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Der Blockchain-Nebel lichtet sich!

Die Blockchain-Technologie gilt als einer der wichtigsten Megatrends im 21.Jahrhundert und wird laut dem World Economic Forum (WEF) die Welt nachhaltig verändern. Neun Großbanken planen den gemeinsamen Einsatz von Blockchain und bedeutende Unternehmen wie IBM, Samsung und Microsoft investieren bereits hohe Summen. Bisher war die neuartige Technologie vor allem durch die Kryptowährung Bitcoin bekannt und wurde vermehrt im Finanzsektor eingesetzt. Doch mittlerweile ist man sich einig: Blockchain wird darüber hinaus viele weitere Bereiche verändern – so auch die Versicherungsbranche.

Doch was steckt eigentlich genau hinter dem Begriff „Blockchain“?

Blockchain ist im Grunde ein dezentrales Protokoll für Transaktionen zwischen Parteien, das jede Veränderung transparent erfasst. Die Technologie sorgt dafür, dass Macht und Kontrolle von zentralen Autoritäten auf die Massen der Anwender und Netzwerke übertragen werden. Eine Datenbank liegt nicht mehr nur auf einem Server, sondern ist über viele Computer verteilt. Blockchain ermöglicht damit ein neutrales System der Informationsverarbeitung. Innerhalb der Blockchain kann eine Information jederzeit nachvollzogen werden, auch für neue Teilnehmer. Da Transaktionen direkt zwischen den Teilnehmern ablaufen, sind Intermediäre nicht mehr notwendig. Durch den Einsatz von Blockchain wird somit das operationelle Risiko der Vertragsparteien enorm reduziert In gewisser Weise löst die Blockchain-Technologie damit das Problem der asymmetrischen Informationsverteilung: Die Blockchain sorgt für die Richtigkeit und nicht Fälschbarkeit von Informationen. Institutionen wie Notare werden damit überflüssig, die vorher Substitut für fehlendes Vertrauen zwischen Vertragsparteien waren. Die Transparenz wird durch ein Netzwerk von „Minern“ gesichert, welche die Blockchain auf ihre Gültigkeit hin überprüfen. Sie sind dafür zuständig, die hinterlegten Informationen Block für Block anhand einer Signatur zu verifizieren und diese im Netzwerk zu teilen, sodass jeder Nutzer Zugriff auf dieselbe Blockchain hat. Ohne Signatur ist eine Transaktion ungültig.

In der Namensgebung der „Blockkette“ spiegelt sich die Funktionsweise wider. Jeder Block enthält eine Historie. Jeder neue Block ist mit dem vorhergehenden verbunden und enthält wiederum die Historie in Form einer Prüfsumme des vorangegangenen Blocks sowie die Prüfsumme der gesamten Blockchain. Das System gilt als manipulationssicher, da die Blöcke mit einer Hash-Funktion verschlüsselt und Kopien der Datei im Internet verbreitet werden. Die Manipulation einer solchen Datenbank ist zwar möglich, aber mit extrem hohen Kosten verbunden. Mindestens 51 Prozent der Kopien müssten geändert werden, was das Vorgehen unwirtschaftlich macht. Abbildung 1 fasst die erläuterten Vorteile und Eigenschaften der Blockchain zusammen.

Abbildung 1: Vorteile und Eigenschaften der Blockchain

Abbildung 1: Vorteile und Eigenschaften der Blockchain

Welche Anwendungsgebiete für Blockchain sind denkbar?

Da Transaktionen jegliche Art von Information sein können, ergeben sich vielfältige Anwendungsgebiete für die Blockchain-Technologie. Neben Finanztransaktionen ist auch die Abwicklung von Verträgen, Testamenten oder Aktien denkbar. Bitcoin ist eine Kryptowährung und ist eine Art Applikation, die auf der Blockchain-Technologie aufsetzt. Digitale Währungen sind nur eine von vielen möglichen Anwendungen, die sich mithilfe der Blockchain erstellen lassen. Ethereum, eine Plattform für Distributed Apps, arbeitet beispielsweise an einer neuen Programmiersprache, die es ermöglichen soll, Smart Contracts und dezentrale Anwendungen zu schreiben, in denen beliebige Regeln für Besitz, Transaktionsformate und Zustandswechsel aufgestellt werden können. Der Frage, wie sich die Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain auf den Versicherungsmarkt auswirken, gehen wir nächste Woche in dem Beitrag „Die wirtschaftliche Revolution nach der technischen: Blockchain als Geschäftsmodell für Versicherer“ nach.

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