Lust auf Lab in Leipzig?

Das SpinLab – The HHL Accelerator (www.spinlab.co) ist auf der Suche nach innovativen Gründern im Bereich InsurTech – gern auch für gemeinsame Pilotprojekte. Mehrere Klassen mit insgesamt 30 Startups konnten das sechsmonatige SpinLab-Programm bisher durchlaufen und insgesamt über 17,3 Mio. Euro sowie 30 Preise einsammeln. Neben einem intensiven Beratungsangebot profitieren die Gründer von zahlreichen Kontakten zu Investoren, etablierten Unternehmen und anderen Gründern.

Sie können auf dem Kreativgelände der Leipziger Baumwollspinnerei ein modern ausgestattetes Co-Working-Büro nutzen und erhalten Zugang zu verschiedenen Technologien von Partnern. Auch nach dem eigentlichen Programm sind die ausgewählten Startups Teil des Recruiting-Netzwerkes, können über ein internationales Austauschprogramm die Expansion planen und erhalten die Möglichkeit, neben dem SpinLab Büroräume anzumieten. Jedes Gründerteam erhält zudem bis zu 10.000,00 Euro. Die Teams können mit der Aufnahme in das sechsmonatige Gründerprogramm alle Angebote kostenfrei und ohne Beteiligung nutzen.SpinLab_Logo_big

Bis 17.10. 2017 können sich interessierte Startups unter www.spinlab.co bewerben. Gemeinsam mit renommierten Branchengrößen liegen die Schwerpunkte diesmal auf Energie (Partner VNG Gruppe), Smart City (Leipziger Gruppe), eHealth (AOK PLUS), InsurTech (Insurance Innovation Lab) sowie darin anwendbaren Querschnittstechnologien.
Interessierte erhalten alle Details zum Programm und zum Bewerbungsprozess auf der Website www.spinlab.co/apply-now

Nach dem Award ist vor dem Award!

 

Der Partnerkongress der Versicherungsforen liegt hinter uns. Vergangenen Donnerstag wurde mit rund 300 Teilnehmern über Trends, Probleme und die Zukunft diskutiert. Die Tage standen wieder ganz im Zeichen des Netzwerkens. Wer es tagsüber nicht geschafft hatte, sich mit den Kollegen auszutauschen,  hatte bei der Abendveranstaltung in der Moritzbastei noch einmal Gelegenheit dazu. Auch fachlich hatte der Partnerkongress wieder einiges zu bieten, denn der Tag war vollgepackt mit spannenden Beiträgen und Spitzenreferenten. Unter anderem hat eine Reihe von Start-ups, die überwiegend Teil unseres NPN-Netzwerkes sind, um den Rockstar Award 2017 gepicht! Worum es dabei ging, erfahrt ihr im folgenden Veranstaltungsrückblick.

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Partnerkongress 2017

Der erste Beitrag des Tages kam von John-Paul Pieper, CEO  der nexible GmbH.

In seinem Beitrag „Ohne Revolution geht es nicht: nexible – die Digitalmarke der ERGO“ sprach er über agiles Arbeiten. Dabei lernte man nicht nur etwas über Kampfstrategien der Römer und Mongolen, sondern bekam auch einen ersten Eindruck von der Arbeitsweise des ERGO-Spin-offs. Nexible setzt auf agile Teams, die Entscheidungen selber treffen und umsetzen. Ziel soll es sein, mit der Kundenrealität Schritt zu halten und die Komplexität traditioneller Versicherer aufzulösen.

Die zweite Keynote hielt Dr. Johannes Dick, Leiter Konzernentwicklung bei der AXA Konzern AG. Mit dem Innovation Campus sorgte die AXA für reichlich Schlagzeilen. In seinem Vortrag brachte Dr. Dick den Teilnehmern die Idee hinter dem Campus näher. Ganz nach dem Motto „Man muss das Rad nicht neu erfinden“ setzt die Axa auf Kooperationen mit jungen Start-ups, um neben strategischen Vorteilen in der Assekuranz auch neue Kunden-Touchpoints zu generieren. Seit 2015 hat das Unternehmen bereits über 1000 Start-ups unter die Lupe genommen. Nur ein Bruchteil der gescorten Unternehmen hat es in die Kooperation mit dem Konzern geschafft. Einige der Kooperationen führte Dr. Dick beispielhaft in seinem Vortrag an.

 

Auch die dritte Keynote stand im Zeichen der Innovation: Dr. Hagen Habicht (Digital Impact Labs Leipzig) und Rainer Huber (Auxilia Rechtsschutz-Versicherung) arbeiten gemeinsam mit sechs weiteren Versicherern im Insurance Innovation Lab an Innovationen für die Branche. Unter dem Titel „Innovieren mit Wettbewerbern: Ist das smart oder naiv?“, klärten sie die Frage, ob gemeinsames Innovieren mit dem Wettbewerber funktionieren kann. Beide beantworteten diese Frage mit einem „ja“, denn bei der gemeinsamen Arbeit gehe es nicht darum, konkrete Produkte zu entwickeln, sondern vielmehr darum, ein Verständnis dafür zu schaffen, wie die Branche sich zukunftsfähig ausrichten kann, und Lösungswege für übergreifende Probleme aufzuzeigen.
Zwischen den Keynotes fanden über den Dächern Leipzigs drei parallele Themenwelten sowie die Speakers‘ Corner statt. Themenschwerpunkte waren hier „Sharing Economy“, „Cyber Risk und Cyber Security“ sowie „Artificial Intelligence“. Neben FinTechs wie Scalable und Bitbond gab es u. a. Vorträge von etablierten Playern wie Hiscox, der Ergo Group und E.ON SE.
Den fachlichen Abschluss machte, wie bereits im letzten Jahr, die Podiumsdiskussion zum Thema „Next Monday morning: die Arbeitswelt und der Vertrieb der Zukunft“. Sybille Arnegger (Deutsche Bank), Martin Fleischer (Bavaria Direkt), Dr. Erritt Schossberger (Unternehmen mit Zukunft) und Bastian Unterberg (jovoto) diskutierten moderiert von Versicherungsforen-Geschäftsführer Jens Ringel, wie sich die Arbeitswelt in Anbetracht der demografischen und technologischen Entwicklungen wandeln wird. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere der technologische Fortschritt die Arbeitswelt dahingehend verändern wird, dass standardisierte Prozesse automatisiert werden und dem Mitarbeiter unterstützend zur Seite stehen. Kreative Berufe lassen sich nicht automatisieren, gab Bastian Unterberg hierbei zu bedenken. Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass in vielen Unternehmen ein Kulturwandel notwendig ist, um die erforderlichen Innovationen ins Unternehmen zu tragen.

Dipat PK

Start-up Pitch des Siegers DiPat

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Start-up Pitch des Teilnehmers Advocado

 

 

 

 

 

 

 

Besonders gut kam bei den Teilnehmern der in diesem Jahr erstmalig ausgerufene Rockstar Award an. Elf Insur-, Health- und LegalTechs pitchten vor dem Publikum und einer Fachjury um den Sieg des Awards. Am Ende konnte es nur einer werden und das Publikum stimmte mit überragender Mehrheit für DIPAT Die Patientenverfügung. Gründer und Geschäftsführer Dr. Paul Brandenburg, der selbst als Notfallmediziner arbeitet, konnte sein Produkt in einem stimmigen Pitch verpacken und das Auditorium davon überzeugen, dass die herkömmliche Patientenverfügung nicht ausreicht und sein Angebot ein echtes Problem löst. Auf den vorderen Plätzen tummelten sich zudem die InsurTechs Kasko, hepster und Penseo. Verliehen wurde der Award auf der Abendveranstaltung des Partnerkongresses in der Moritzbastei.

Siegerehrung

Siegerehrung des Rockstar Award in der Moritzbastei

Das Fazit: Auch in diesem Jahr war der Partnerkongress wieder eine sehr spannende Veranstaltung, die viel Raum zum Netzwerken bot. Der Start-up Award kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Der Rockstar Award wird also mit Sicherheit auch 2018 wieder verliehen werden. Wenn ihr Interesse habt, teilzunehmen, um den Award im nächsten Jahr abzuräumen, meldet euch gern schon jetzt unter marianne@newplayersnetwork.jetzt an!

Start-up Interview mit crowdheroes

Wir haben mit Johannes, einem der Gründer des Start-ups crowdheroes gesprochen und ihm einige Fragen zu den Themen Gründung, Umsetzung und insbesondere Herausforderungen gestellt. Warum selbst ein “ungeduldiger Macher” wie Johannes gelernt hat, dass eine ausgereifte Konzeption das A und O sind, erfahrt im folgenden Interview.

Wenn ich mich recht erinnere, ist das nicht eure erste Geschäftsidee, die sich nicht weniger als eine Revolution der Versicherungswirtschaft vornimmt. Warum gerade diese Branche? Warum brauchen Kunden euer Produkt?

Das ist richtig. Mit Alpha Beta haben wir einen jungen Company Builder, der über die notwendigen Ressourcen für ein Startup verfügt, angefangen vom Team über IT, Investoren, Marketing und das notwendige Netzwerk. In der Versicherungsbranche sehen wir noch enorm Potential im Bereich der Digitalisierung. Mit crowdheroes wollen wir konkret die Kraft der Gemeinschaft aktivieren, indem wir jeden einzelnen, wie z.B. Dich zu einer Gemeinschaft (crowd) bündeln und somit unsere Verhandlungsposition stärken. Die Kunden erhalten dabei das gleiche Produkt, bei mindestens gleicher Qualität zu einem deutlichen Kostenvorteil.

So richtig gestartet sind wir letztes Jahr im Dezember. Du hast vollkommen Recht, bei dem Aufbau des Unternehmens helfen uns die bestehenden Prozesse und Strukturen von Alpha Beta, egal ob Firmengründung, Zusammenstellung Team, Aufbau von Businessplänen und Pitch Decks, Suche von Investoren, Teilnahme an Wettbewerben, Marketing- und Kommunikationsstrategie sowie Aufsetzung der IT-Infrastruktur. Damit bekommen wir schnell mehr PS auf die Straße.

Wie seid ihr auf diese Idee gekommen und wieviel Zeit ist vergangen von der Idee bis zur Umsetzung?

Ideengeber ist Herr Dr. Frank Riemann mit dem wir gemeinsam das Konzept konkretisiert und ausformuliert haben. Wenn Du mich fragst wie viel Zeit, würde ich immer sagen „viel zu lange“ (lacht). Persönlich bin ich ein Freund von schnell raus und Fehler machen, anstatt zu lange zu warten. Die Perfektionisten in unserem Team bieten aber wahrscheinlich die notwendige Balance. Somit brauchen wir knapp 9 Monate von der Unternehmensgründung bis zu einem POC.

Was waren bisher eure größten Herausforderungen und was eure lessons learnt?

Größten Herausforderungen sind wie so oft IT und das Team. Bei komplexeren Softwarelösungen, die es in der Form noch nicht am Markt gibt, sind Überraschungen vorprogrammiert. Nicht selten bedeutet das höhere Budgets und Zeitverschiebungen. Beim Team sind enge Kommunikationswege und Ausrichtung gleicher Interessen für den Erfolg entscheidend.

Was wir gelernt haben? Dass Energie bei zu geringer Struktur unnötig verbraucht wird. Beim nächsten Mal werden wir mit Sicherheit mehr Zeit in die Konzeptionsphase und Design des Gesamtkonzepts stecken. Und dass sage ich als ungeduldiger „Macher“

Wie sieht euer Big Picture aus?

Unser Fokus liegt ganz stark darauf den Zugang zu Qualitätsprodukten zu erleichtern. Konkret bedeutet das Synergien für den Anbieter zu schaffen, indem wir eine gebündelte Nachfrage mitbringen. Der Kunde kann bei uns immer flexibel und unverbindlich seine maximale Zahlungsbereitschaft und damit Wunschpreis definieren.

Die Versicherungswirtschaft basiert u.a. auf dem Gesetz der großen Zahlen. Im Big Picture schaffen wir so eine starke Gemeinschaft, dass wir im Idealfall mit einem Rückversicherer zusammenarbeiten und damit für den Kunden viel Geld umverteilen, die er besser für kleine oder große Träume investieren kann

Wie läuft die Zusammenarbeit mit kooperierenden Versicherern?

Grundsätzlich sehen wir eine große Bereitschaft mit uns zusammenzuarbeiten, gerade bei Versicherern die wie wir, zukünftig einen notwendigen Wandel im Vertrieb und der Produktlandschaft sehen.

Bei den Versicherungen liegen die Herausforderungen meistens im technischen Detail. Bei großen Nachfragen sind automatisierte Prozesse wichtig. Besonders die IT-Schnittstellen stellen ein zu überwindendes Hindernis dar. Langjährig gefüllte IT-Bebauungspläne sowie lange Entscheidungsprozessen der großen Konzerne führen zu einem anderen Tempo und Flexibilität als wir uns wünschen und gewohnt sind. An dieser Stelle sind wir gefragt Lösungsansätze zu entwickeln und umzusetzen, um eine technische Zusammenarbeit zu ermöglichen.