InsurTech Übersicht #3

Die dritte Generation der Insurtech Übersicht zeigt die aktuellen Entwicklungen und Veränderungen des Markts umfassend auf. 80 Start-ups sind inzwischen Teil der Betrachtung, welche die Szene in verschiedene Cluster einteilt und systematisiert. Die wesentlichen Erkenntnisse haben wir im Folgenden zusammengefasst.

Der InsurTech-Markt stagniert: Den Neugründungen steht eine spürbare Konsolidierung des Marktes entgegen. Gleichzeitig konnte eine Handvoll Player ihre Marktposition durch Skalierung und erste Kooperationserfolge stärken.

Die Entwicklung des InsurTech-Marktes erlebt eine erste Stagnation. Der Anzahl an Neugründungen steht eine spürbare Konsolidierung des Marktes gegenüber. Junge Start-ups mit wirklich neuen Ideen und Ansätzen bewegen sich heute länger im Stealth-Modus, um sich einen möglichst hohen Entwicklungsvorsprung zu sichern.

Gleichzeitig war 2017 für eine Handvoll Player ein überaus erfolgreiches Jahr. Diese Tech-Unternehmen konnten ihre Marktposition durch Skalierung, strategische Partner und erste Kooperationserfolge stärken und haben ihren Proof of Concept bestanden.
Die Neugründungen besetzen nach wie vor eher Nischensegmente und Produkte mit spitzen Zielgruppenkonzepten. Während wir noch in der ersten großen InsurTech-Welle eine Vielzahl an Copycats bei der Gründung beobachten konnten, lässt sich diese Form der Nachahmung aktuell nicht mehr in einer solchen Vielzahl finden.

Die Start-ups „in the middle“, denen teilweise das einzigartige Geschäftsmodell fehlt, werden um ihre Marktrelevanz kämpfen müssen. Um langfristig zu bestehen, stehen hier zweifelsohne Pivotierungen der Geschäftsidee an.
Boom or Bust: 2018 wird es äußerst spannend sein, zu beobachten, welche der Geschäftsideen sich durchsetzen werden.

Der Trend zu digitalen Versicherungsunternehmen und Assekuradeuren wird mit großer Professionalität durch Versicherungskonzerne getrieben.

Auch in 2018 setzt sich der Trend zu digitalen Versicherungsunternehmen fort. Die neuen Player legen mittels hochgradig professionalisierten Strukturen, diversifizierten Teams, Branchenexpertise und überdurchschnittlich hohen Fundings eine große Geschwindigkeit an den Tag. Die verantwortlichen Treiber hinter den digitalen Versicherern sind neben Company Buildern erstmals vermehrt Versicherungsunternehmen. Die Innovationskraft in den Geschäftsmodellen der Digitalversicherer geht jedoch noch von der Prozessebene aus – nicht aber von den Produkten und Services.

2018 treten die ersten digitalen Assekuradeure auf den Markt, deren Geschäftsmodell dem der digitalen Versicherer zwar stark ähnelt, die allerdings selbst keine BaFin-Lizenz als Versicherer beantragen. Versicherer sind dabei häufig nicht nur Risikoträger, sondern Initiatoren.

Versicherer agieren risikofreudiger bei Kooperationen mit technologiegetriebenen Start-ups – längst nicht mehr nur mit InsurTechs – und entwickeln kundenzentrierte Innovationen.

Die zurückliegenden Monate führten auch bei Versicherern zu großen Veränderungen. So entwickelte sich ein beachtlicher Teil vom Marktbeobachter hin zum kooperativen Partner. Versicherer kooperieren dabei zunehmend mit technologiegetriebenen und branchenunabhängigen Start-ups. Diese interdisziplinären Kooperationen mit innovativen Tech-Unternehmen dienen der kundenzentrierten Weiterentwicklung der eigenen Kernleistung und scheinen die einzige Möglichkeit zu sein, um sich für den potentiellen Markteintritt der Big Techs wie Amazon, Google oder Facebook zu positionieren.

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