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Kick-off des Insurance Innovation Labs*

*dargestellt aus zwei Perspektiven:
Marianne Kühne – Projektmanagerin des Insurance Innovation Lab || Sascha Noack – Head of New Player Network

Viele Versicherer suchen Wege, um durch Digitalisierung neues Geschäftspotential zu erschließen und haben gleichzeitig erkannt, dass radikale Innovationen kaum aus den bestehenden Strukturen generiert werden können. Einzelne Branchenführer bedienen sich zu diesem Zweck unternehmenseigener Satelliten-Projekte wie Labs, Inkubatoren und Acceleratoren. Insbesondere kleine und mittelgroße Versicherer entsteht aus ganz verschiedenen Gründen an dieser Stelle ein Engpass (die passende Studie folgt in Kürze hier :)). Genau diese strukturelle Schwäche greift das Insurance Innovation Lab (IIL) auf. Als Innovationskatalysator soll es zukünftig mittelständigen Versicherern die Möglichkeit bieten, vielversprechende Ideen zu erschließen und diese in Geschäftsmodelle zu verwandeln – das alles neben den bestehenden Strukturen des eigenen Konzerns. Seit gut neun Monaten waren wir mit der Umsetzung dieses einzigartigen Projektes betraut. Nach unzähligen Gesprächen mit potentiellen Partnern und zukünftigen Stakeholdern sowie internen Besprechungen zur Konzeption und Vorbereitung war es am Mittwoch den 15. Juni 2016 endlich soweit. Mit der Kick-off Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Spinlab, dem HHL Accelerator, wurde der Startschuss für das Insurance Innovation Lab gegeben.

Da war er also, der 15. Juni 2016. Unmengen an Energie sowie unzählige intensive und lange Nächte lagen hinter den handelnden Personen des IIL und fanden im Kick-off endlich ihren würdigen Auftakt. Den Auftakt in eine neue Welt. In eine Zukunft in der Innovation und Kooperation den Takt vorgeben. Und wenn man eine Szenerie für solch einen Tag malen würde, so würde am Ende wohl das Spinlab herauskommen. Gelegen in der alten Baumwollspinnerei am Rande der Stadt, bot der Industriecharme dieser einmaligen Räumlichkeiten, mit seiner rustikalen und inspirierenden Aura die perfekte Umgebung, um alte und antiquierte Denkmuster aufzubrechen. Und es war schön zu sehen, dass sich Vertreter aus Wissenschaft, Start-up-Szene und Assekuranz auf diese Reise, diese Umgebung, diese Idee einließen. Eine Reise, die der Innovationsforscher und zukünftige Leiter des IIL – Dr. Hagen Habicht – gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig – Markus Rosenbaum – eröffneten – mit wenig Tamtam aber umso mehr Leidenschaft und Ideen im Kopf.

Schaukeln@Spinlab

Anschließend wurde das Konzept des IIL simpel und in aller Kürze präsentiert. Durch das Zusammenwirken verschiedener Versicherer soll zukünftig eine kreative Dynamik entstehen, welche die kundenzentrierte Entwicklung beschleunigt und gleichzeitig allen Beteiligten ermöglicht, ressourceneffizient zu forschen. Dieser bisher einzigartige, kollaborative Ansatz geht über die gemeinsame Forschung und Ideengenerierung hinaus, denn die beteiligten Versicherer werden zusätzlich bei favorisierten Projekten bis zur konkreten Umsetzung am Markt unterstützt. Ganz praktisch heißt das, dass ab dem 01.07.2016 in den Hallen des SpinLab ein interdisziplinäres Team an den Zukunftsfragen der Versicherungswirtschaft forschen wird. Im Anschluss an diese fachliche Einleitung wurde es greifbarer: alle Teilnehmer hatten die Möglichkeit, sich die Räumlichkeiten des IIL genauer anzusehen und in die inspirierende Atmosphäre, in der zukünftig auch Mitarbeiter aus den beteiligten Häuser arbeiten werden, einzutauchen. Die Aufbruchsstimmung wurde gleich dazu genutzt das neu entstandene Logo und die Homepage zu präsentieren. Das durchgängig positive Feedback freute besonders das Team des Insurance Innovation Lab, das bis zum Veranstaltungsbeginn an allen Details gefeilt hat.

Nach der Vorstellung des  Labs, war die kleine Schwester dran: das New Players Network. Und mit dem New Players Network auch ich. Vier Minuten Zeit. Fünf Folien und ganz sicher um die 10.000 Wörter die zeigen sollten: Mit Lab als Innovationshub und Network als Start-up-Katalysator kennen wir die Richtung. Wir glauben an Kooperation und werden diese fördern. Wir glauben an neue Geschäftsmodelle und werden diese mitgestalten. Wir werden Teil einer neuen Zukunft der Assekuranz sein. Das Nicken im Publikum zeigte: sie verstehen es… Und wie kann man einen Pitch zu einen Start-up-Netzwerk besser beenden, als mit der Übergabe des Mikros an die Start-ups des Netzwerks selbst, die die Kooperationspotenziale aufzeigen?! Und so folgte auf mich Tim von OptioPay – eine Idee, die verändert, wie Menschen ihr Geld erhalten. Ein Geschäftsdreieck das scheinbar das Pareto-Optimum außer Kraft setzt. Ja, man kann die Lage von Kunde, Dienstleister und Versicherer verbessern, ohne zugleich einen anderen schlechter zu stellen… Danach folgte Paul von Unfallhilfe24. Das Nashorn, das Kunden im Kfz-Schadensfall mit optimaler Betreuung eine neue Servicequalität anbietet und die Leistungen im Schadenfall maximiert. Das kostet die Versicherungsunternehmen Geld. Viel Geld. Warum also zusammenarbeiten? Eigentlich ganz einfach: Unfallhilfe24 verschlankt Prozesse, senkt Kosten im Backoffice und erhöht Kundenzufriedenheit und -bindung. Eigentlich ein Traum für jeden Versicherer. Der Aufruf von Paul lautet auch hier: Lasst uns zusammensetzen. Lösungen finden. Kunden besser stellen… Das Wort des Jahres ist schon lange nicht mehr Disruption, sondern Kooperation.

Und wenn wir schon beim Kunden sind: Welcome to the stage Innosabi. Eine Crowdsourcing-Plattform, die es schnell und einfach ermöglicht, Kundenmeinungen abzuholen. Produkte an die Vertriebsrampe schieben war gestern. Auch hier ist Kooperation das Zauberwort. Eine schöne neue Welt…

Und wer hier noch nicht genug hatte, der durfte Thomas Zwack lauschen. 17 Jahre als Berater aktiv, davon 10 Jahre selbstständig, verließ er die Welt, in der er anderen erzählt wie es besser geht, um es am Ende einfach selber besser zu machen. Raus kam eine Promotion zum Thema Peer2Peer-Versicherung. Diese zeigt Innovation auf einem neuen Level und beweist: echtes Peer2Peer funktioniert. Die Veränderung ist hier, es wird Zeit sich ihr zu öffnen. Mit neuen Playern. Mit dem Lab. Mit der Assekuranz…

Mitten im Industrieloft hatten dann auch die Vertreter der Assekuranz jeweils 5 Minuten Zeit, um sich zu präsentieren. Sicherlich war das für einige Repräsentanten eine ungewohnte Zeitvorgabe. Allerdings ließ sich keiner der Referenten dazu hinreißen, die an die Wand projiziert Zweitvorgabe zu überschreiten. Insgesamt entstand auf diese Weise eine dynamische Atmosphäre, in der schnell und auf den Punkt gebracht wurde, aus welchem Umfeld jedes einzelne Unternehmen kommt und wo es zukünftig hingeht. Damit war ein rasanter Auftakt für die beginnende Zusammenarbeit und offene Gespräche in allen denkbaren Konstellationen gegeben.

Nach all dem Input aus den drei entscheidenden Kooperationsecken – Wissenschaft, Start-Ups und Assekuranz – war es erstmals Zeit durchzuatmen. Zu verdauen. Zu verstehen. Und da dies mit leerem Magen nun mal äußerst schwierig ist, gab es Life Cooking, welches mit kreativen Burgerkreationen und innovativem Fingerfood aufwartete. Sterneköche in der Coworking Küche – Gegensätze wie sie schöner nicht seien können. Und passend zu einer Welt, in der scheinbar offensichtliche Kontraste oftmals die schönsten Symbiosen darstellen (können). Warum denke ich da gleich wieder an Unfallhilfe24…?

Work@Lab

Gestärkt, gesättigt und innovationsgeladen startete gegen 21.00 Uhr der Hauptteil des Abends. Der Innovationsworkshop. Prototyping mit Leim, Schere und Gummischnüren. Die Aufgabe so einfach wie elementar: Baut euch euer eigenes Lab! Zentrale Fragen die es in diesem Kontext zu beantworten gab: Was erwartet ihr an Ergebnissen? Wie soll die Zusammenarbeit aussehen? Wie ist eure Rolle im Prozess? Und um Atmosphäre und zukünftige Innovationsprozesse aufzuzeigen, musste jedes Team dies mittels handelsüblicher Bastelmaterialen umsetzen. 30 Minuten Zeit und ein halber Bastelladen zur Verfügung. Wer hier denkt, dass sich Vorstände und Führungskräfte nicht auf eine solche Aufgabe einlassen, der war ganz klar nicht vor Ort – denn die Ergebnisse waren bunt, innovativ und schonungslos. Die Präsentationen der einzelnen Gruppen führten zu viel Diskussion und Ideenfindung. Die zentralen Erfolgskriterien wurden mittels des Prototypings gefunden, die richtigen Fragen gestellt und die gemeinsame Stoßrichtung vorgegeben. Denn auch für das Lab gilt der Ansatz: Kooperation.

23.00 Uhr nahm ein ereignisreicher Abend dann sein verdientes Ende: ein entspannter Ausklang mit kühlem Bier und spannenden Gesprächen auf der Spinlab eigenen „Couchschaukel“  (ein Besuch im Spinlab lohnt alleine schon deshalb). Man spürte die erschöpfte aber hochzufriedene Stimmung aller Teilnehmer durch die Industriehallen schweben. Der erste, elementare Schritt war nun gemeinsam genommen…Man sagt, aller Anfang ist bekanntlich schwer? – Nicht an diesem Abend! An einem Strang ziehend mit viel Leidenschaft und ohne Kopfblockaden wurde der Stein ins Rollen gebracht. Ein Stein der jetzt nicht mehr aufzuhalten ist. :)

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