Dr. Moritz Finkelnburg im Interview | Global InsurTech Roadshow 2020

Die Global InsurTech Roadshow findet dieses Jahr in Leipzig statt – doch wo liegen ihre Ursprünge? Wir haben mit Dr. Moritz Finkelnburg, Initiator der ersten Stunde, gesprochen und uns über das innovative Format, die entstandene Kooperation mit dem New Players Network und die gemeinsame Zukunft ausgetauscht.

Dr. Moritz Finkelnburg ist der Gründer und Kopf hinter der Global InsurTech Roadshow (GIR). Der gebürtige Berliner und Jurist verbrachte sein ganzes Berufsleben im Management führender Versicherungsunternehmen, bevor er 2016 als Akademischer Direktor den Aufbau der Insurance Practice der Goethe Business School in Frankfurt startete. Seit April 2019 ist Moritz Finkelnburg Vorstand der Badischen Gemeinde Versicherung in Karlsruhe. Das Herzstück seiner akademischen Zeit war die seit 2018 in der Goethe Universität Frankfurt stattfindende GIR mit zahlreichen internationalen InsurTechs, Versicherern und Investoren und einem einzigartigen familiären Mix.

Die GIR findet im Mai 2020 in neuer Kooperation mit uns, dem New Players Network der Versicherungsforen Leipzig, in Leipzig statt. Ziel der Veranstaltung ist es, Versicherer mit internationalen Start-ups und innovativen, technologiegetriebenen Akteuren zu vernetzen und Kooperationen über Ländergrenzen hinweg anzubahnen.


Lieber Moritz, Du bist der Erfinder der Global InsurTech Roadshow, ein Veranstaltungsformat, das in dieser Form einzigartig ist. Welche Vision steht hinter der Roadshow, die eigentlich gar keine ist? 

Die Idee war es ursprünglich, gerade ganz kleine, noch völlig unbekannte InsurTechs nach Frankfurt zu lotsen. Von Pre-Seeding bis Pre-A und das ganze international. Die etablierten InsurTechs finden ihren Weg und ihre Investoren. Aber gerade die Youngsters, die Verrückten, die Einzelkämpfer und Garagengründer haben kaum Plattformen – und dabei oft sensationelle Ansätze, die dann irgendwie „verhungern“.

In den letzten zwei Jahren konntest Du die internationalen Teilnehmer und Akteure begeistern. Was ist das Besondere an diesem Event im Vergleich zu anderen Start-up-Konferenzen? 

Neben den ganz jungen Gründern haben wir bewusst ein einfaches, universitäres Setting gewählt. „Pitches im Hörsaal“ war das Motto. Dabei laden wir die Gründer, die wir als „Pitching Start-ups“ ausgewählt haben, vollständig ein, übernehmen also vor Ort alle Kosten. Damit unterstützen wir sie auch ein wenig. Zusätzlich bieten wir ihnen enge Kontakte zur Presse, organisieren einen speziellen Presse-Abend und schaffen ihnen durch die teilnehmenden Investoren und Versicherer (2019 waren das immerhin 32) eine tolle Plattform für ihre Ideen. Der Goethe InsurTech-Award war immer das Highlight und wurde im letzten Jahr immerhin von EIOPA-Präsident Gabriel Bernardino verliehen. Ein besonderes Highlight ist zudem immer ein Gastland bzw. eine Gastregion, der wir besondere Aufmerksamkeit widmen. In 2018 war dies Singapur, in 2019 Israel, dessen Start-up-Delegation sogar von seinem Chef-Aufseher begleitet wurde.

Im Jahr 2020 wird die Veranstaltung mit uns, dem New Players Network, als neuer Partner durchgeführt. Wie ist es dazu gekommen?

Das ist eine tolle Entwicklung mit Leipzig, auf die ich sehr stolz bin. Da ich seit letztem Jahr für den BGV, die Badische Gemeindeversicherung, tätig bin, war klar, dass ich die GIR nicht mehr in der bisherigen Form weiterführen kann. Auch wenn der BGV ausgesprochen „digital-affin“ ist, an zahlreichen digitalen Entwicklungen beteiligt ist und der GIR auch in Zukunft sehr eng verbunden sein wird, braucht diese spannende Veranstaltung einen eigenen Motor mit innovativem Spirit. Ich kenne die Versicherungsforen Leipzig schon sehr lange, bin mit Markus Rosenbaum, dem Geschäftsführer der LF Gruppe, gut befreundet und habe die digitale Entwicklung – insbesondere durch die Gründung des New Players Network – mit viel Neugierde und Begeisterung verfolgt. Ich kann mir kaum einen besseren Nachfolger und Treiber vorstellen, als das junge Team des NPN. Ich bin absolut sicher, dass die GIR hierdurch zukünftig noch professioneller aufgestellt sein wird.

Und wo soll die gemeinsame Reise (mit dem New Players Network) hingehen?

In den letzten beiden Jahren standen als Gastländer Singapur und Israel im Fokus. 2020 steht im Zeichen des Baltikums und der Central East Europe Region. Estland, Lettland, Litauen und Co. haben den Wandel ins Zentrum gerückt: Zahlreiche Forschungseinrichtungen, ein vielfältiges Hochschulsystem mit einer gründerfreundlichen Umgebung stellen die optimalen Grundlagen für digitale Innovationen. Grund genug, diese zukunftsweisende Wirtschaftsregion ins Zentrum der diesjährigen „neuen“ Global InsurTech Roadshow zu stellen. Zusätzlich soll die GIR natürlich weiterhin ein Platz für junge internationale Gründer sein und eine Gelegenheit für Versicherer, Investoren, Journalisten und viele mehr, sich in vertraulicher und gewohnt familiärer Atmosphäre auszutauschen.

Wie entwickelt sich die InsurTech-Szene aktuell aus Deiner Perspektive? Was beobachtest Du?

Im europäischen Raum ist eine gewisse Verschnaufpause oder Konsolidierung zu beobachten. Die erste Innovationswelle ist durch. Enabler versuchen, ihre Lösungen bei Versicherern zu platzieren, bei den digitalen Vertrieben und Risikoträgern setzen sich einige wenige Platzhirsche durch, die anderen verlieren langsam an Terrain. Grund genug, Ausschau nach anderen, innovativen und ungewöhnlichen Lösungen aus eher unbekannten Regionen zu suchen.

Was bietet die GIR 2020 konkret, um die Verbindung zwischen Corporates & InsurTechs zu stärken?

Der Netzwerkgedanke steht – wie in der Vergangenheit – im Zentrum des Events: Wir bringen Start-ups, Versicherer und Entscheider der Branche mit vielfältigen Interaktionsformaten in Austausch. Die Entrepreneure werden schon im Vorfeld des Events auf unseren Kanälen vorgestellt und die Teilnehmer erhalten zum Event genaue Profile und die Möglichkeit, Gründer gezielt anzusprechen. Auf der Bühne werden die Start-ups nicht nur ihr Geschäftsmodell pitchen, sondern konkrete Use Cases vorstellen, um anschließend Kooperationen schneller anbahnen zu können. Außerdem lassen wir die Expertise der Gründer in Diskussionspanels einfließen und ermöglichen so den intensiven Austausch mit den Teilnehmern über beide Veranstaltungstage. Wir verstehen uns als Plattform, die die relevanten Akteure connected und die Basis für zukunftsweisende Kooperationen bildet.

Wir danken Moritz für das spannende Hintergrundinterview und freuen uns auf die GIR am 26./27. Mai in Leipzig! Alle Infos zur Veranstaltung findet ihr hier: http://newplayersnetwork.jetzt/gir

Beitragsbild: Unsplash / Maranda Vandergriff 

Der Rockstar 2018 im Interview

„Der Preis bedeutet mir enorm viel, es ist ein sehr wichtiges Feedback für uns und es ist super geil, dass es aus der Versicherungsbranche kommt.“
Nect ist der stolze Gewinner des Rockstar Awards, der vor einem Monat bei dem Partnerkongress der Versicherungsforen Leipzig zum zweiten Mal vergeben wurde. In einem dreiminütigen Pitch setzte sich Nect gegen zehn Konkurrenten durch und holte sich den Rockstar Award 2018. Das Geschäftsmodell von Nect, eine Lösung zur einfachen und intuitiven Identitätsprüfung, überzeugte sowohl Jury als auch Publikum.

Benny Bennet Jürgens, Founder und CEO von Nect, spricht im Interview darüber was es ihm bedeutet, den Rockstar Award 2018 gewonnen zu haben, was in nächster Zeit geplant ist und welche innovativen Köpfe hinter dem Start-up stecken.

Film ab für Glücksmomente!

Habt ihr auch das Zeug zum Rockstar?
Am 26./27. März 2019 wird der dritte Claims Rockstar Award vergeben. Weitere Infos gibt es hier.

Bild: Unsplash / Japheth Mast 

Start-up Interview mit crowdheroes

Wir haben mit Johannes, einem der Gründer des Start-ups crowdheroes gesprochen und ihm einige Fragen zu den Themen Gründung, Umsetzung und insbesondere Herausforderungen gestellt. Warum selbst ein „ungeduldiger Macher“ wie Johannes gelernt hat, dass eine ausgereifte Konzeption das A und O sind, erfahrt im folgenden Interview.

Wenn ich mich recht erinnere, ist das nicht eure erste Geschäftsidee, die sich nicht weniger als eine Revolution der Versicherungswirtschaft vornimmt. Warum gerade diese Branche? Warum brauchen Kunden euer Produkt?

Das ist richtig. Mit Alpha Beta haben wir einen jungen Company Builder, der über die notwendigen Ressourcen für ein Startup verfügt, angefangen vom Team über IT, Investoren, Marketing und das notwendige Netzwerk. In der Versicherungsbranche sehen wir noch enorm Potential im Bereich der Digitalisierung. Mit crowdheroes wollen wir konkret die Kraft der Gemeinschaft aktivieren, indem wir jeden einzelnen, wie z.B. Dich zu einer Gemeinschaft (crowd) bündeln und somit unsere Verhandlungsposition stärken. Die Kunden erhalten dabei das gleiche Produkt, bei mindestens gleicher Qualität zu einem deutlichen Kostenvorteil.

So richtig gestartet sind wir letztes Jahr im Dezember. Du hast vollkommen Recht, bei dem Aufbau des Unternehmens helfen uns die bestehenden Prozesse und Strukturen von Alpha Beta, egal ob Firmengründung, Zusammenstellung Team, Aufbau von Businessplänen und Pitch Decks, Suche von Investoren, Teilnahme an Wettbewerben, Marketing- und Kommunikationsstrategie sowie Aufsetzung der IT-Infrastruktur. Damit bekommen wir schnell mehr PS auf die Straße.

Wie seid ihr auf diese Idee gekommen und wieviel Zeit ist vergangen von der Idee bis zur Umsetzung?

Ideengeber ist Herr Dr. Frank Riemann mit dem wir gemeinsam das Konzept konkretisiert und ausformuliert haben. Wenn Du mich fragst wie viel Zeit, würde ich immer sagen „viel zu lange“ (lacht). Persönlich bin ich ein Freund von schnell raus und Fehler machen, anstatt zu lange zu warten. Die Perfektionisten in unserem Team bieten aber wahrscheinlich die notwendige Balance. Somit brauchen wir knapp 9 Monate von der Unternehmensgründung bis zu einem POC.

Was waren bisher eure größten Herausforderungen und was eure lessons learnt?

Größten Herausforderungen sind wie so oft IT und das Team. Bei komplexeren Softwarelösungen, die es in der Form noch nicht am Markt gibt, sind Überraschungen vorprogrammiert. Nicht selten bedeutet das höhere Budgets und Zeitverschiebungen. Beim Team sind enge Kommunikationswege und Ausrichtung gleicher Interessen für den Erfolg entscheidend.

Was wir gelernt haben? Dass Energie bei zu geringer Struktur unnötig verbraucht wird. Beim nächsten Mal werden wir mit Sicherheit mehr Zeit in die Konzeptionsphase und Design des Gesamtkonzepts stecken. Und dass sage ich als ungeduldiger „Macher“

Wie sieht euer Big Picture aus?

Unser Fokus liegt ganz stark darauf den Zugang zu Qualitätsprodukten zu erleichtern. Konkret bedeutet das Synergien für den Anbieter zu schaffen, indem wir eine gebündelte Nachfrage mitbringen. Der Kunde kann bei uns immer flexibel und unverbindlich seine maximale Zahlungsbereitschaft und damit Wunschpreis definieren.

Die Versicherungswirtschaft basiert u.a. auf dem Gesetz der großen Zahlen. Im Big Picture schaffen wir so eine starke Gemeinschaft, dass wir im Idealfall mit einem Rückversicherer zusammenarbeiten und damit für den Kunden viel Geld umverteilen, die er besser für kleine oder große Träume investieren kann

Wie läuft die Zusammenarbeit mit kooperierenden Versicherern?

Grundsätzlich sehen wir eine große Bereitschaft mit uns zusammenzuarbeiten, gerade bei Versicherern die wie wir, zukünftig einen notwendigen Wandel im Vertrieb und der Produktlandschaft sehen.

Bei den Versicherungen liegen die Herausforderungen meistens im technischen Detail. Bei großen Nachfragen sind automatisierte Prozesse wichtig. Besonders die IT-Schnittstellen stellen ein zu überwindendes Hindernis dar. Langjährig gefüllte IT-Bebauungspläne sowie lange Entscheidungsprozessen der großen Konzerne führen zu einem anderen Tempo und Flexibilität als wir uns wünschen und gewohnt sind. An dieser Stelle sind wir gefragt Lösungsansätze zu entwickeln und umzusetzen, um eine technische Zusammenarbeit zu ermöglichen.

 

Interview mit virtualQ

Hallo Ulf, ihr möchtet mit virtualQ „das Warten in Warteschleifen“ abschaffen. Wie soll das funktionieren?
Jeder kennt das Problem in der Warteschleife zu hängen. Das lässt sich leider nicht vermeiden, da das Anrufvolumen für Call-Center zu einem gewissen Grad unvorhersehbar ist. Die Warteschleife ist jedoch für Unternehmen auch mit hohen Kosten und Umsatzverlusten verbunden. Mit unserer Lösung erfährt der Anrufer schon vorab, wenn es aktuell zu längeren Wartezeiten kommt, kann sich schon einmal virtuell „anstellen“ und ruft erst dann an, wenn er auch wirklich an der Reihe ist. Ein intelligenter Algorithmus stellt die „Nicht-Wartenden“ Anrufer dann entsprechend in das Call-Center durch.

Funktioniert das bei jedem Call-Center-Anbieter?
Unsere Lösung ist grundsätzlich mit jeder bestehenden Call-Center-Software kompatibel. Grundsätzlich ändert sich außer einer Schnittstelle zu unserer Lösung nichts an den Prozessen. Jedoch eignet sich die Lösung erst ab einer gewissen Mindestgröße des Call-Centers von sechs bis zwölf Agenten.

CallCentreCircle_Wien_Sprecher_Ulf_KhnapfelWie kamst du auf die Idee von virtualQ? Hast du selbst zu lange in Warteschleifen festgehangen?
Ja, die Idee entstand tatsächlich, weil ich persönlich in der Warteschleife meines Internetanbieters hing. Nach 40 Minuten wurde ich rausgeschmissen, musste noch mal anrufen und noch mal 30 Minuten warten. Da dachte ich, das muss doch besser gehen!
Auf der CallCenterWorld 2015 haben wir unser Produkt dann erstmalig vorgestellt und eine unglaublich positive Resonanz erfahren. Danach ging vieles sehr schnell. Wir haben einen der bekanntesten deutschen Investmentfonds für uns gewinnen können, konnten die ersten namhaften Kunden von unserer Lösung überzeugen und haben viele tolle Partnerunternehmen gewonnen, die uns ihren Kundenstamm vorstellen.

Seid ihr mit dieser Idee alleine am Markt?
Wir bieten eine einzigartige User-Experience, denn nur, wenn der Service vom Anrufer angenommen wird, lohnt es sich auch für das Unternehmen. Mit unserem Portfolio aus Call-in, Call-back und Kalenderfunktionen, die per Webseite, mobiler App und per Ansage in der Leitung verfügbar sind, sind wir am Markt einzigartig. Entwickler haben Zugriff auf unsere API und können so bei Bedarf virtualQ auch sehr einfach selbst in bestehende Systeme integrieren. Die Manager bekommen natürlich Auswertungen und Statistiken in unserem Dashboard.
SoFunktioniertVirtualQ
Kein Wunder also, dass virtualQ bereits national und international einiges an Aufmerksamkeit erregen sowie einige Preise abräumen konnte. Gibt es einen, der euch besonders viel bedeutet?
Eine besondere Auszeichnung stellt für uns die Teilnahme am German Accelerator dar. Dieser wählt die erfolgreichsten Deutschen Start-ups aus, um sie im Silicon Valley zu vernetzen. Zu den Mentoren gehören wirklich große Namen der Technolgiebranche. Das hilft uns natürlich unheimlich weiter.

virtualQ_auf_der_CallCenterWorld_in_BerlinArbeitet ihr bereits mit Versicherern zusammen und welche Vorteile können Versicherer aus der Zusammenarbeit mit euch ziehen?
Ja, wir arbeiten aktuell mit einer Versicherung zusammen und ab Juli höchstwahrscheinlich mit einer zweiten.Neben dem Warteservice für Versicherungskunden haben wir mittlerweile auch ein ganz spezielles Produkt für die Außendienstmitarbeiter von Versicherungen entwickelt, denn auch sie haben mit der Warteschleife zu kämpfen. Insbesondere sehr ärgerlich, wenn sie gerade eine Rückfrage in einem potenziellen Neukundengespräch haben. Dafür haben wir eine spezielle Applikation entwickelt, bei der sich der Außendienstmitarbeiter während des Kundengesprächs schon einmal ansehen kann, wie lang die Wartezeiten aktuell sind, sich ggf. vorab anstellen kann und dann von uns aufgerufen wird, wenn er an der Reihe ist. Für den eigentlichen Anruf haben die Außendienstmitarbeiter dann eine hohe Flexibilität. Wir generieren ein Zeitfenster, in dem sie sich melden können, sodass die Außendienstmitarbeiter erst das begonnene Gespräch mit dem potenziellen Neukunden zu Ende führen können. Bei dem danach folgenden Anruf kommen sie direkt dran. Gerade für diese Lösung haben wir sehr hohe Nutzungsraten. Täglich werden wir von 30 bis 50 Prozent der Außendienstmitarbeiter genutzt.Die Vorteile von virtualQ für Versicherer liegen in der Verbesserung der Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Lange Warteschleifen bedeuten Kundenverlust oder entgangene Verkaufschancen. Kunden sind einem Versicherer viel wert und jeder Kunde, der aufgrund der Warteschleife verloren geht, muss mit teurem Marketing wieder gewonnen werden. Wenn man diese Quoten auch nur minimal reduziert, ergibt sich ein erhebliches Potential.In Krisenzeiten oder wenn es zu Peaks kommt, haben die Mitarbeiter der Versicherungscallcenter oft auch mit erheblichem emotionalen Druck zu kämpfen, der natürlich abgemildert wird, wenn die Anrufer nicht schon zu Gesprächsbeginn aufgrund von langen Wartezeiten ungehalten sind. Dadurch verkürzt unsere Lösung auch die Gesprächszeiten. Zudem ist eine erhebliche Reduzierung von Personalkosten durch Peak-Glättungen realisierbar.

Glaubst du, dass im Kontext von Livechat und Roboberatern der klassische Telefonanruf an Bedeutung verlieren wird?
Das kann natürlich ein Thema sein. Chatting, Self Services – das Thema Service bewegt sich zwar immer mehr Richtung online, wird aber auch generell an sich immer wichtiger und anspruchsvoller. Entsprechend steigt die Zahl an Serviceanfragen. Online-Services können nicht alle Anfragen bearbeiten. Die richtig wichtigen Themen versuchen die Kunden immer noch im direkten Gespräch zu klären. Mit Warteschleifen kann man in diesem Moment dann viel kaputt machen.

Welche Pläne verfolgt ihr für die Zukunft?
Wir sind gerade dabei, den Launch eines Produktes zur Erweiterung unseres Portfolios im Sommer vorzubereiten. Das große Ziel, das Thema Warteschleife für die D/A/CH-Region abzuschaffen, verfolgen wir mit unserer gesamten Überzeugung. Langfristig arbeiten wir aber bereits an Themen, die ich jetzt allerdings ungern verraten würde… Aber es bleibt spannend! 🙂

3 Fragen – 9 Antworten

Dominik Groenen von massUp, Tilo Hammer von feelix und Tom Wonneberger von Progress äußerten sich im Februar auf unserem Blog zu RoboAdvicing, der Relevanz von StartUps in der Versicherungsbranche und wie die nahe Zukunft der Assekuranz aussehen könnte.

Das vollständige Interview finden Sie hier…

3 Gründer

Start-ups im Versicherungsvertrieb

Der Versicherungsvertrieb ist ein entscheidender Wertschöpfungsfaktor in der Assekuranz. Der Absatz von Versicherungsprodukten beeinflusst die anderen betriebswirtschaftlichen Funktionen eines Versicherungsunternehmens, insbesondere den Prozess der Leistungserstellung, maßgeblich.Angesichts eines zunehmend gesättigten Marktes und in weiten Teilen rückläufigen Neugeschäfts werden auch im Vertrieb Kosteneinsparungen sowie Optimierungsmaßnahmen notwendig. Zusätzlich beschäftigen den Versicherungsvertrieb sich ändernde politische und rechtliche Rahmenbedingungen, die bspw. die stärkere Regulierung von Vergütungsmodellen, die aktive Aus- und Weiterbildung sowie die Erhöhung der Anforderungen an Beratung und Abschluss fordern.Gleichzeitig wandeln sich mit der fortschreitenden Digitalisierung die Ansprüche und das Verhalten der Versicherungskunden. Das Internet schafft noch nie dagewesene Informationsmöglichkeiten und Transparenz, die Dank Smartphone und mobilem Internet auch jederzeit verfügbar sind. Der Anteil digital aktiver Versicherungskunden soll in den nächsten Jahren zwar auf bis zu 80 Prozent ansteigen, auf den persönlichen Kontakt möchte ein Großteil der Kunden dennoch nicht verzichten. Dies zeigt deutlich, dass die Differenzierung zwischen On- und Offline-Welt obsolet wird und der Versicherungsvertrieb die verschiedenen Vertriebskanäle und Kontaktmöglichkeiten vielmehr nahtlos miteinander verschmelzen sollte.

Diese Herausforderungen greifen die Start-ups im Versicherungsvertrieb auf und entwickeln insbesondere an der Schnittstelle zum hybriden bzw. digital agierenden Kunden neue Angebote: So gibt es Ansätze, die die komplette Kundenkommunikation für den Versicherer übernehmen oder den Kunden selbst dazu befähigen sollen, diese zu übernehmen. Nachfolgend stellen uns einmal covomo und massup ihre innovativen Denkansätze vor… weiter zum vollständigen Beitrag

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