatziioannou, Mitgründer und Geschäftsführer)
  11. be on track – die revolutionäre Ortungsmöglichkeit der Zukunft (Sebastian Stoll, Founder)
  12. Smart Contracts in der Versicherungsbranche – Wie Sie Ihr Schadenmanagement mit Signaturit digitalisieren (Dirk Upahl, Account Executive, und Juan Zamora, CEO und Co-Founder)

Auf dem Blog der Versicherungsforen Leipzig könnt ihr Picsure und ICO-LUXoqio und ExB Labs, Digital Claim und VMSolutionbe on track und FairFleet, Smoope und Signaturit, sowie Perseus und linx4 in Kurzinterviews näher kennenlernen.

Die vierköpfige Jury hatte nach jedem Pitch drei Minuten Zeit, die Speaker mit Fragen wie “Was macht euch einzigartig?” oder “Was hebt euch von eurer Konkurrenz ab?” zu löchern. Sie bestand aus Manuel Holzhauern, Managing Director bei InsurTech Hub Munich, Fynn Monshausen Head of Digital Sales bei ROLAND Rechtsschutz, Fabian Leipelt, Principal von WestTech Ventures und Andrea Fregona, Geschäftsführerin/Country Manager bei Crawford & Company (Deutschland) GmbH (erste Pitchhälfte) sowie Andreas Wegener, Head of Software Development von Crawford & Company GmbH (zweite Pitchhälfte).

Drei Finalisten

Die Jury berät sich. Moderator Sascha (Head of Network bei New Players Network) schaut ihr dabei über die Schulter. Foto: Theresa Löwe, New Players Network.

Nach dem letzten Pitch zog sich die Jury kurz zur Beratung zurück, ehe sie dann die drei Start-ups verkündete, die in die nächste Runde gekommen waren. “Wir haben uns ein bisschen schwer getan!”, nahm die Jury vorweg. Als erstes zog ICO-LUX in das Finale ein. “Der Vortrag hat das Team beeindruckt”, so Andreas Wegener. “Es war ein powerbehafteteter Vortrag, es ist aus der Tech-Ecke gekommen und es kam rüber, dass es ein dynamisches, junges Team ist und wir finden, dass da Potenzial drin steckt und das möchten wir gerne fördern.” Der zweite Finalist war FairFleet, mit der Begründung, dass “Drohnen offenbar der Zahn der Zeit sind, um mit automatischen Flugfeldern lange Strecken, wie beispielsweise Pipelines, zu untersuchen.” Jury-Mitglied Andreas Wegener fügte hinzu: “Das hat mich persönlich auch sehr beeindruckt.” Als drittes qualifizierte sich Picsure. “Hier gibt es auch schon eine gewisse Reife am Markt und auch ein sehr großes Potenzial.”
Die Jury wünschte den drei Finalisten sowie alle teilnehmenden Start-ups abschließend viel Erfolg für die Zukunft und bedankte sich für die interessanten Pitches.

Ein Claims Rockstar 2019

Bei der Abendveranstaltung war es dann soweit: die drei Gewinner des Vorentscheids pitchten unter verschärften Regeln erneut. Doch dieses Mal hatten sie nur zwei Minuten Zeit, keine Präsentationsfolien und ein Publikum von über 800 Zuhörern. Außerdem gab es keine Jury mehr, der Applaus des Publikums war entscheidend. Wieder moderierte unser Head of Network, Sascha, das Los entschied über die Reihenfolge der Pitches. Den Anfang machte ICO-LUX, gefolgt von FairFleet und Picsure. Dann entschied die Dezibel-Messung über den Applaus des Publikums…und kürte FairFleet zum Claims Rockstar 2019!

Unser Head of Communications, Romy, hatte die Gelegenheit, Florian Waubke direkt nach der Siegerehrung zu interviewen.

Herzlichen Glückwunsch von dem gesamten Team des News Players Network und vielen Dank an alle Pitch-Teilnehmer!

NPN-Head of Network, Sascha, verkündet die Platzierungen, ICO- LUX und Picsure holen sich den zweiten und dritten Platz…

…und FairFleet ist der Claims Rockstar 2019 und wird mit der goldenen Felge gekürt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn ihr den Tag nochmal wie in Echtzeit nachverfolgen wollt, schaut doch einfach auf unserem Twitter-Kanal vorbei.

Fotos: New Players Network

“Ich hab’s verbockt…” FuckUp Night Leipzig Vol. 34

Vermasselt, vergeigt, verbockt – Scheitern tut weh, und lehrt uns aber mehr als jede noch so gute Erfolgsgeschichte. Letzte Woche haben sich im Rahmen der FuckUp Night in Leipzig wieder mutige Speaker auf die Bühne gewagt, um über ihre größten Fail-Projekte zu berichten und diese mit der Leipziger Start-up-Szene zu teilen. Im kuscheligen Wohnzimmerambiente des Elsterartigs lauschten wir drei teils unterhaltsamen als auch Gänsehaut erregenden Scheiter-Stories.

Story #1: Ein hippes Café auf Bali ohne gültige Lizenz

Als erster Redner kommt Pascal nach vorn. Er ist erst vor Kurzem aus Bali zurückgekehrt, hat sich dort einen Traum erfüllt und ist schließlich aus dem Albtraum geflüchtet. Pascal beginnt mit den Worten: „Ich habe keine Präsentation vorbereitet. Ich stehe hier allein mit meinen Emotionen und meiner Story“. Im Mai 2017 hat er zusammen mit einem US-amerikanischen Kumpel ein hippes Café und einen Coworking Space im indischen Ozean eröffnet und viel in seinen Traum investiert. „Geld spielte keine Rolex“, sagt Pascal lächelnd, wenn auch leicht gezwungen. Er erklärt dem Publikum, dass sein Scheitern damit begonnen hat, dass er zu naiv an die Sache herangegangen ist und schlichtweg den falschen Leuten Vertrauen geschenkt hat. Leuten, die ihm gegen Geld die notwendigen Gewerbelizenzen und Arbeitsgenehmigungen auf Bali beschaffen wollten. Diese Papiere waren allerdings gefälscht oder wurden erst gar nicht geliefert. „Und so standen wir dann mit leeren Händen und einem illegalen Unternehmen da und ich musste in den Knast gehen“, schildert Pascal. „Das wünsche ich nicht meinem schlimmsten Feind.“ Nach fünf Tagen im indonesischen Gefängnis wurde Pascal von seinem US-Partner und seiner Familie freigekauft und sah sich gezwungen seinen Traum auf Bali aufzugeben. Vor drei Monaten ist er nach Deutschland zurückgekehrt. Mittlerweile gibt es einen potentiellen Käufer für sein zurückgelassenes Gewerbe, allerdings ist der Rechtsstreit aufgrund der fehlenden Papiere noch nicht abgeschlossen. „Wenn alles gut läuft, komme ich mit einem blauen Auge und ein paar 5.000 bis 10.000 Miesen davon“, sagt Pascal. Seine abschließende Message an das Publikum lautet: „Wenn ihr einen Traum habt, traut euch! Und traut euch auch zu scheitern, steht zu euren Fehlern! Und ganz wichtig: Gebt euch Zeit, wenn ihr ein Unternehmen aufbauen wollt, gerade im Ausland. Nehmt euch die Zeit die Sprache zu lernen und die Kultur zu verstehen.“

Story #2: Ärzte sind Halbgötter in Weiß, die mit einem Bein im Knast stehen

Als zweite Speakerin dürfen wir Julia auf der Club-Bühne begrüßen. Die junge Assistenzärztin gibt uns einen Einblick in die Fehlerkultur im medizinischen Bereich. „Neulich in der Notaufnahme…“, steht auf ihrer Präsentationsfolie. Julia berichtet, wie sie in der Notaufnahme einer Klinik eine falsche Diagnose stellte. Die fatalen Folgen blieben glücklicherweise aus, da der übernehmende Arzt relativ schnell die Lebensgefahr des Patienten erkennt. Er wird auf die Intensivstation gelegt und überlebt. „Danach habe ich richtig schlecht geschlafen“, sagt Julia und gibt dem Publikum zur Veranschaulichung des Falles noch einen kurzen Exkurs in die Anatomie von Krampfadern. Wenn medizinisches Personal einen Fehler macht, dann hat das weitreichende Folgen. Die junge Ärztin erzählt, wie es sich anfühlt, tagtäglich für Menschenleben verantwortlich zu sein. „Als Arzt steht man quasi immer mit einem Bein im Knast“, betont sie. „Ärzte werden immer als Halbgötter in Weiß gesehen, sind im Endeffekt aber auch nur Menschen, denen auch mal Fehler passieren.“ Julia zieht als Fazit ihres Fehldiagnose-Erlebnisses, dass der Erfahrungsaustausch mit Kollegen im Medizineralltag besonders wichtig ist. Sie fügt hinzu, dass auch der Eigenschutz stets an erster Stelle stehen sollte und Zeichen der eigenen Unterzuckerung oder Müdigkeit ernst genommen werden müssen.

Story #3: Content-Creation mit ausbleibendem Erfolg(sorgasmus)

Last but not least entführen uns das Duo Nadine und Liv in die Welt der Content-Generierung im Erotikbereich. Die beiden Content-Managerinnen kreieren Kommunikationsinhalte für die Plattform JOYclub. „JOYclub, das ist wie Facebook für Erotische“, sagt Nadine. 2017 haben die beiden Marketingexpertinnen den Sex- und Lifestyle-Blog Ohja!, als Sub-Brand des JOYclubs ins Leben gerufen. Mit kreativem Lesestoff rund um Liebe, Lust und Leidenschaft erleben sie einige Reichweiten-Höhepunkte. Sei es auf ihrem Blog, dem dazugehörigen Newsletter oder dem neu eröffneten YouTube-Kanal. „Die Clicks waren eindeutig da, nur die Anmeldungen auf unserer Hauptplattform JOYclub blieben aus“, berichtet das Duo. In den ersten Monaten begründeten die beiden diese Entwicklung mit den typischen Startschwierigkeiten und verfolgten weiter ihre Strategie. Auch nach externer Agenturhilfe und ausbleibendem Erolg mussten Nadine und Liv ihre Niederlage schließlich erkennen und sahen sich gezwungen ihr geliebtes Projekt im März 2018 ad acta zu legen. „Die Zeit danach ist einfach scheiße“, erinnert sich Liv. „Ich habe geweint, aber das Schöne war, ich habe nicht alleine geweint, sondern hatte um mich herum immer mein Team, das für mich da war.“ Die Content-Expertinnen nehmen die gescheiterte Kampagne allerdings mit Humor. Ihre Learning: „Am Scheitern kann man nur wachsen. Was wir dazugelernt haben? Wir haben stets die falsche Zielgruppe angesprochen. Aber die Ohja!-Inhalte sind immer noch online, wer mal Lust hat reinzuschauen.“

Bilder: Romy-M. Ulrich / New Players Network